Finanzierungstipps für Startups
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Warum viele Startups über die falsche Finanzierung stolpern
Es ist der Traum von vielen: mit einer tollen Idee und einem geeigneten Business-Konzept ein Startup zu gründen, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen und hohe Gewinne einzufahren. Doch um in der wirtschaftlichen Realität bestehen zu können, braucht es neben jeder Menge Selbstdisziplin ausreichendes Startkapital und auch in weiterer Folge die richtigen Schritte. Während für manche die Rechnung voll aufgeht, sich Erfolg einstellt und die Founder womöglich einen Exit landen, bleibt es für andere beim Traum. Neben mangelnder Nachfrage erklärt sich das Scheitern vieler Startups mit Fehlern bei der Finanzierung. Deshalb sollte jeder Gründer genau wissen, in welchen Bereichen sich Geld einsparen lässt. Wo Investitionen allerdings wesentlich sind, erklärt Malte Rau, CEO und Co-Founder des FinTechs Pliant. Er benennt klassische Fehler in der Finanzierung eines Startups und gibt hilfreiche Anregungen für angehende Jungunternehmer.
Die Zahlen klingen durchaus beeindruckend: Nicht weniger als 2.800 Startups wurden seit 2010 in Österreich gegründet, im Vorjahr wurden 1,2 Milliarden Euro in österreichische Jungunternehmen investiert und 10.000 Mitarbeiter:innen haben 2021 in diesem Umfeld einen neuen Job gefunden.[1] Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille. Immer wieder schlittern selbst bereits bekannte Startups in die Pleite. Laut Austrian Startup Monitor 2021 ist jedes vierte zwischen 2010 und 2012 gegründete Business mittlerweile nicht mehr aktiv, die meisten davon aufgrund von Konkurs, Insolvenz oder Auflösung.[2] Wirtschaftliche Diskrepanzen, wie die Fehleinschätzung der Höhe des Kapitalbedarfs bei der Umsetzung der Geschäftsidee, sind nach wie vor einer der Hauptgründe für das Scheitern von jungen Unternehmen, wie eine Studie zeigt[3]. Sie haben oft Liquiditätsengpässe zur Folge, welche nicht selten direkt in die Insolvenz führen. Doch auch wenn Startup-Finanzen nicht richtig verwaltet werden, kann dies den geschäftlichen Niedergang bedeuten.
Fatale Fehler in der Finanzierung
Unabhängig von der jeweiligen Branche ist es ab einem bestimmten Punkt schwierig, das gegründete Unternehmen aus eigenem Kapital zu finanzieren. „Gründer, die dringend einen Kredit benötigen, sollten nicht beim erstbesten Angebot zuschlagen, sondern die einzelnen Kreditmöglichkeiten miteinander vergleichen“, erklärt Malte Rau, CEO und CO-Founder von Pliant. Hier wäre es definitiv falsch Kompromisse einzugehen. Wer einen Kredit aufnimmt, muss sich nicht nur auf die Auszahlung der Summe verlassen, sondern natürlich auch die einzelnen Raten bedienen können. „Stellen Sie ein klares Budget auf, das auch die Gehälter einschließt, da es sonst aus dem Ruder läuft“, fügt Rau hinzu. Auch das Sparen an den falschen Enden ist ein Fehler, den viele Gründer machen. Es mag zwar in der Natur der Sache liegen, dass man bei der Erstellung des Businessplans die potenziellen Ausgaben möglichst weit herunterschraubt und optimistische Ziele bei den Einkünften angibt. Wenn jedoch beispielsweise ein auf Software für B2B-Kunden spezialisiertes Unternehmen beim Thema Sicherheit und Support spart, würden Business Angels – also Personen, die sich finanziell am Unternehmen beteiligen und ihr Knowhow weitergeben – stutzig werden und die Lage durchschauen. „Anleger möchten nicht, dass Gründer wenig Geld investieren, sondern dass
Startups ihr Geld smart und an der richtigen Stelle einsetzen“, mahnt der Co-Founder. Darüber hinaus empfiehlt Rau die Nachverfolgung der Ausgaben von Beginn an so transparent und einfach wie möglich zu gestalten, um die Spesen ganzheitlich überblicken zu können. So bieten vor allem digitale Produkte für Ausgaben-Controlling den Vorteil, dass Kosten schnell per App eingelesen werden können und im Anschluss besser nachzuvollziehen sind.
