INTEGRAL-Studie zum Weltfrauentag am 8. März 2020

INTEGRAL-Studie zum Weltfrauentag am 8. März 2020

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Frauen sehen Gleichberechtigung der Geschlechter deutlich weniger verwirklicht als Männer

#MeToo,  Time‘s  Up,  Gender  Pay  Gap     nicht  zuletzt  durch  diese Bewegungen   und   Themen   erfährt   die   Gleichstellung   der   Geschlechter   wieder   mehr Aufmerksamkeit. Doch wie beurteilt die Bevölkerung aktuell die Gleichstellung zwischen Frau und Mann in Beruf, Politik oder im Privaten? Wie hat sich die Gesellschaft in den letzten zehn Jahren  in  dieser  Hinsicht  entwickelt?  Und:  Wie  stehen  wir  zu  einer  Frauenquote  für Führungspositionen in der Wirtschaft? Diesen und weiteren Fragen ist INTEGRAL anlässlich des Weltfrauentags am 8.März in einer Online-Studie nachgegangen.

 

Männer genießen in der Gesellschaft mehr Vorteile

Am  8.  März  wird  der  Internationale  Frauentag  gefeiert.  Der  Tag  macht  auf  die  Themen Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass dieser Tag immer noch seine Berechtigung hat. Denn knapp die Hälfte der Befragten (48%) sagt, dass generell eher Männer in der Gesellschaft Vorteile genießen. Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer Einschätzung deutlich: Während 55% der Frauen finden, dass Männer mehr Vorteile genießen, sind nur ca. vier von zehn Männern (41 %) dieser Meinung. Nur eine Minderheit von 13% ist der Meinung, dass Frauen generell mehr Vorteile genießen.

 

Trotz Verbesserung noch Luft nach oben

Alles in allem sehen die Befragten die Gleichstellung zwischen Mann und Frau durchschnittlich zu 43% verwirklicht (Männer: 48% vs. Frauen: 38%). Die Bevölkerung erkennt jedoch einen Wandel: So ist die Mehrheit (68%) der Meinung, dass sich die Gleichstellung der Frau in der österreichischen Gesellschaft in den letzten zehn Jahren eher verbessert hat. Das sagen 74% der Männer und 61% der Frauen.  Martin Mayr, Mitglied der INTEGRAL-Geschäftsleitung sagt dazu: „Der gesellschaftliche Wandel hinsichtlich der Gleichstellung wird nicht nur zwischen den Geschlechtern sehr unterschiedlich wahrgenommen. Wir sehen auch deutliche Unterschiede nach Bildungsgrad: Höher Gebildete sehen den Status Quo kritischer als Personen mit niedriger oder mittlerer Bildung, sie nehmen aber auch stärker die positive Entwicklung der Gleichstellung wahr.“

 

Frauen im Privaten, in Politik und Medien gleichgestellt, nicht aber im Beruf

Inwiefern unterscheidet sich aber die wahrgenommene Gleichstellung von Frau und Mann in verschiedenen  Lebensbereichen?  70%  sehen  eine  Gleichstellung  beider  Geschlechter  im privaten Umfeld, ein Viertel (27%) tut dies nicht. Dabei sind 77% der Männer der Ansicht, dass Frauen  und  Männer  im  Privaten  gleichgestellt  sind  (vs.  64%  der  Frauen).  Die  Hälfte  der Befragten (54%) ist der Meinung, dass in der Politik eine Gleichstellung zwischen Frauen und Männern besteht. Ähnlich  sieht es im medialen  Umfeld aus: 54% finden, dass Frauen und Männer in den Medien als gleichwertig dargestellt werden.  Anders stellen sich die Umfrageergebnisse jedoch im Beruflichen dar: Über zwei Drittel (70%) der Befragten geben an, dass Frauen und Männer im beruflichen Umfeld nicht gleichberechtigt sind. Frauen lehnen die Aussage, dass die Geschlechter im Beruf gleichgestellt sind, mit 79% deutlich stärker ab als Männer (Männer: 60%). Generell zeigen die Daten, dass Männer die Gleichstellung  im  privaten,  politischen,  medialen  sowie  beruflichen  Umfeld  stets  positiver bewerten als Frauen.

 

Frauenquote für Führungspositionen überzeugt nur knapp die Hälfte

Die  Antwort  auf  die  Frage,  ob  für  Führungspositionen  in  der  Wirtschaft  eine  Frauenquote existieren solle, fällt verhalten aus: 44% befürworten diese, 54% lehnen sie ab. Beim Blick auf die  Geschlechter  sind  die  Meinungen  jedoch  eindeutiger:  33%  der  Männer,  aber  59%  der Frauen sind für eine Frauenquote. Mit höherer Bildung sinkt die Forderung nach einer solchen.

 

Fakten statt Mythen: Frauenquote im Nationalrat wird unterschätzt Hinsichtlich der Frauenquote im Nationalrat ist Österreich deutlich besser als sein  Ruf: Die Befragten schätzen den Frauenanteil lediglich auf 23%. Fakt ist jedoch: Dieser Wert wurde bereits im Jahr 1996 überschritten. Aktuell besteht der Nationalrat zu 39% aus Frauen.

 

Höhere Bedeutung des Weltfrauentages in Deutschland

58% der Befragten haben bereits vom Weltfrauentag gehört. Gut die Hälfte (52%) findet es wichtig,  dass  es  den  Internationalen  Frauentag  gibt,  um  sich  für  Gleichberechtigung  und Gleichstellung  der  Geschlechter  stark  zu  machen.  In  Deutschland  finden  sogar  60%  diesen Aktionstag  wichtig.  Das  hat  der  deutsche  Partner  von  INTEGRAL,  das  Heidelberger  SINUS- Institut, in Kooperation mit YouGov herausgefunden. Berlin hat 2018 den Frauentag zum Feiertag erklärt. Ein österreichisches Pendant ruft geringes Interesse hervor: Nur 16% sind der Meinung, dass dieser Tag auch in Österreich ein gesetzlicher Feiertag werden sollte. Die Deutschen fordern hingegen zu 43%, dass dieser Tag im gesamten Land zum Feiertag erklärt wird.

 

 

Dies sind  Ergebnisse aus der  INTEGRAL-Eigenforschung. Im Rahmen  einer  Online-Befragung wurden  im  Februar  2020  501  Personen  repräsentativ  für  die  österreichische  Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

 

Über INTEGRAL


INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und  Empfehlungen.  In  Kooperation  mit  dem  Heidelberger  SINUS-Institut,  dessen  Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu® Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.

 

www.integral.co.at

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