Konzert und Performance: automatic speech

Konzert und Performance: automatic speech

Foto: “automatic speech” / Fotocredit & Quelle: © Markus Gradwohl

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Die Intelligenz äussert sich unbedingt und unmittelbar durch

Sprechen.


Georg Friedrich Hegel


Am 29. Mai 2022 um 19 Uhr findet in der Künstlerhaus Factory das Konzert und Performance unter dem Titel automatic speech statt.

 

Alexander Schuberts Your Fox’s A Dirty Gold stellt den Aspekt der Inszenierung und der Präsentation ins Zentrum der Aufmerksamkeit und bedient sich hierbei dem gestischen Repertoire eines Rockkonzertes. Die Performerin agiert über weite Strecken als Automatenpuppe, die ikonographische Posen des Aufbegehrens ausführt und auf die Künstlichkeit der Inszenierung verweist.

 

Andrej Koroliovs Stück Resist Mix greift Elemente der für ihre technisch oft hochvirtuose Behandlung des drumsets bekannte Metal-Musik auf und lässt den Maschinisten selbst zum Stimmperformer werden, der in Agitprop-Manier gegen „die Institutionen“ anschreit.

 

Institutionskritik bekommt man auch in Peter Kutins und Florian Kindlingers Kurzfilm GEN – XIIIX zu hören. Vor der Folie des Mythos vom Turmbau zu Babel referiert Theodor W. Adornos mittels künstlicher Intelligenz zum Leben erweckte Stimme über Museen als Ruhestätten der Nostalgie und als frei zugängliche Schlafsäle. Institutionen, Bibliotheken und Akademien werden als Gräber vergeblicher Anstrengungen der Nutzlosigkeit preisgegeben. GEN – XIIIX thematisiert den Mythos der Maschine samt Ausformungen menschlicher Hybris, handelt von Fortschrittsglaube und Erlösungsphantasien: ein Auswuchs paradoxer Dialektik.

 

Eine Auswahl der mittlerweile zu Klassikern gewordenen Rècitations von Georges Aperghis zeigen maschinenhaftes, monologisierendes Sprechen in seiner unmittelbarsten Form.

 

Beat Furrers kaleidoscopic memories lässt weitere Assoziationen zum Titel dieses Abends zu. „Nichts als Kunst und Mechanismus, nichts als Pappendeckel und Uhrfedern.“ Seinem 1997 entstandenen Werk Stimme-allein liegt ein Textausschnitt aus Georg Büchners „weltberühmten Automaten“ Leonce und Lena zu Grunde. Ob im Dröhnen der Stimmen im Haus der Fama, in der Selbstbespiegelung des Narcissus, den körperlosen Antworten Echos oder von Orpheus, der an Eurydike vorbeisingt: Furrers Figuren sind nie mit sich selbst identisch. In kaleidoscopic memories lässt der Komponist uns am Gespräch eines Kontrabasses mit seinem Schatten teilhaben. Seine „Automaten“ sprechen aus dem Un(ter)bewussten, meist trifft man sie auf der Suche nach einer Sprache. (Reinhold Schinwald)

 

Andrej Koroliov | Resist Mix (2014) | Schlagzeug und Elektronik
Beat Furrer | kaleidoscopic memories (2016) | Kontrabass und Elektronik
Georges Aperghis | Rècitations No. 9, 12 (1977) | Stimme
Peter Kutin, Florian Kindlinger | GEN – XIIIX (2019) | Kurzfilm
Franck Bedrossian | Digital (2003) | Kontrabass, Schlagwerk und Elektronik
Alexander Schubert | Your Fox’s A Dirty Gold (2011) | Solo Performance für Stimme, Bewegungssensoren, E-Gitarre und Live-Elektronik

Kostüm: Flora Miranda

 

automatic speech

29.5.2022



Einlass: 18:30 Uhr, Beginn: 19 Uhr


Künstlerhaus Factory

1., Bösendorferstraße 10


büro lunaire Konzept
Gina Mattiello
Stimme
Igor Gross Schlagwerk
Margarethe Mayerhofer-Lischka Kontrabass
Reinhold Schinwald Klangregie, Live-Elektronik

Florian Kindlinger Sound

 

Tickets erhalten Sie hier oder an der Abendkassa.


€ 15 | € 10 ermäßigt

Eine Produktion von büro lunaire in Kooperation mit dem Künstlerhaus Wien.
Mit freundlicher Unterstützung von: bmkoes | MA7-Musik | SKE-Fonds | OESTIG

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