Mit Fachwissen vor Investoren glänzen
Intelligente Finanzierungspläne sind das Gebot der Stunde. Angehende Founder, die sich einer Finanzierung durch Investoren sicher sein wollen, sollten unbedingt mit Expertise glänzen – ganz egal ob bei den Finanzen, Steuern, beim Management oder mit Detailwissen. „Hier ist es essenziell, sich mit der Materie auszukennen, da ein Unternehmen zu führen viel Geschick erfordert – neben der Produktidee sollte Kompetenz in diesen Bereichen im Fokus stehen“, so der Pliant-CEO, dessen Unternehmen virtuelle Firmenkreditkartenlösungen anbietet. Zudem spielt die passende Rechtsform eine entscheidende Rolle. Viele Jungunternehmer neigen dazu, ihr Unternehmen gleich zu Beginn rechtlich als GmbH zu definieren. So kommen in der Regel aber höhere Kosten auf die Firma zu. Bei kleineren Betrieben reicht vorerst die einfachste Form – das Gründen eines Einzelunternehmens. Dafür muss nur ein Gewerbeschein beantragt werden. Gründen mehrere Personen, bietet sich die Rechtsform die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) an.
Bootstrapping als optimale Finanzierungsform?
Beim Gründen wird die Frage nach der bestmöglichen Bereitstellung von Kapital oft gestellt. Allerdings gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort, da die beste Lösung jeweils vom Geschäftsmodell und der persönlichen Situation abhängt. Genauso verhält es sich mit dem Bootstrapping – der Existenzgründung, die ausschließlich mit eigenem Geld realisiert wird. Nicht für jeden ist es ratsam, eine Bootstrapping-Strategie zu verfolgen – es gilt wie so oft, Chancen und Risiken abzuwägen. „Neben Bargeld und Sparguthaben gehören zum Eigenkapital auch Gegenstände, die die Gründer in ein Unternehmen einbringen können“, erklärt Rau. In Frage kommende Objekte können zum Beispiel Maschinen, Anlagen oder Fuhrparks sein, die dem Unternehmen unbegrenzt zur Verfügung stehen. Aber auch Kapitalbeteiligungen an einem Unternehmen gelten als Eigenkapital. Zum Vermögen gehören auch die finanziellen Rücklagen und – je nach Rechtsform – das Grund- bzw. Stammkapital des Unternehmens. Auch der Bilanzgewinn und das persönliche Vermögen zählen dazu. „Der Teil der unternehmerischen Finanzen, der nicht aus eigener Tasche stammt, sollte möglichst nicht unter 20 Prozent liegen, sondern eher darüber“, informiert Rau.
Rentabilität wird wichtiger als Wachstum
Startups sind für ihre zwei Hauptaspekte bekannt: Geschäftsinnovation und Wirtschaftswachstum. Sie entwickeln und präsentieren oft jedes Jahr neue Produkte oder Dienstleistungen. Haben sie die kritische Phase einmal überstanden, sich etabliert und den Fokus auf Wachstum gerichtet, wartet jedoch bereits eine nächste Hürde auf Existenzgründer. Denn selbst wenn alle Reglements und Tipps strikt befolgt wurden, man einen wasserdichten Businessplan vorweisen kann und mutige Geldgeber gefunden hat, so ist man vor einem zukünftigen Scheitern dennoch nicht bewahrt. Das Jahrzehnt der Krisen ist angebrochen – eine jagt derzeit die nächste. „Im Moment ist die Rentabilität wichtiger, als das Umsatzwachstum. Das wird Founder dazu zwingen, konservativer zu kalkulieren und immer einen Plan B zu haben“, merkt der Pliant-Mitgründer und Geschäftsführer an. Die Finanzierung für Startups, die Wachstum um jeden Preis anstreben und keine Hebel für kurzfristige Rentabilität haben, würde schwieriger werden, als noch vor einigen Jahren. Zudem bestehe die Gefahr, dass gut finanzierte Startups auf dem Markt die Gehälter schnell in die Höhe treiben könnten und es so für finanziell schwächere Startups schwer machen, entsprechende Talente finanzieren zu können.
[1] https://investinaustria.at/branchen-funktionen/funktion/startups-in-oesterreich
[2] https://austrianstartupmonitor.at/wp-content/uploads/2022/04/2022-03-14_ASM-2021-web.pdf
[3] https://www.cbinsights.com/research/startup-failure-reasons-top/
Über Pliant
Das FinTech Pliant wurde 2020 von Malte Rau und Fabian Terner gegründet und bietet Unternehmen eine digitale Kreditkartenlösung für maximale Flexibilität und Ersparnis. Neben physischen Karten stellt Pliant virtuelle Firmenkreditkarten zur Verfügung, deren Limits individuell und unkompliziert angepasst werden können. Dabei profitieren Unternehmen von attraktiven Cashbacks ab der ersten Zahlung. Auch die Belegerfassung erfolgt vollständig digital über die App – sämtliche Transaktionen und Belege werden Mitarbeitern unmittelbar zugeordnet, womit die leidige Belegsuche am Monatsende der Vergangenheit angehört. Die Services von Pliant können nahtlos in bestehende Finanz- und Buchhaltungssoftware integriert werden.