Virtuelle Mobilität als neue Chance für österreichische Arbeitgeber

Virtuelle Mobilität als neue Chance für österreichische Arbeitgeber

Foto: “surfing on the beach. Laptop display is cut with clipping path” / Fotocredit: © Sergey Peterman, Fotolia # 16593145

[Werbung]*Unbezahlt*Wien, 4. März 2021

Coronavirus-Pandemie verstärkt Trend: Immer weniger Menschen wollen im Ausland arbeiten. Kanada verdrängt USA von der Spitze des Ländervergleichs – Australien und asiatische Staaten gewinnen. Virtuelle Mobilität wird zur neuen Chance für österreichische Arbeitgeber, Talente zu gewinnen. 

Österreich hat als Arbeitsdestination im internationalen Vergleich an Beliebtheit verloren, bleibt aber attraktiv für Talente mit hohem Bildungsniveau. Das zeigt die Studie Decoding Global Talent, für die die Boston Consulting Group (BCG), StepStone und The Network 208.000 Arbeitnehmer aus 190 Ländern befragt haben. Österreich erreichte in der jüngsten Erhebung Platz 15 und verlor damit vier Ränge im Vergleich zur Vorgängerstudie 2018.

„Auch wenn Österreich im Ranking schlechter abschneidet als zuvor, hat der österreichische Arbeitsmarkt international vor allem bei den Hochqualifizierten noch immer eine sehr hohe Anziehungskraft. In diesem Segment belegt das Land weltweit Rang acht der beliebtesten Arbeitsorte. Das sollte die österreichische Wirtschaft für sich nutzen“, sagt Dr. Lukas Haider, Österreich-Chef von BCG. 

Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich, ergänzt: „Die Coronakrise hat die internationale Mobilität gebremst und so den Fachkräftemangel verstärkt. Österreichische Unternehmen sollten die Attraktivität des Landes bei den Hochqualifizierten als Wettbewerbsvorteil verstehen und insbesondere bei schwer zu besetzenden Stellen im Ausland nach Talenten suchen.“

Internationale Mobilität nimmt ab

Immer weniger Arbeitnehmer sind bereit, außerhalb ihres Heimatlandes zu arbeiten. Die weltweite Coronavirus-Pandemie hat diesen Trend verstärkt: 2018 hatten noch 57 Prozent der Befragten angegeben, für einen Job ins Ausland gehen zu wollen, mittlerweile erklären nur noch 50 Prozent der Arbeitnehmer dazu ihre Bereitschaft. 2014 lag dieser Anteil sogar noch bei 64 Prozent; allerdings betrug der Zeitraum zwischen den ersten beiden Erhebungen vier Jahre. Von den Arbeitnehmern in Österreich möchten 52 Prozent im Ausland arbeiten – gegenüber der vorherigen Erhebung ist die Bereitschaft um zwei Prozentpunkte gestiegen. Die beliebtesten Zielländer der Österreicher sind Deutschland, die Schweiz, die USA und Kanada. Umgekehrt ist der Standort Österreich besonders attraktiv für Ungarn, Slowenen, Serben und Deutsche.

Erfolgreiche Pandemiebekämpfung zahlt sich aus

Auch diesmal dominieren englischsprachige Länder das Ranking. An der Spitze gab es jedoch erstmals einen Wechsel: Kanada hat die USA verdrängt, und Australien springt in der Liste der attraktiven Arbeitsdestinationen von Rang sieben auf Platz drei und landet damit vor Deutschland. Auch hier ist ein Trend erkennbar: Erfolgreiche Pandemiebekämpfung schlägt sich positiv im Ranking nieder.

„Länder, die die erste Welle der Corona-Pandemie erfolgreich bekämpft haben, haben im internationalen Vergleich zugelegt“, folgert StepStone-Geschäftsführer Dürhammer. Dazu zählen vor allem asiatische Länder wie Singapur und Japan sowie Neuseeland. „Den entgegengesetzten Effekt sehen wir bei jenen Staaten, die im Frühjahr 2020 hart von COVID-19 getroffen wurden – etwa Italien, Spanien oder Frankreich.“

Städteranking: Wien rutscht neun Plätze ab, auch New York verliert stark

Im Städteranking bleibt London bei internationalen Arbeitnehmern hoch angesehen und liegt – wie schon 2018 – vorn. Auf die britische Hauptstadt folgen Amsterdam und Dubai. Stark zurückgefallen ist hingegen die US-Metropole New York – von Platz zwei auf Rang acht. „Wie bei den Ländern ist auch unter den Städten ein Corona-Effekt zu beobachten“, sagt Dürhammer. Dubai, Abu Dhabi, Tokio und Singapur haben an Popularität gewonnen.

