FairPlusService – Förderprojekt für Unternehmen und Frauen feiert erfolgreichen Abschluss
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Erfolgreicher Projektabschluss im Hilton Garden Inn:
„FairPlusService Forum“ mit spannenden Keynotes & Workshops
Mehr als 100 Teilnehmer*innen (in Präsenz und Online) nahmen an der Abschlussveranstaltung des Projektes FairPlusService teil. Das Förderprojekt, das vom Europäischen Sozialfond (ESF) und dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft gefördert wurde, hatte zum Ziel Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Mitarbeiterinnen mit geringen Formalqualifikationen zu unterstützen (Unternehmensberatung und Mitarbeiterinnen-Coaching).
Ein Projekt, dass sich vor allem durch Corona in den sogenannten Niederlohnbranchen besonders bewährt hat, da diese auch stark vom Fachkräftemangel betroffen sind. Gleichstellung und Weiterbildung sind für Unternehmen enorm wichtig, um zukunftsfähig zu bleiben.
Bei der Veranstaltung wurden best practice Beispiele vorgestellt, das Projekt in Zahlen Daten und Fakten analysiert und aufgezeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um Unternehmen und Frauen in diesen herausfordernden Zeiten bestmöglich zu unterstützen. Der FairPlus-Ansatz setzt bei Unternehmen und bei Frauen an und wirkt, das hat das Projekt jedenfalls gezeigt.
Gleichstellung & Weiterbildung als Chance.Lösung.Auftrag
Ganz im Zeichen der Chancengleichheit stand die Abschlussveranstaltung des ESF-Projekts FairPlusService, zu der Unternehmer*innen, Frauen und Stakeholder*innen in das Hilton Garden Inn, Wiener Neustadt, am 2. Februar geladen waren. Unter dem Titel „FairPlusService Forum“ wurden nicht nur die Projektergebnisse der letzten drei Jahre präsentiert, sondern auch zukunftsweisende Erkenntnisse und innovative Workshops vorgestellt, die viel Anklang fanden.
Wer qualifiziert, gewinnt!
FairPlusService – hochwertige Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Gleichstellung und Höherqualifikation, dazu maßgeschneiderte Coachings für Mitarbeiterinnen im Niedriglohnsektor – wird vom Europäischen Sozialfonds und dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft finanziert. Von diesem Angebot konnten seit 2020 österreichweit und kostenfrei 61 Unternehmen profitieren. Der Unterstützungsbedarf sei gerade während der Coronakrise hoch gewesen, wie Mag.a Bibiana Klingseisen (Leiterin der ESF-Verwaltungsbehörde, Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft) betonte: „Die Konsequenzen der Pandemie sollten keinen Rückschritt für Frauen am Arbeitsmarkt bedeuten. Wir wollten mit dem ESF einen Beitrag zur Gleichstellung leisten und freuen uns sehr, dass FairPlusService genau hier angesetzt hat.“
Weitere Keynotes der FairPlusService-Projektpartner*innen abz*austria und ÖSB-Consulting:
„Durch die Mitarbeiterinnen-Coachings im Zuge des Projekts wurden Frauen mit geringer Qualifikation gestärkt und empowert, ihre Potenziale zu erkennen, Weiterbildungen zu absolvieren und ihre Erwerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt zu verbessern.“ (Mag.a Manuela Vollmann, GF ABZ*AUSTRIA). „FairPlusService unterstützte Betriebe dabei, Weiterbildungsstrategien zu entwickeln. Mitarbeiterinnen profitierten von Schulungen, nachgeholten Bildungsabschlüssen und Aufstieg;
Unternehmen von Teambuilding, besserer Kommunikation, stärkerer Firmenbindung und mehr Fachwissen – bis hin zu neuen Fachkräften. Weiterbildungsstrategie und Gleichstellung sind Zukunftsfaktoren!“ (Mag. Rudolf Götz, ÖSB-Consulting).
Kernbotschaften und Best-practices
Zu den teilnehmenden Unternehmen mit dem Wunsch nach mehr Gleichstellung, hätten vor allem Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) mit bis zu 50 Mitarbeiter*innen (90 Prozent) gezählt – so eine wichtige Erkenntnis des Projekts. Im Lauf der Veranstaltung wurde weiters betont, dass 89 Prozent der beratenen Firmen bis dato noch keine Gleichstellungs- und Weiterbildungsstrategien entwickelt hätten (sieht man von der obligatorisch gendergerechten Stellenausschreibung ab). Der Beratungsbedarf war also durchaus gegeben.
