Bildung im Kindergarten wird immer wichtiger
INTEGRAL-Umfrage in Kooperation mit ÖDKH:
Gute Elementarbildung ist Voraussetzung für hohes Bildungsniveau der Gesellschaft
Bildung im Kindergarten für 8 von 10 wichtig
48% halten die Vermittlung von Bildung bereits im Kindergarten für sehr wichtig, weitere 33% für eher wichtig. Damit schreiben über 80% der Bevölkerung der Elementarbildung eine hohe Relevanz zu. Frauen halten Bildung im Kindergarten für wichtiger als Männer; in den östlichen Bundesländern ist deren Bedeutung höher als im Westen des Landes. Zudem ist der Stellenwert von Elementarbildung in größeren Städten höher als in kleinen Orten. Der erste „Tag der Elementarbildung“ vor einem Jahr scheint die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert zu haben: Deutlich mehr Befragte halten Bildung bereits im Kindergarten für sehr wichtig (48% vs. 39% vor einem Jahr).
Sprachförderung, Kleingruppen und Emotionen sind großgeschrieben
Mit Elementarbildung wird in erster Linie die Förderung der sprachlichen Entwicklung verbunden: zwei Drittel halten das für sehr relevant; Vermittlung mathematischer Fähigkeiten wird hingegen nur von jedem siebenten Befragten für wichtig erachtet. Neben der Förderung der kognitiv-intellektuellen Fähigkeiten erwarten sich die Befragten auch, dass der Kindergarten die emotionalen Fähigkeiten der Kinder fördert und dass Kinder im Kindergarten eine emotionale Beziehung zu ihrer Bezugsperson entwickeln. 41% stimmen hier sehr, weitere 52% eher zu. Insbesondere Höhergebildete unterstützen diese Aussage. Um die Jüngsten in jeder Hinsicht gut fördern zu können, sind sich die Befragten auch stark einig, dass Gruppen im Kindergarten klein gehalten werden sollten, d.h. maximal 15 Kinder pro Gruppe. 57% stimmen dieser Aussage sehr zu, weitere 35% stimmen eher zu. Frauen und Personen über 50 finden Kleingruppen besonders wichtig. Gespalten ist die Bevölkerung hingegen bei der Frage, ob Kinder von heute besser gebildet sind als vor 30 Jahren. 52% stimmen sehr oder eher zu, 48% lehnen sehr oder eher ab. Besonders überzeugt von der guten Bildung der heutigen Kinder sind Personen unter 30.
Gesellschaft profitiert von guter Elementarbildung
Nach Ansicht der Befragten profitiert die Gesellschaft in hohem Ausmaß von guter Elementarbildung: Am stärksten (64% Zustimmung) wirkt sich das auf das generelle Bildungsniveau aus. Fast ebenso viele Personen (58%) sind der Ansicht, dass erfolgreiche Elementarbildung auf die Sozialkompetenz zukünftiger Generationen einzahlt. Die Hälfte schließlich erwartet sich positive Effekte auf Integration und Chancengleichheit. „Das zeigt sehr deutlich, dass die Bevölkerung die Bedeutung einer fundierten Elementarpädagogik und deren positive Auswirkung auf die gesamte Gesellschaft mittlerweile erkannt hat.“, so Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von INTEGRAL. Raphaela Keller, Vorsitzende des ÖDKH, ergänzt: „Diese Studie bestätigt das Engagement des ÖDKH um viel mehr Bewusstmachung in der Gesellschaft über diese so wichtigen jungen Jahre der Kinder für einen nachhaltigen Bildungsweg. Bei der Bevölkerung ist der Mehrwert der Elementarbildung in den Elementaren Bildungseinrichtungen sowie nötiger Rahmenbedingungen offensichtlich gut angekommen. Daher stellt sich leider weiterhin die Frage, wann dieses Wissen bei Entscheidungstragenden ankommt und entsprechend der Erkenntnisse von Wissenschaft und Praxis investiert wird.“
Der ÖDKH fordert daher weiterhin massive Reformen im Elementaren Bildungsbereich
Diese betreffen ganz Österreich! Junge Kinder sind lernbereit, neugierig und entwickeln sich vor allem in den ersten Jahren rasant. Um diese Chancen nützen zu können, brauchen ALLE Beteiligten in Elementaren Bildungseinrichtungen Bedingungen, die eine effektive Bildungsarbeit fördern anstatt zu behindern.
Auch diese ÖDKH-Forderungen gelten seit vielen Jahren:
- 15 Kinder mit zwei anwesenden PädagogInnen
- 4m2 pro Person im Gruppenraum
- 20% der Arbeitszeit für Vor- und Nachbereitungen
- Österreichweite Qualifikationen für LeiterInnen und assistierende MitarbeiterInnen
Dies sind Ergebnisse aus dem INTEGRAL Onlinebus. Im November und Dezember 2018 wurden 1.000 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren zu diesem Thema befragt.
Über INTEGRAL
INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und Empfehlungen. In Kooperation mit dem Heidelberger Sinus-Institut, dessen Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu® Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.
Über den ÖDKH
Der ÖDKH ist die bundesweite, überparteiliche, überkonfessionelle und trägerInnenunabhängige Vertretung von Pädagoginnen und Pädagogen in elementaren bis zu sekundären Bildungseinrichtungen* und somit die kompetente Stimme für bildungspolitische Angelegenheiten. Die Mitglieder des ÖDKH agieren ehrenamtlich. Der ÖDKH hat den Tag der Elementarbildung ausgerufen und die vorliegende Studie initiiert. JEDE Unterstützung hilft bei unserem Engagement!