Die häufigsten Stolpersteine für KMU und EPU

Die häufigsten Stolpersteine für KMU und EPU

Umfrage der Fachgruppe UBIT Wien

Eine Umfrage unter Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberatern der Fachgruppe UBIT Wien zeichnet ein aufschlussreiches Bild über jene Herausforderungen, mit denen sich EPU und KMU am öftesten konfrontiert sehen: Hohe Marktkonzentration bzw. ein starkes Konkurrenzumfeld sind die am häufigsten genannten Faktoren, während fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how sowie falsche Markteinschätzung zu den größten hausgemachten Problemen der Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer zählen. Als Wachstumsbremsen identifizierten die Befragten vor allem die fehlenden zeitlichen Ressourcen ihrer Klientinnen und Klienten.

Eine von der Wiener Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) im September 2017 durchgeführte Umfrage nahm die Stolpersteine für EPU und KMU in den Fokus. Wie Mag. Martin Puaschitz, Obmann der Wiener Fachgruppe UBIT, betont, zeichnete sich in der Befragung, an der rund 200 Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberater teilnahmen, ein sehr deutlicher Trend ab: „Bei der Frage nach den Top-3-Herausforderungen für Wiener Unternehmen zählte die hohe Marktkonzentration bzw. starke Konkurrenz mit 50,7 Prozent zu den am öftesten genannten Antworten. Dicht gefolgt von unternehmensinternen Fehlentscheidungen, die von 49,7 Prozent der Befragten unter die Top-2 gereiht wurden.“ Mit 40,8 Prozent nimmt der Mangel an Fachpersonal Platz 3 unter den unternehmerischen Problemen ein. Als geringstes Hindernis sehen die Befragten hingegen die schlechte Konjunkturentwicklung im Land, die lediglich von 15,9 Prozent der teilnehmenden Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberater genannt wurde.

Viele Stolpersteine sind hausgemacht

Auch bei der Frage nach den häufigsten Defiziten bzw. am öftesten gemachten Fehlern der Unternehmerinnen und Unternehmer von Wiener EPU und KMU ergab sich ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. So liegen mit 53,2 Prozent das fehlende betriebswirtschaftliche Know-how und mit 52,7 Prozent die falsche Markeinschätzung an der Spitze, dicht gefolgt von unzureichender Vorausplanung bzw. fehlender Vision mit 48,2 Prozent. Die Berufsgruppensprecherin für Unternehmensberatung der Wiener Fachgruppe UBIT, Mag. Claudia M Strohmaier, zieht klare Schlüsse daraus: „Diese Defizite erklären die vorhin genannten Herausforderungen. Der relevante Markt und die herrschenden Marktbedingungen werden nicht angemessen analysiert, was dazu führen kann, dass die Unternehmen die Konkurrenz unterschätzen bzw. sich selbst überschätzen. Und mangelndes betriebswirtschaftliches Know-how erhöht die Gefahr unternehmensinterner Fehlentscheidungen.“ Ein beträchtlicher Teil der großen Stolpersteine für EPU und KMU sind der Expertin zufolge also hausgemacht: „Viele dieser Umstände sind durch professionelle Beratung und Begleitung durch eine Unternehmensberaterin oder einen Unternehmensberater nachhaltig vermeidbar“, ergänzt Strohmaier.

Fehlende Zeitressourcen als Wachstumsbremse

Von welchen Faktoren werden jene Unternehmen, die weiter wachsen möchten, an der Expansion gehindert? Bei dieser Frage gab es einen eindeutigen Spitzenreiter: 64,2 Prozent gaben hier fehlende Zeitressourcen als häufigsten Grund an. Mit deutlichem Abstand folgen geringes Know-how in der Kunden-Akquise (47,2 Prozent) und erst an dritter Stelle das vielbeschworene fehlende Kapital (44,8 Prozent). Hinsichtlich der Expansionspläne ihrer Klientinnen und Klienten gaben 52,6 Prozent der Befragten an, dass ungefähr jedes fünfte Unternehmen im kommenden Jahr einen Ausbau geplant hat. Lediglich 10 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass 80 Prozent ihrer Klientel eine Expansion vornehmen werden. „Vor allem bei EPU ist Zeit äußerst knapp. Um sich hier mehr Handlungsspielraum zu verschaffen, gäbe es aber eine Vielzahl an internen Ansatzpunkten. Zeitaufzeichnungen geben Auskunft, wofür im Unternehmen wertvolle Zeit eingesetzt wird und Prozesse sind hinsichtlich ihrer Effektivität zu durchleuchten. Weiters kann die Unternehmerin und der Unternehmer selber an seiner Fähigkeit zu delegieren, aber auch am persönlichen Zeitmanagement arbeiten“, berichtet Strohmaier aus Erfahrung. Ihr abschließender Tipp: „Externe Einschätzung der Lage kann der Unternehmerin bzw. dem Unternehmer oft die nötige Klarheit darüber bringen, wo die wichtigsten Verbesserungspotenziale liegen.“

Über die Berufsgruppe Unternehmensberatung der Fachgruppe UBIT Wien

Mit rund 21.000 Mitgliedern ist die Wiener Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) die größte Fachgruppe Österreichs und vertritt als Standesvertretung deren Anliegen und Interessen. Die Berufsgruppe Unternehmensberatung besteht aus knapp 7.500 Wiener Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberatern, die umfangreiche Beratungsfelder abdecken und zu den wichtigsten Know-how Lieferanten für die Wiener Wirtschaft gehören. Die Berufsgruppe setzt sich vor allem für ein stärkeres Bewusstsein über die Möglichkeiten und Potenziale professioneller Unternehmensberatung ein. Übergeordnetes Ziel ist es, Wien als attraktiven Standort für wissensbasierte Dienstleistungen zu etablieren.

www.ubit.at/wien

Foto: Mag. Claudia M Strohmaier (Berufsgruppensprecherin Unternehmensberatung der Fachgruppe UBIT Wien)

Fotocredit: © Anja-Lene Melchert

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