Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens an 49 Schulen in ganz Österreich
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Nachhaltigkeit punktet an österreichischen Schulen
Bildungseinrichtungen, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert werden, stehen für nachhaltiges Wirtschaften und umweltbewusstes Handeln. Das Gütesiegel schafft Strukturen, um Umwelt, Gesundheit und Bildungsqualität bestmöglich in den Schulalltag zu integrieren. Die Anzahl der Schulen, die die Voraussetzungen erfüllen, steigt ständig. Am 18. September nahmen 34 von insgesamt 49 Bildungseinrichtungen an der Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens im Bundesministerium für Klimaschutz teil. Die Urkunden wurden von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Bildungsminister Martin Polaschek überreicht.
Die nachhaltigen Maßnahmen, die von den Bildungseinrichtungen gesetzt werden, orientieren sich alle an der Richtlinie UZ 301 des Österreichischen Umweltzeichens. Innerhalb dieses Rahmens gibt es aber vielfältige und kreative Wege der Umsetzung, die auch bis in die Schulklassen reichen und auf spielerische Weise den bewussten Umgang mit Nachhaltigkeit vermitteln.
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler zur Verleihung: „Eine gute Ausbildung von Schülerinnen und Schülern ist die beste Versicherung für unsere gemeinsame Zukunft. Dazu gehört natürlich auch das Wissen über unseren Planeten, unsere Umwelt und unser Klima. Es ist eine schöne Entwicklung, dass fachübergreifende Projekte zu Klima- und Umweltschutz immer häufiger im Lehrplan integriert werden. Und es ist natürlich auch gut und wichtig, dass die Schulen selbst Vorbild sind und vorangehen: Beim Energiesparen genauso wie bei der nachhaltigen Beschaffung.“
Auch Bildungsminister Martin Polaschek zeigt sich beeindruckt vom Engagement, das die Direktoren, Lehrkräfte aber auch Schüler:innen selbst in den Bildungseinrichtungen zum Thema Umweltschutz leisten: „Mein Ziel ist es, den Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsgedanken im gesamten Bildungsbereich noch stärker zu verankern. Dabei haben wir einerseits mit unserem Programm ‚Energie:bewusst‘ zahlreiche Initiativen zur Sensibilisierung für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ins Leben rufen können. Andererseits prüfen wir auch an den Schulen und im Schulbau, wo wir noch energieeffizienter und nachhaltiger arbeiten können. Das Umweltzeichen ist hier eine bereits bestehende wichtige Initiative, um besonders nachhaltige Schulen auszuzeichnen. Ich danke allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften für ihr Engagement und ihre kreativen Ideen.“
Vorbildliche Schulprojekte
An der Mittelschule GTS St. Martin-Traun in Oberösterreich wird ein großes Augenmerk auf Gesundheit und Wohlbefinden gelegt. Im GTS-Bereich „Freizeit“ wird auf einem großzügig gestalteten Gelände für viel Bewegung und Ausgleich gesorgt. Zu den Projekten, die unter anderem durch das Umweltzeichen-Team festgelegt und im schulautonomen Lehrplan impliziert werden, zählen unter anderem die Themen Kreislauf des Wassers, Müll im Meer, Faire Produkte, Verpackung der Produkte, Energiegewinnung und die Luftqualität im Klassenraum.
In Salzburg trägt die HBLW–Saalfelden das Österreichische Umweltzeichen schon seit 2003 und kann sich nun über weitere vier Jahre als „Umweltzeichen-Schule“ freuen. Das Umweltzeichen-Team an der HBLW besteht aus sehr vielen engagierten Lehrpersonen, dem Verwaltungspersonal und motivierten umweltberatenden Schüler:innen, die sich gemeinsam um die Integration des Umweltzeichens in den Schulalltag bemühen. In den letzten Jahren wurde die Neugestaltung des Außenbereichs in Angriff genommen. So wurden vor der Schule neue Sitzmöglichkeiten, ein schöner Kräutergarten, eine Biodiversitätsfläche und ein Insektenhotel errichtet. Zahlreiche Schülerprojekte in Kooperation mit dem Nationalpark Hohe Tauern, dem Klimabündnis Saalachtal und der Salzburg AG runden das Nachhaltigkeits-Engagement der Schule ab.
Ein wichtiges Bildungsziel der steirischen Volksschule Gleisdorf, die ebenfalls ausgezeichnet wurde, ist das bewusste und achtsame Erleben und Wahrnehmen der Umwelt mit allen Sinnen. Besonderer Wert wird auf die Erziehung und Bewusstseinsbildung gelegt. Tägliche Müllkontrollen, Gesunde Jause und zahlreiche Projekte zum Umweltschutz wie Energie- oder Landwirtschaftsprojekte machen die Volksschule zu einer Vorzeigeschule beim Thema Nachhaltigkeit. Dazu zählt auch noch der Pedibus und ein umfassendes Radfahrprojekt, welches jährlich mit allen Schulstufen durchgeführt wird.
In Wien verfügt die UNESCO-Schule GRG 21 F26 über einen Schulgarten, der jedes Jahr von den Schüler:innen umfassend betreut wird, vom Anbau bis zur Ernte. Der Schulgarten wird von den verschiedensten Fächern für den Unterricht genutzt und dient der Veranschaulichung von Umweltthemen. Zusätzlich sind die Bereiche Nachhaltigkeit und Gesundheitsförderung fest in den Projekttagen der Unterstufenklassen verankert. Darüber hinaus finden in den ersten Klassen spielerische Workshops zur Mülltrennung statt.
Auch im westlichsten Bundesland Vorarlberg wird Nachhaltigkeit in Schulen großgeschrieben. So zum Beispiel im Bundesgymnasium Bregenz Blumenstraße. Mit der Aktionswoche Road to Paris hat sich das BG Blumenstraße auf den Weg gemacht, um die im Pariser Klimaabkommen beschlossenen Ziele zu erreichen: Die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad Celsius sowie die Halbierung des CO2-Ausstoßes. Maturant:innen untersuchten, wie stark sich die Bereiche Ernährung, Mobilität, Strom und Wärme auf den CO2-Fußabdruck der Schule auswirken. Das Resultat: Emissionen von rund 500 Tonnen CO2. Ein starkes Ergebnis für den Aufruf zu mehr Nachhaltigkeit.