Bildung im Kindergarten wird immer wichtiger

Bildung im Kindergarten wird immer wichtiger

INTEGRAL-Umfrage in Kooperation mit ÖDKH:

Gute Elementarbildung ist Voraussetzung für hohes Bildungsniveau der Gesellschaft

Am 24. Jänner 2018 wurde vom ÖDKH der erste Tag der Elementarbildung ausgerufen. 2019 jährt sich der Aktionstag zum ersten Mal. Aus diesem Anlass hat sich INTEGRAL in Kooperation mit dem Österreichischen Berufsverband der Kindergarten- und HortpädagogInnen ÖDKH in einer Onlinebefragung umgehört, wie sich nach Ansicht der Bevölkerung Elementarbildung auf die kindliche Entwicklung und auf die Gesellschaft auswirkt. Wie wichtig erscheint es, dass Bildung bereits im Kindergarten vermittelt wird? Welche Kompetenzen entwickeln Kinder im Kindergarten? Und wie profitiert die Gesellschaft von guter Elementarbildung?


Bildung im Kindergarten für 8 von 10 wichtig

48% halten die Vermittlung von Bildung bereits im Kindergarten für sehr wichtig, weitere 33% für eher wichtig. Damit schreiben über 80% der Bevölkerung der Elementarbildung eine hohe Relevanz zu. Frauen halten Bildung im Kindergarten für wichtiger als Männer; in den östlichen Bundesländern ist deren Bedeutung höher als im Westen des Landes. Zudem ist der Stellenwert von Elementarbildung in größeren Städten höher als in kleinen Orten. Der erste „Tag der Elementarbildung“ vor einem Jahr scheint die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert zu haben: Deutlich mehr Befragte halten Bildung bereits im Kindergarten für sehr wichtig (48% vs. 39% vor einem Jahr).

Sprachförderung, Kleingruppen und Emotionen sind großgeschrieben

Mit  Elementarbildung  wird  in  erster  Linie  die  Förderung  der  sprachlichen  Entwicklung verbunden: zwei Drittel halten das für sehr relevant; Vermittlung mathematischer Fähigkeiten wird hingegen nur von jedem siebenten Befragten für wichtig erachtet. Neben der Förderung der kognitiv-intellektuellen Fähigkeiten erwarten sich die Befragten auch, dass  der  Kindergarten  die  emotionalen  Fähigkeiten  der  Kinder  fördert  und  dass  Kinder  im Kindergarten eine emotionale Beziehung zu ihrer Bezugsperson entwickeln. 41% stimmen hier sehr, weitere 52% eher zu. Insbesondere Höhergebildete unterstützen diese Aussage. Um die Jüngsten in jeder Hinsicht gut fördern zu können, sind sich die Befragten auch stark einig, dass Gruppen im Kindergarten klein gehalten werden sollten, d.h. maximal 15 Kinder pro Gruppe. 57% stimmen dieser Aussage  sehr zu, weitere 35% stimmen eher zu. Frauen und Personen über 50 finden Kleingruppen besonders wichtig. Gespalten ist die Bevölkerung hingegen bei der Frage, ob Kinder von heute besser gebildet sind als vor 30 Jahren. 52% stimmen sehr oder eher zu, 48% lehnen sehr oder eher ab. Besonders überzeugt von der guten Bildung der heutigen Kinder sind Personen unter 30.

Gesellschaft profitiert von guter Elementarbildung

Nach   Ansicht   der   Befragten   profitiert   die   Gesellschaft   in   hohem   Ausmaß   von   guter Elementarbildung:   Am   stärksten   (64%   Zustimmung)   wirkt   sich   das   auf   das   generelle Bildungsniveau  aus.  Fast  ebenso  viele  Personen  (58%)  sind  der  Ansicht,  dass  erfolgreiche Elementarbildung  auf  die  Sozialkompetenz  zukünftiger  Generationen  einzahlt.  Die  Hälfte schließlich erwartet sich positive Effekte auf Integration und Chancengleichheit. „Das zeigt sehr deutlich, dass die Bevölkerung die Bedeutung einer fundierten Elementarpädagogik und deren positive Auswirkung auf die gesamte Gesellschaft mittlerweile erkannt hat.“, so Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von INTEGRAL. Raphaela Keller, Vorsitzende des ÖDKH, ergänzt: „Diese Studie bestätigt das Engagement des ÖDKH um viel mehr Bewusstmachung in der Gesellschaft über diese so wichtigen jungen Jahre der Kinder  für einen  nachhaltigen  Bildungsweg.  Bei  der  Bevölkerung ist  der  Mehrwert  der Elementarbildung       in den Elementaren Bildungseinrichtungen sowie nötiger Rahmenbedingungen  offensichtlich  gut  angekommen.  Daher  stellt  sich  leider  weiterhin  die Frage,  wann  dieses  Wissen  bei  Entscheidungstragenden  ankommt  und  entsprechend  der Erkenntnisse von Wissenschaft und Praxis investiert wird.“

Der ÖDKH fordert daher weiterhin massive Reformen im Elementaren Bildungsbereich

Diese betreffen ganz Österreich! Junge Kinder sind lernbereit, neugierig und entwickeln sich vor allem  in  den  ersten  Jahren  rasant.  Um  diese  Chancen  nützen  zu  können,  brauchen  ALLE Beteiligten  in  Elementaren Bildungseinrichtungen Bedingungen, die eine effektive Bildungsarbeit fördern anstatt zu behindern.

Auch diese ÖDKH-Forderungen gelten seit vielen Jahren:

  • 15 Kinder mit zwei anwesenden PädagogInnen
  • 4m2 pro Person im Gruppenraum
  • 20% der Arbeitszeit für Vor- und Nachbereitungen
  • Österreichweite Qualifikationen für LeiterInnen und assistierende MitarbeiterInnen

Dies sind Ergebnisse aus dem INTEGRAL Onlinebus. Im November und Dezember 2018 wurden 1.000 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren zu diesem Thema befragt.

 

Über INTEGRAL


INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und  Empfehlungen.  In  Kooperation  mit  dem  Heidelberger  Sinus-Institut,  dessen  Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu® Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.


www.integral.co.at


 


Über den ÖDKH


Der ÖDKH ist die bundesweite, überparteiliche, überkonfessionelle und trägerInnenunabhängige Vertretung von Pädagoginnen und Pädagogen in elementaren bis zu sekundären Bildungseinrichtungen* und somit die kompetente Stimme für bildungspolitische Angelegenheiten. Die Mitglieder des ÖDKH agieren ehrenamtlich. Der  ÖDKH  hat  den  Tag  der  Elementarbildung  ausgerufen  und  die  vorliegende  Studie  initiiert.  JEDE Unterstützung hilft bei unserem Engagement!

Quelle: Integral
Foto: Privat

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