Wien nimmt weltweit Rang 22 ein und ist damit gegenüber 2018 um neun Plätze abgerutscht. Ein differenziertes Bild zeigt sich jedoch bei europäischen Arbeitskräften: Hier punktet Wien immer noch und belegt Rang acht unter den beliebtesten Städten als Dienstort im Ausland.

Österreich unter Top Ten als virtueller Arbeitsort

Die geografischen Grenzen der Arbeitsmärkte waren zuletzt immer durchlässiger geworden, vor allem für Fachkräfte. Die Corona-Krise hat diese Entwicklung stark gebremst. 57 Prozent der Befragten zeigen sich jedoch offen dafür, aus der Ferne für einen Arbeitgeber aus dem Ausland zu arbeiten – das sind sieben Prozentpunkte mehr, als zu einem Umzug in ein anderes Land bereit sind. Unter den Befragten aus Österreich liegt diese Bereitschaft mit 55 Prozent etwas niedriger.

Als Zielland für virtuelle Mobilität eröffnen sich Österreich jedoch neue Chancen im internationalen Wettrennen um Talente: Mit Platz zehn liegt das Land gleichauf mit Singapur und zählt zu den Top-Destinationen für Remote Working weltweit.

„Die neue virtuelle Mobilität bietet Arbeitnehmern den Vorteil, dass sie weltweit ihre Fähigkeiten anbieten können. Arbeitgeber haben die Möglichkeit, sehr rasch auf einen größeren Talentpool zurückzugreifen“, nennt Prof. Dr. Rainer Strack, Senior Partner und Experte für Human Resources bei BCG, die Vorzüge der neuen Arbeitsform. Es gilt jedoch auch Herausforderungen zu meistern, wie etwa die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Länder, Datenschutz, kulturelle Unterschiede oder verschiedene Zeitzonen. „Das digitale, grenzüberschreitende Arbeiten muss gut geregelt werden. Ist diese Komplexität überwunden, stehen allen Beteiligten große Chancen offen. Die virtuelle Mobilität wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern.“

 

 

Über die Studie

Für die Studie Decoding Global Talent haben StepStone, die Boston Consulting Group (BCG) und The Network (ein von StepStone mitbegründeter globaler Zusammenschluss führender Online-Jobbörsen in 130 Ländern) im Herbst 2020 insgesamt rund 208.000 Arbeitnehmer aus 190 Nationen befragt. Schwerpunkte der Online-Befragung waren unter anderem die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten, die bevorzugten Arbeitsmärkte und ‑standorte sowie die Präferenzen bei der digitalen Arbeit.

 

 

Über BCG


Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine international führende Managementberatung. Weltweit erwirtschaftete das Unternehmen mit 21.000 Mitarbeitern im Jahr 2019 einen Umsatz von 8,5 Milliarden US-Dollar und hat Büros in mehr als 90 Städten in über 50 Ländern. Seit der Gründung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie und verzahnt die klassische Strategieberatung heute mit spezialisierter Expertise in Bereichen wie Data und Analytics, digitalen Geschäftsmodellen und der übergeordneten Sinnfrage für Unternehmen. BCG unterstützt Firmen und Institutionen aus allen Branchen und Regionen dabei, komplexe Herausforderungen zu bewältigen und umfassende Transformationen zu gestalten. Gemeinsames Ziel ist es, Wachstumschancen zu nutzen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren, die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen und so das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. Dafür arbeiten die vielfältigen internationalen Expertenteams von BCG in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer.


www.bcg.at


 


Über StepStone


StepStone ist einer der führenden internationalen Player im E-Recruiting. Zusätzlich zu diversen Online-Jobportalen umfasst das Portfolio digitale Services im Bereich Employer Branding, Gehaltsanalysen und Video-Recruiting. Als Teil der Axel Springer SE ist StepStone inzwischen eines der erfolgreichsten Digitalunternehmen, das Standorte in 24 Ländern besitzt und weltweit mehr als 3.600 Mitarbeiter beschäftigt. Als Mitglied des internationalen Karriere-Netzwerks „The Network“ ist StepStone in der Lage, Ausschreibungen auf Partnerseiten in bis zu 138 Ländern auszuspielen, und damit neben dem Fokus auf den österreichischen Arbeitsmarkt die Nummer eins für grenzübergreifende Talentsuche.


www.stepstone.at

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