Ideenwettbewerb Wild & witzig
Junge Frauen wollen mehr! – Mehr Chancen, mehr Ideen, mehr Einkommen!
Mit einem starken Team aus fünf jungen Frauen von 24 bis 29, die für den OÖ Landtag kandidieren, will die SPÖ möglichst viele der 225.000 JungwählerInnen bei der Landtagswahl gewinnen.
Neben der Welser Gemeinderätin Petra Müllner, die einen sicheren Platz auf der Landesliste bekommt und fix in den Landtag einziehen wird, kandidieren Sabine Breitenfellner, Gemeinderätin in St. Peter am Wimberg, Eva Öller aus Mattighofen, Manuela Hiesmair aus Linz und Birgit Schörkhuber aus Steyr.
“Unsere jungen Kandidatinnen sind überaus engagiert und kompetent. Wir sind in unseren Forderungen für Frauen nur dann glaubwürdig, wenn wir diese auch selber und sichtbar in der Politik vertreten. Die Jugend verdient unseren vollen Einsatz: Wir wollen beste Ausbildung für sie, wir werden neue Ideen fördern und mit einer großen Offensive dafür sorgen, dass genügend Lehrplätze zur Verfügung stehen”, betonte Landesparteivorsitzender LH-Stv. DI Erich Haider heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, der SPÖ-Frauenvorsitzenden NRin Sonja Ablinger und den jungen Landtagskandidatinnen Petra Müllner, Manuela Hiesmair und Sabine Breitenfellner.
Er untermauerte damit, dass Politik für Frauen in der SPÖ Oberösterreich ein gemeinsames Anliegen von Frauen und Männern ist. Außerdem will die SPÖ zusätzlich 300 Frauen für die aktive Mitarbeit in den oö. Gemeinden gewinnen, damit dann mehr als 1.200 Frauen die Kommunalpolitik mitgestalten.
“Nur wenn wir hinhören, wenn wir wissen, was junge Frauen brauchen, wo die Probleme liegen, können wir in einem nächsten Schritt an die Umsetzung einer echten Gleichstellungspolitik gehen.
Wir müssen den jungen Mädchen nahe bringen, dass sie über ihre Zukunft miteintscheiden müssen”, betonte die Frauenministerin und ist überzeugt: “Wenn es mit der Politik auf gleicher Augenhöhe zwischen Frauen und Männern in Oberösterreich so weitergeht wie bisher, werden die Frauen bei der Landtagswahl am 27. September sehr genau wissen,
wer tatsächlich für sie da ist.”
Carina Altreiter, Frauensprecherin der SJ Oberösterreich und verantwortlich für Aktivitäten für junge Frauen im Wahlkampf, präsentierte bei der Pressekonferenz die Hintergründe zum Ideenwettbewerb “Wild und witzig”.
Mehr Politik von Frauen für Frauen
Dass auf die besonderen Interessen und Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen selten Rücksicht genommen wird, hat eine Befragung der SPÖ ergeben, bei der im Vorjahr rund 7.000 Frauen und 2.000 Männer zur Frauenpolitik im ländlichen Raum befragt wurden. Eine Sonderauswertung der Gruppe junger Frauen im Alter von 16 bis 20 (600 Befragte, 77% Frauen, 23% Männer) hat gezeigt, dass Frauen Frauen in der Politik wollen und sich von Männern weniger vertreten fühlen.
73 % der Befragten halten es für wichtig, dass mehr Frauen in der Gemeindepolitik aktiv werden. Auf die eigene Gemeinde bezogen, stellt mehr als die Hälfte fest, dass nicht genügend Frauen im Gemeinderat sind. Immerhin 17 Prozent der jungen Frauen wären bereit, für das Gemeindeparlament zu kandidieren. Befragt danach, was sie davon abhält, äußert ein Drittel die Befürchtung, dass ihre Ideen bzw. die Ideen von Frauen von vornherein abgeblockt würden.
Ausbildungssituation nicht zufriedenstellend
Alle Daten zur (Aus-)Bildungssituation und Arbeitsplatzsituation belegen, dass junge Frauen in Oberösterreich vielfach benachteiligt sind. 79% zeigten sich bei der SPÖ-Befragung überzeugt, dass sie mehr leisten zu müssen als Männer um anerkannt zu werden. Rund drei Viertel der jungen Frauen wünschen sich mehr Bildungsangebote vor Ort.
In Oberösterreich haben die Mädchen bei den Bildungsabschlüssen in den letzten Jahren zwar enorm aufgeholt, allerdings gibt es einige sehr hartnäckige Probleme:
· 62,3% der weiblichen Lehrlinge werden in OÖ in nur 10 Lehrberufen ausgebildet. 36,1% davon als Bürokauffrau, Friseurin und Einzelhandelskauffrau-Lebensmittelhandel.
