INTEGRAL-Studie zum Weltelterntag am 1. Juni
[Werbung]*Unbezahlt*Wien, 31.05.2021
Corona als Belastungsprobe für Eltern – Mehrheit wünscht sich stärkere Anerkennung der Strapazen durch die Politik
Die Beziehung zu den eigenen Eltern oder auch den eigenen Kindern ist ein Thema, das die Menschen ein Leben lang intensiv und oft auch emotional beschäftigt. In Zeiten der Corona-Pandemie wird der Alltag bei Familien mit schulpflichtigen und Kindergarten- Kindern auf eine harte Probe gestellt. Jährlich am 1. Juni wird der Weltelterntag begangen. In einer aktuellen Umfrage hat INTEGRAL die Bevölkerung nach ihren Eltern- und Kinder- Beziehungen, nach ihren Erwartungen an sich selbst bei der Kindererziehung sowie nach ihren Einstellungen dazu befragt.
Seit mehr als einem Jahr wird das häusliche Zusammenleben durch die Corona-Pandemie beherrscht: Isolation, Homeschooling und Kindergarten nur als Ausweich-Option – die Maßnahmen zum Schutz vor der Coronavirus-Ausbreitung gehen zu Lasten vieler Eltern. Mehr als zwei Drittel (68%) der Befragten sind der Ansicht, dass die Belastung von Eltern mit (Klein-) Kindern während der Corona-Krise nicht ausreichend von der Politik berücksichtigt wird. Dies sagen Befragte zwischen 18 und 29 Jahren (77%) noch häufiger.
Das sind Ergebnisse einer aktuellen INTEGRAL Online-Studie, für die 500 Personen zwischen 18 und 69 Jahren anlässlich des Weltelterntages am 1. Juni befragt wurden. Der durch die Vereinten Nationen 2012 ausgerufene Weltelterntag würdigt die zentrale Rolle der Eltern bei der Bildung, Erziehung und Betreuung ihrer Kinder. Dabei soll Eltern besondere Wertschätzung für ihre Verantwortung, Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, zuteilwerden.
Wir verstehen uns gut mit den eigenen Eltern und finden sie großartig
Generell ist das Verhältnis der Bevölkerung zu ihren Eltern größtenteils positiv: Vier von fünf Österreichern (79%) haben oder hatten ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Die Bewertung fällt bei 18-29-Jährigen am positivsten aus.
Weiters empfinden vier von fünf Befragten (81%) Dankbarkeit für ihre Eltern. Etwas weniger (75%) sagen, dass ihre Eltern immer für sie da waren und 74% blicken auf eine kindgerechte Entwicklung dank der eigenen Eltern zurück. 72% sagen, dass ihre Eltern sie zu dem Menschen gemacht haben, der sie sind. 73% sind der Meinung, dass ihre Eltern großartig sind bzw. waren und praktisch ebenso viele (71%) geben an, dass ihre Eltern ihren moralischen Kompass stark geprägt haben. Dem gegenüber sagen 11%, dass sie nichts mehr mit ihren Eltern zu tun haben wollen.
Erwartungen an die eigene Elternschaft – Vorbildwirkung am wichtigsten
Fast alle Befragten mit Kindern im eigenen Haushalt geben an, ein gutes Vorbild für ihre Kinder sein zu wollen (98%). Dass sie ihnen die gleichen Werte vermitteln wollen, die ihre Eltern ihnen vermittelt haben, sagen zwei Drittel der Eltern (66%). Die Hälfte der Eltern (50%) sagt jedoch auch, dass sie ihre Kinder besser erzieht, als ihre Eltern sie selbst erzogen haben.
Vier von Fünf begrüßen ein Eingreifen des Staates bei Überforderung der Eltern
Der Rolle des Staates wird bei Härtefällen in der Kindererziehung große Bedeutung beigemessen. So stimmen 82% aller Befragten zu, dass der Staat, beispielsweise in Form von Jugendämtern oder Familienberatungsstellen, eingreifen dürfen sollte, wenn Eltern nicht in der Lage sind, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass es um die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern hierzulande gut bestellt ist und – allen Generationenkonflikten zum Trotz – eine weitgehende Einigkeit über Werthaltungen besteht.“, fasst Martin Mayr, Mitglied der INTEGRAL-Geschäftsleitung, die Ergebnisse zusammen. „Es wird aber auch deutlich, dass sich viele Eltern in der Corona-Krise von der Politik alleinegelassen fühlen.“
Hohe Akzeptanz unterschiedlicher Familienbilder
In Politik und Medien werden Familienmodelle mitunter sehr emotional diskutiert. Doch wie steht die Bevölkerung dazu? Über die Äußerung, dass eine gute Eltern-Kind-Beziehung der Grundstein für ein glückliches Leben sei, herrscht hierzulande große Einigkeit: 91% stimmen dem zu, 50- bis 69-Jährige sogar zu 95%.
Die Bevölkerung steht dabei auch nicht-klassischen Familienmodellen durchaus positiv gegenüber: Dass es gut sei, dass diese heutzutage akzeptiert werden, sagen über drei Viertel der Befragten (79%).
Gleichzeitig stimmen 82% aller Befragten zu, dass für die Entwicklung von Kindern die gemeinsame Erziehung durch Vater und Mutter wichtig sei.
Inanspruchnahme von Karenzzeit ist weiterhin überwiegend Frauensache
Unter den Befragten mit Kindern zeigt der Blick auf die Karenz-Aufteilung, dass Frauen immer noch länger ihre Arbeit unterbrechen als Männer. So sagen 32% aller Eltern aus, die komplette Karenzzeit allein übernommen zu haben, unter Frauen sagen dies 59%, unter Männern 2%. Männer sagen wiederum häufiger, den geringen Teil der Karenzzeit übernommen zu haben (11% vs. 0% der Frauen). Dass sie sich die Elternzeit zu gleichen Teilen geteilt haben, sagen insgesamt nur 6% der Eltern in Österreich.
Übrigens: Deutsche und Österreicher sind sich überraschend einig in ihrer Einstellung zu den eigenen Eltern und ihre Ansprüche an die Elternschaft: Die Ergebnisse fallen sehr vergleichbar aus. Das hat der INTEGRAL-Partner SINUS in Kooperation mit YouGov für Deutschland herausgefunden.
Dies sind Ergebnisse aus der INTEGRAL-Eigenforschung. Im Rahmen einer Online-Befragung wurden 500 Personen im Mai 2021 repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren befragt.
Über INTEGRAL
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