Weltfrauentag: Immer mehr Einzelunternehmen in weiblicher Hand
[Pressemitteilung] Wien, 05.03.2019
Unternehmerinnen auf dem Vormarsch
Unternehmerinnen sind in Wien weiter auf dem Vormarsch. Das zeigen aktuelle Zahlen der Wirtschaftskammer. Demnach waren im Jahr 2018 über 23.000 Wiener Einzelunternehmen fest in weiblicher Hand. Gleichzeitig liegt die Frauen-Erwerbsquote in Österreich mit knapp 72 Prozent deutlich über dem EU-Schnitt, und die Österreicherinnen sind dazu top ausgebildet. Zu tun gibt es zwar noch so einiges, sind sich Barbara Havel, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien, und Martina Denich-Kobula, Wiener Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, einig. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März wollen sie aber vor allem einmal aufzeigen, was Frauen in der Wirtschaft leisten.
Aktuell werden 23.318 Einzelunternehmen in Wien von Frauen geführt. „Die Frauen haben in den vergangenen Jahren stark aufgeholt“, so Havel und Denich-Kobula in einer Aussendung. Auch bei den Geschäftsführerinnen hat es leichte Zuwächse gegeben. Mit 15,9 Prozent bei den gewerberechtlichen Geschäftsführerinnen und 13,9 Prozent bei den handelsrechtlichen Geschäftsführerinnen ist der Plafond aber noch lange nicht erreicht. Ähnliches gilt für den Anteil von Frauen in Aufsichtsratspositionen. Der lag zuletzt bei 17,3 Prozent. Auch hier ist noch Luft nach oben.
Frauen auf der Überholspur
„Wir sehen Frauen ganz klar auf der Überholspur“, so die beiden Standesvertreterinnen. Denn die Statistik zeige auch deutlich, dass Frauen im Schnitt besser ausgebildet seien als Männer: Bei der Matura haben junge Frauen ganz klar die Nase vorne: Aktuell maturieren 47 Prozent der Mädchen eines Jahrgangs, allerdings nur 33 Prozent der gleichaltrigen Burschen. Auch die Zahl weiblicher Studierender kann sich sehen lassen: 56 Prozent aller Absolventen sind mittlerweile weiblich. Dazu kommt, dass Frauen sich rein statistisch gesehen stärker für lebenslanges Lernen begeistern können als Männer: 16,3 Prozent nehmen regelmäßig an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil, bei den Männern sind es 13,5 Prozent. Gute Ausbildung und die Bereitschaft, sich regelmäßig fortzubilden, seien wichtige Grundlagen für beruflichen Erfolg. Und der kann sich sehen lassen: Knapp 288 Millionen Arbeitsstunden leisten Österreichs Unternehmerinnen pro Jahr, ihre Steuerleistung liegt bei über sieben Milliarden Euro jährlich.
Immer mehr Frauen machen sich selbstständig
„Immer mehr Frauen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit, vor allem im Dienstleistungssektor und im Bereich der Start-ups. Das ist eine Entwicklung, die wir sehr begrüßen und die wir mit unserer Arbeit als Standesvertretung auch unterstützen möchten. Gleichzeitig wollen wir Frauen aber auch dazu ermutigen, sich in Sparten selbstständig zu machen, die derzeit noch als frauenuntypisch gelten“, betonen Havel und Denich-Kobula. Dazu müsse man natürlich die Motive für die Gründung eines eigenen Unternehmens kennen. Eine Befragung des Gründerservice hat ergeben, dass für eine überwältigende Mehrheit von mehr als zwei Dritteln die flexible Zeit- und Lebensgestaltung ausschlaggebend für den Schritt in die Selbstständigkeit war. Zwar spiele auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Rolle, und gerade Frau in der Wirtschaft setze sich sehr für mehr Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft ein. Ein Hauptmotivator ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Hinblick auf Selbstständigkeit aber nicht. Zudem ist es ein Thema, das mittlerweile Männer wie Frauen gleichermaßen betrifft.
Zu tun gebe es noch so einiges, sind sich die beiden Standesvertreterinnen einig. So müsse die Entbürokratisierung vorangetrieben werden, um Unternehmerinnen zu entlasten. Auch bürokratische Barrieren sollen abgebaut und Strafen verringert werden – die Behörde fungiert dann idealerweise als Beratungsstelle und Partner der Unternehmerinnen. Dazu kommen die Rechtssicherheit bei der Abgrenzung von selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit sowie die Abschaffung der Mehrfachversicherung. Und: „Es wäre schön, wenn Frauen in allen Branchen vertreten wären. Gerade in den technischen Berufen ist der Frauenanteil noch immer sehr niedrig“, so Barbara Havel und Martina Denich-Kobula abschließend.
Über die Junge Wirtschaft Wien
Die Junge Wirtschaft Wien ist eine überparteiliche, freiwillige und ehrenamtliche Gemeinschaft von jungen UnternehmerInnen, Führungskräften, GründerInnen und unternehmerisch denkenden Menschen zwischen 18 und 40 Jahren. Derzeit zählt die Junge Wirtschaft Wien rund 5.000 Mitglieder, verteilt über alle Branchen. Das Team unter der Vorsitzenden Barbara Havel hat sich unter dem Motto „Gemeinsam mutig gestalten“ den Abbau von veralteten Normen, die Verjüngung wirtschaftspolitischer Strukturen sowie die Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen für Wiens JungunternehmerInnen vorgenommen.
Mehr Informationen unter: www.jungewirtschaft.wien
Über Frau in der Wirtschaft Wien
Frau in der Wirtschaft versteht sich als Netzwerk für selbstständige Frauen, von der Kleinunternehmerin bis zur Topmanagerin. Die Interessenvertretung unterstützt den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmerinnen und gibt Frauen in der Wirtschaft eine starke Stimme. Derzeitige Landesvorsitzende ist Martina Denich-Kobula. Frau in der Wirtschaft Wien ist die erste Anlaufstelle für über 49.000 Wiener Unternehmerinnen.
Mehr Informationen unter: www.frauinderwirtschaft.at
Foto: “Barbara Havel, Vorsitzende Junge Wirtschaft Wien”
Fotocredit: © Adrian Almasan
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