· Nur neun Prozent der Schüler an mittleren und höheren technisch gewerblichen Schulen sind Mädchen.
· Auch bei den Fachhochschulen haben oö. Frauen nach vor Aufholbedarf. Im Studienjahr 2007/2008 studierten an der FH OÖ 34,1% Frauen und 65,9% Männer.
· An der Universität Linz war im Winter-Semester 2007 der Frauenanteil mit 52% bei den Neuzugelassenen höher als jener der Männer, bei den Studierenden hingegen mit 46% etwas niedriger. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mädchen aus Wien ein Studium aufnimmt, ist um 55% höher als bei einem Mädchen aus OÖ.
Junge Frauen verdienen wenig
Im Alters- und Geschlechtervergleich verdienen junge Arbeiterinnen und weibliche Angestellte (ohne Lehrlinge) am wenigsten: Frauen bis 19 kommen im mittleren Einkommen (Median) mit 843 Euro nicht einmal auf die Hälfte des oö. Medianeinkommens (1.831 Euro)! Und während junge männliche Arbeitnehmer zwischen 20 und 24 mit rund 1.700 Euro immerhin 93 Prozent des oö. Gesamtniveaus erreichen, kommen Arbeitnehmerinnen dieser Altersgruppe nur auf 70 Prozent.
Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Frauen
Auch wenn die Arbeitslosigkeit im Industriebundesland Oberösterreich derzeit in erster Linie bei den Männern explodiert, ist in OÖ die Frauenarbeitslosigkeit um 29,6% auf 12.192 Frauen gestiegen und die höchste aller Bundesländer (Österreich: +13,4%).
In Oberösterreich ist die Arbeitslosigkeit bei jungen Frauen (unter 25 Jahre) mit +31,2% stärker gestiegen als im Österreich-Durchschnitt ( +17,6%).
Erste Anzeichen der Krise zeigen sich ebenfalls bei den Lehrstellesuchenden. Sichtbar werden diese Probleme vermutlich erst im Sommer nach Schulschluss.
Politik muss auf Herausforderungen reagieren
“Alles in allem zeigen diese Zahlen und Fakten, wie wichtig es ist, dass die Politik auf diese Herausforderungen reagiert, um jungen Frauen eine chancenreiche Zukunft zu ermöglichen”, betont Sonja Ablinger.
Diese Unterstützung wollen die SPÖ Frauen geben und fordern unter anderem:
– Förderung von nicht traditioneller Ausbildung und Berufswahl von Mädchen
– Öffentliche Auftragsvergabe, die an innerbetriebliche Gleichstellungsmaßnahmen gekoppelt ist
– Offenlegung der betrieblichen Einkommensstatistiken
– 2. Chance auf zukunftsträchtige Ausbildung
– Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs innerhalb der Regionen
“Wild & witzig” – Aufruf zum Ideenwettbewerb
Abgesehen von den Ausbildungschancen sind 60% der jungen Frauen auch mit den in der Gemeinde gebotenen Freizeitmöglichkeiten nicht zufrieden. Fußball oder Feuerwehr?! Das sind in Gemeinden oft die einzigen Freizeitmöglichkeiten und sie richten sich in erster Linie an Burschen. Mädchen zeigen sich aber durchaus bereit, selbst aktiv zu werden und haben viele Ideen im Kopf. Diesen Ideen wollen die SPÖ Frauen OÖ eine Bühne geben und schreiben einen Ideenwettbewerb speziell für Mädchen und junge Frauen aus.
Unter dem Motto “Wild und witzig” sind Mädchen und junge Frauen eingeladen, ihre Ideen Wünsche, Anregungen – zu den Bereichen Freizeit, Kultur, Sport, Beratung, Ausbildung , Veranstaltungsideen zur Mitsprache u.v.m. – aber auch ihre Kritik zu Papier zu bringen und einzusenden.
Die Ideen können in unterschiedlicher Form präsentiert werden, als
– Videofilm
– Fotoserie
– Homepagegestaltung
– schriftliche Projektvorschläge
Die Vorschläge und Ideen werden von einer Frauenjury begutachtet und die besten zehn mit attraktiven Preisen (u.a. eine rote Vespa) prämiert und öffentlich präsentiert.
Einreichbedingungen: Teilnahmeberechtigt sind alle Mädchen in Oberösterreich (als Einzelpersonen oder als Gruppen) bis zum 20. Lebensjahr.
Einsendeschluss: 14. August 2009
Einsendungen an:
Ideenwettbewerb “Wild & Witzig”
Landstraße 36
4020 Linz
oder an: ideenwettbewerb@ooe.spoe.at