Die dritte wesentliche Kernbotschaft für das Präsenz- und Online-Publikum war die – mit 86 Prozent – auffallend hohe Teilzeitquote formal geringqualifizierter Frauen: Formal geringqualifizierte Arbeit und niedriges Gehalt sei im Schnitt noch weiblich und werde in Teilzeit ausgeführt – was später sogar in Altersarmut enden könne, so die Erkenntnis.
Dass FairPlusService innerhalb von drei Jahren viel bewirken konnte und auch sehr gut angenommen wurde, zeigten zwei Erfolgsbeispiele aus der Beratungspraxis:
Hilton Garden-Inn: Diversität, ein Mehrwert!
Der Ort des Abschluss-Events war nicht zufällig gewählt, trat doch das Hotel 2021 auch als Projektteilnehmer*in mit einem 4-stündigen Kompakt-Training in Erscheinung. „Fachkommunikation Deutsch“ kam bei fünf Angestellten im Housekeeping sehr gut an. Auffallend dabei war die Diversität des Teams, die dafür sorgte, dass in der Gruppe immer viel Dynamik herrschte. „Diese Diversität ist eine Stärke des ganzen Hotels; die Frauen kamen aus der Slowakei, Nigeria, Georgien, dem Iran und der Türkei. Wir bearbeiteten gemeinsam Schlüsselsituationen und die Kund*innen-kommunikation, weiters auch Wortschatz und Empowerment. Die Frauen machten von der Möglichkeit, ihre Fachkommunikation zu verbessern, tollen Gebrauch!“, zeigte sich Trainer Martin Weinberger (update-training) begeistert.
Casa Marienheim: Frischer Wind im Reinigungskräfte-Team!
Nesija Pejic, MSc, Heim- und Pflegedienstleiterin des Casa Marienheims Baden, hatte sich an FairPlusService gewandt, um den Herausforderungen eines formal geringqualifizierten, diversen Teams besser begegnen zu können. Das Projekt konnte viel Positives bewirken. So wurden Reinigungskräfte und Alltagsbegleiterinnen zur Vernetzung ermutigt – was zu mehr Selbstorganisation in der Dienst- und Urlaubsplanung führte. Im Zuge des Gruppen-Moduls „Empowerment/Kompetenz Plus“ wurden Potenziale sichtbar gemacht, das Selbstbewusstsein gestärkt und die Wichtigkeit ihrer Arbeit hervorgehoben. Schließlich sollten die Reinigungskräfte auch regelmäßig an Besprechungen teilnehmen – als vollwertige Teammitglieder. „Sie haben viel mit Bewohner*innen zu tun, daher sollten sie auch Bescheid wissen.“, begrüßte Nesija Pejic die Neuerung. Kompakt-Trainings wie „Erfolgreich kommunizieren“ erhöhten zudem die Konfliktfähigkeit und trugen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse bei.
Impulsworkshops: Gleichstellung als Zukunfts-Tool
Zu den 5 Impulsworkshops, die großes Publikumsinteresse hervorriefen, zählten: „Chance und Aufgabe der Digitalisierung in Niedriglohnbranchen“ (Mag. Erich Mayr), „Employer Branding: die nachhaltige Arbeitgeber*innen-Kompetenz“ (Mag.a Susanna Kuncic), eine Online-Werkstätte zum Thema „Zukunftsorientierte Weiterbildungsplanung für Mitarbeiterinnen“ (Bettina Taranetz MA, MBA), „Potenziale der Mitarbeiterinnen erkennen und fördern“ (Mag.a Claudia Hauser) sowie ein Workshop zum Thema „Zukunftsfähige Unternehmen brauchen Gleichstellung“ (Mag.a Manuela Vollmann).
Fazit:
Zusammenfassend konnte festgehalten werden: Der innovative FairPlusService-Ansatz von Unternehmensberatung und Mitarbeiterinnen-Coaching hat sich als dreifacher Gewinn erwiesen, von dem alle profitierten: formal geringqualifizierte Frauen von besserer Erwerbsfähigkeit (Employability) und Berufsperspektiven, Unternehmen von vermittelten Weiterbildungsstrategien, um Mitarbeiterinnen für den Aufstieg zu empowern, und nicht zuletzt die Gesellschaft und der Arbeitsmarkt von der Stärkung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie der Ausbildung neuer Fachkräfte in den Betrieben selbst.