Frauen wird es schwer gemacht, sich gegen Diskriminierung beim Einkommen zu wehren

Frauen wird es schwer gemacht, sich gegen Diskriminierung beim Einkommen zu wehren

“Die Zeit der schönen Worte ist vorbei. Jetzt muss gehandelt werden. Frauen haben ein Recht auf gleiche Bezahlung und das muss auch durchsetzbar sein. Transparenz bei den Gehältern ist ein erster wichtiger Schritt dazu”, sagt Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel.

Die nüchternen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Österreichweit verdienen Frauen im Jahr brutto durchschnittlich 16.748 Euro, Männer dagegen 28.226 Euro.

Frauen bekommen also um 41 Prozent weniger als Männer.

Gegen die Benachteiligung von Frauen im Beruf verlangt die AK daher noch weitere Maßnahmen: Eine bessere Förderung von jungen Frauen bereits bei der Berufsauswahl, eine bessere Förderung der betrieblichen Weiterbildung, gleiche Chancen bei Aufstieg und Weiterbildung für Teilzeitbeschäftigte, Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, unter anderem durch das Recht auf Elternteilzeit in allen Unternehmen, eine volle Anrechnung der Karenzzeit für die Pension, Quoten bei der Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten.

Das Argument, dass Frauen weniger verdienen, weil sie eher in Teilzeit arbeiten, greift dabei zu kurz. Selbst wenn man die Stundenlöhne um die Teilzeit bereinigt betrachtet, offenbart der Vergleich einen großen Unterschied. Frauen haben demnach bei den Stun-denlöhnen einen Einkommensnachteil von über 25 Prozent. Damit ist Österreich fast Schlusslicht in Europa. Nur Estland liegt noch schlechter (rund 30 Prozent).

Selbst wenn man alle möglichen Einflussfaktoren wie Arbeitszeit, Branche, Art der Tätigkeit, Bildung und Betriebszugehörigkeit bedenkt, sind 15 Prozent des Lohnunterschiedes ungeklärt. Hier sind die Unternehmen gefragt. “Wenn die Einkommen nicht offengelegt werden müssen, können Benachteiligungen nicht erkannt und eine Diskriminierung kaum bewie-sen werden.

Den Arbeitnehmerinnen wird es damit schwer gemacht, zu dem zu kommen, was ihnen rechtmäßig zusteht: ein fairer Lohn”, so AK Präsident Tumpel. Transparenz bei den Gehältern und aktive Teilnahme der Betriebe durch Gleichstellungsberichte ist eine wichtige Weiterentwicklung bei der Beseitigung von Lohnunterschieden.

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