Wissenschaftliches Arbeiten – was Studierende oft nicht wissen…

Wissenschaftliches Arbeiten – was Studierende oft nicht wissen…

Foto: “Sarah Vaclav” / Fotocredit: © Gerhard Huber

[Werbung]*Unbezahlt*Wien, am 31.08.2023

5 Fehler beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten und wie man sie vermeidet

 

Nicht nur das neue Schuljahr startet in Kürze, auch an den Universitäten und Fachhochschulen nimmt der Betrieb in den kommenden Wochen wieder Fahrt auf. Das bedeutet für Studierende, wissenschaftliche Arbeiten auf Hochschul-Niveau liefern zu müssen. Für viele von ihnen ist diese Anforderung mit Ängsten und Sorgen verbunden. Dabei würden Student:innen am besten fahren, wenn sie mit entdeckerischer Freude ans Werk gehen, meint Sarah Vaclav, die Buchautorin zum Thema wissenschaftliches Arbeiten ist und Studierende coacht. Sie hat fünf Fehler ausgemacht, die beim Schreiben häufig unterlaufen und erklärt, wie diese nicht passieren.

 

In Österreich gibt es knapp 400.000 Studierende – und auch in diesem Herbst betreten einige wieder zum ersten Mal eine Universität oder Fachhochschule, um ihr Studium zu beginnen. Die Umstellung auf die Hochschule fällt nicht allen Maturant:innen leicht und es ist naheliegend, über potenzielle Hürden nachzudenken. Buchautorin und Schreibcoach Sarah Vaclav rät dazu, sich aber auch bewusst über die Entscheidung für ein bestimmtes Studium und die damit verbundenen Herausforderungen zu freuen: „Ein Studium inkludiert immer ein breites Themenspektrum und man muss bereit sein, auch die einzelnen Puzzleteile zu studieren, um für sich selbst im Laufe der Zeit herauszufinden, mit welchem der Teile man sich später im Beruf beschäftigen möchte.“ Eine dieser Herausforderungen sind wissenschaftliche Arbeiten. Die Expertin erklärt, wieso sich viele Student:innen dabei so schwer tun.

 

Fehler 1: Von Beginn an kein klarer Plan

Viele Studierende würden das Thema ihrer Arbeit nicht richtig durchdenken, so Vaclav, und deshalb mangle es an der nötigen Präzision beim wissenschaftlichen Schreiben. „Es ist wichtig, sich über den Ausgangspunkt, das Erkenntnisinteresse sowie Ziel und Umfang der Arbeit absolut im Klaren zu sein“, betont die Buchautorin. Sie stellt fest, dass viel zu oft einfach mit dem Schreiben begonnen wird, ohne all das schlüssig zu planen, was dazu führt, dass sich Studierende im Thema verlieren und die Arbeiten einen roten Faden sowie Stringenz vermissen lassen. „Das ist so, als würde man mit dem Auto losfahren, ohne zu wissen wohin, warum und auf welcher Route“, bringt Vaclav einen plastischen Vergleich.

 

Fehler 2: Falsches Lesen

Abhängig vom Ziel sollten Ausgangstexte beziehungsweise Quellen unterschiedlich gelesen und gefiltert werden – ein Umstand, der vielen Studierenden nicht bekannt ist, so die Expertin: „Für Student:innen ist es essenziell zu lernen, wie sie unterschiedlich lesen, was sie jeweils hervorheben und beachten müssen, um die an sie gestellte Aufgabe bestmöglich erfüllen zu können.“ Denn wer eine Zusammenfassung schreiben muss, sollte anders vorgehen als wenn ein Thesenpapier oder Essay gefragt ist oder ein Teil der Bachelorarbeit ansteht. So kommt es bei einer Zusammenfassung darauf an, sehr komprimiert aber ganzheitlich zu vermitteln, worum es vom Anfang bis zum Ende geht, während es beim Thesenpapier gefragt, ist, die Thesen des Autors innerhalb des Textes aufzuspüren. „Für das Essay, das meist viel eigene Meinung beinhaltet, sucht man wiederum nach möglichst spannenden und aussagekräftigen Zitaten, um verschiedene Inhalte mit der eigenen These als Verfasser des Essays kombinieren zu können. Alles andere kann man nicht in ein Essay einbauen“, gibt Vaclav zu bedenken. Für die Bachelorarbeit erachtet es die Expertin als unerlässlich, aus vielen Quellen relevante Inhalte aufzuspüren und zu erkennen, an welcher Stelle welche Informationen sinnvoll miteinander vernetzt werden sollten, damit der Aufbau nicht nur schlüssig, sondern die wissenschaftliche Arbeit auch spannend und flüssig zu lesen ist.

