Matura: Die aktuellen, hohen Abschlussquoten erhöhen den Druck auf die Einzelnen
Schülerhilfe Österreich zur bevorstehenden Matura
Heute startet für mehr als 41.000 Schüler:innen, die Matura. Obwohl die Anzahl der positiv abgeschlossenen Reifeprüfungen wieder leicht sinkt, liegt sie doch bedeutend höher als vor Corona. Haben 2019 im Durchschnitt bis zu drei Schüler:innen pro Klasse die Matura beim ersten Versuch nicht bestanden, sind es jetzt nur rund die Hälfte. Das klingt zwar erfreulich, doch dadurch steigt der Druck, nicht als Einzige:r in der Klasse durchzufallen.
Markus Kalina ist Regionalleiter der Schülerhilfe, des führenden Nachhilfeanbieters Österreichs, und bringt den erhöhten Druck auf den Punkt: „Es kommen seit Corona deutlich mehr Schüler:innen beim ersten Anlauf durch. Das macht zusätzlich Druck, denn niemand will durch die Matura fallen. Doch der Gedanke, als Einziger in der Klasse durchzufallen, ist noch schlimmer“, so Kalina. Die negative Matura-Abschlussquote lag bis 2019 konstant zwischen 12 und 13 Prozent, das waren pro Klasse mit 25 Schüler:innen ca. 3 Betroffene. Derzeit ist es pro Klasse nur noch eine Person, maximal eine zweite (1,675). Das erhöht die Gefahr der Stigmatisierung und den persönlichen Druck auf die Einzelnen. „Leider zeigen die aktuellen PISA-Zahlen, dass die Kluft zwischen der leistungsstarken und -schwachen Gruppe weiter auseinanderdriftet, nicht zuletzt aus sozioökonomischen Gründen*“, so der Nachhilfe-Experte. „Da ist es besonders wichtig, frühzeitig und langfristig zu unterstützen. Lernen ist kein punktuelles Ereignis, sondern ein Prozess. Dieser braucht Zeit. Die besten Chancen haben daher jene, die genügend Zeit einplanen und sich rechtzeitig Unterstützung suchen.“ Gerade Eltern, die im Maturajahr bei ihren Kindern Schwierigkeiten bemerken, können hier effektiv unterstützen.
Beim Lernen unter Gleichgesinnten
Dem Druck, den Anschluss zu verlieren, wird bei der Schülerhilfe durch individuellen Einzelunterricht in Kleingruppen entgegengewirkt, der seit Jahrzehnten zum Goldstandard der Nachhilfe gehört. „Wir haben die besten Erfahrungen mit diesem Format, weil es für die Schüler:innen eine wichtige Erfahrung ist, dass auch andere ‚im selben Boot sitzen‘“, weiß Kalina. „Es ist halt beim einen eher das ‚Mathematik-Boot’ und bei der anderen eher das ‚Deutsch‘- oder ‚Latein‘-Boot, aber die Bearbeitung der individuellen Defizite mit und neben Gleichgesinnten hat einen positiven Effekt auf das Maturaergebnis“, so Kalina.
3 Tipps für das Maturajahr vom Nachhilfe-Profi:
- Ordnung schaffen. Struktur ist immer wichtig, aber gerade im letzten Semester gilt es, bewusst für Durchblick zu sorgen: In welchen Fächern wird maturiert? Welche Kategorien und Unterkategorien lassen sich für diese Fächer festlegen? Wer kann dabei helfen, sich Überblick über den „Stoff“ zu verschaffen? Aus den Kategorien können dann einfache Checklisten erstellt werden – so sehen Schüler:innen leichter, welche Themen sie beherrschen und wo sie Unterstützung brauchen.
- Abfragen lassen: Es ist hilfreich, Eltern, Freund:innen oder ältere Geschwister als Lern-Buddies zu engagieren und sich abfragen zu lassen. Dadurch bleiben Schüler:innen mit den Herausforderungen nicht allein und gleichzeitig erkennen Außenstehende oft leichter, wo es Verständnisfragen und Wissenslücken gibt.
- Unsicherheiten rechtzeitig ansprechen. Wenn das Maturaergebnis nicht so ausgefallen ist wie erhofft, geht es darum, aktiv zu werden und professionelle Nachhilfe in Anspruch zu nehmen. Das optimale Intervall um Lernrückstände im Maturajahr aufzuholen, ist 2x pro Woche!
* Der Kompetenzunterschied zwischen Schüler:innen mit niedrigem Sozialstatus und Schüler:innen mit hohem Sozialstatus ist laut aktueller PISA-Studie in kaum einem anderen Land höher als in Österreich und deutlich über dem EU-Schnitt.
https://www.iqs.gv.at/pisa-2022