 

Fehler 3: Fehlendes Wissen rund um Plagiate

Viele Studierende plagiieren nicht mit bösem Vorsatz, sondern deshalb, weil sie zu wenig über das korrekte Paraphrasieren wissen. „Ihnen ist zwar klar, was ein direktes Zitat ist, aber was es bedeutet, einem Text eine Idee zu entnehmen, wie nah man dabei am Text bleiben und wie weit man sich entfernen muss, ist oft nicht ausreichend bewusst“, erklärt Vaclav. Dies sei ein schmaler Grat, es sei aber unerlässlich, die Nuancen zu kennen und zu verstehen, um nicht die gesamte Uni-Karriere über Angst vor dem Plagiieren zu haben und womöglich in die Falle zu tappen.

 

Fehler 4: Schlechtes Zeitmanagement

Immer wieder stellt Vaclav fest, dass Studierende entweder viel zu wenig, oder aber auch viel zu viel Zeit für ihre Arbeiten beziehungsweise deren Teilstücke einplanen – und beides ist für eine gelungene, wissenschaftliche Arbeit nicht förderlich. „Fünf Tage für ein Essay sind zu lange, man plant ja auch nicht vier Tage ein, um ein Gericht zu kochen“, bemüht die Expertin neuerlich einen Vergleich aus dem täglichen Leben. „Die besten Arbeiten entstehen meiner Erfahrung nach dann, wenn Studierende dranbleiben und eine sinnvolle, realistische Zeiteinteilung haben. Das heißt zum Beispiel, die Einleitung an einem Tag zu schreiben und sich für ein Kapitel ein paar Tage Zeit zu geben. Der Schreib- und Denkfluss sollte dabei so selten wie möglich unterbrochen werden“, gibt Vaclav Studierenden mit auf den Weg.

 

Fehler 5: Falsches Mindset

Abschließend appelliert Vaclav an die Kraft der eigenen Gedanken und das richtige Mindset. Oft würden Studenten von verschiedenen Seiten hören, dass Dinge mühsam, langweilig oder sehr zeitaufwendig sind. „Wer die Aufgaben mit Leichtigkeit, Freude und Spaß angeht, wächst mit seinen Herausforderungen, findet Gefallen daran und ist letztlich effizienter und schneller“, ist Vaclav überzeugt und plädiert dafür, nicht alles zu glauben, was man irgendwo über den „Mythos“ wissenschaftliches Arbeiten aufschnappt. Gleichzeitig ist es natürlich unerlässlich, die Regeln und Vorgaben der jeweiligen Hochschule zu kennen. „Letztlich geht es darum zu merken, wie viel Potenzial die Studienzeit hat und das Maximum herauszuholen“, findet Buchautorin und Coach Vaclav.

 

 

Über Sarah Vaclav

Buchautorin und Schreibcoach Sarah Vaclav wurde im Jahr 1990 in Niederösterreich geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Tanzen und professionalisierte diese mit einem Diplom in Film und Theater an der Schauspielschule Wien.

Ebenso in Wien absolvierte sie ein Psychologiestudium, im Zuge dessen sie kriminalpsychologische Erfahrungen sammelte. Den Fokus legte Sarah dann aber auf das wissenschaftliche Arbeiten und die Psychologie dahinter. Mittlerweile hat sie ein Buch, „Mythos wissenschaftliches Schreiben“, dazu veröffentlicht, mit dem sie unter anderem Studenten unterstützt. Zudem arbeitet sie als Coach und Mentaltrainerin und hilft beispielsweise Personen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen, aber auch Drehbuch- und Romanautoren dabei, ihr eigenes Potenzial zu entdecken.

 

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