Technik ist Frauensache
Foto: PodiumsteilnehmerInnen von links nach rechts: Martina Hochreiter abz*FIT.frauenberatung Leiterin, Mag. Manuela Vollmann abz*austria Geschäftsführerin, Mag. Werner Brameshuber PORR, Daniela Pfeiffer PORR, Dr. Inge Friehs stellvertretende Geschäftsführerin AMS Wien.
abz*austria lud zum Pressegespräch und erklärte warum diese Vision noch nicht zur Gänze Realität geworden ist und was es auf dem Weg dorthin noch braucht
Frauen steht heute theoretisch jeder Berufsweg offen. Faktisch gelten aber gerade die handwerklich – technischen Berufe noch immer als Männerdomäne. Es ist noch nicht gelungen, die gesellschaftliche Einstellung und Strukturen in Unternehmen so zu verändern, dass es für junge Frauen genauso selbstverständlich ist, diese Berufe zu wählen, wie “frauentypische” Berufe.
Bei der Pressekonferenz des abz*austria macht Manuela Vollmann deutlich, dass es darum geht eine win-win Situation zu erzielen. “Unternehmen profitieren von der höheren Anzahl an gut ausgebildeten Fachkräften und den Frauen bietet sich ein breiteres Spektrum an Jobmöglichkeiten”.
Das vom abz*austria durchgeführte Projekt abz*FIT.frauenberatung wird als Teil des FIT-Programms vom AMS Wien beauftragt. Über dieses Programm werden Ausbildungen von Frauen im zweiten Bildungsweg in handwerklichen oder technischen Berufen gefördert. Inge Friehs stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Wien betont, dass das Jahreseinkommen von Frauen um 30 Prozent niedriger ist, als das Jahreseinkommen von Männern. Daher sei es sehr wichtig, dass Frauen die Chance bekommen, in “traditionell männlichen” Berufen zu arbeiten.
“Eine Verkäuferin im Einzelhandel verdient 1160 Euro, eine Netzwerktechnikerin 1880 Euro – ein weiterer Grund um Frauen den Weg in den technisch-handwerklichen Bereich zugänglich zu machen.”
Für die Dauer der Ausbildung, die mindestens mit Lehrabschluss endet, erhalten die Frauen die Deckung des Lebensunterhalts. Die Beraterinnen der abz*FIT.frauenberatung begleiten die Frauen vom Einstieg ins FIT-Programm über die gesamte Ausbildungszeit bis zum Berufseinstieg.
Eine spannende Aufgabe wie Martina Hochreiter, Leiterin der abz*FIT.frauenberatung berichtet: “Zu den wöchentlichen Clearingtagen kommen rund 30 Frauen, die von uns wichtige Erstinformationen erhalten und beraten werden.
Anschließend gibt es Workshoptage mit Stationen wie Mathematik und Technik, Deutsch und Berufsbilder und diversen Werkstätten. Dies bietet den Frauen die Möglichkeit ihre Fähigkeiten zu testen und Potentiale zu erkennen.
Insgesamt wurden seit Anfang des FIT-Programms 2006 beachtliche 1227 Frauen beraten und gecoacht. Derzeit sind 695 Kundinnen vermerkt, 357 Frauen sind im Jahr 2009 dazu gekommen.
Daniela Pfeiffer, eine ehemalige Kundin der abz*FIT.frauenberatung hat vorgezeigt, wie eine erfolgreiche Karriere in einem männerdominierten Bereich funktionieren kann. “Ich habe die Ausbildung zur Bautechnikerin abgeschlossen, danach konnte ich zwischen einigen Joboptionen wählen”.
Entschieden hat sich Frau Pfeiffer für die Firma PORR. Dort freut man sich über die tatkräftige Unterstützung der HTL College Absolventin. “PORR hat sehr gute Erfahrungen mit Frauen im handwerklich-technischen Bereich gemacht, selbst auf Tunnelbaustellen sind bereits Frauen als Bauleiterinnen tätig und machen ihre Sache gut”, freut sich Werner Brameshuber, stellvertretender Bereichsleiter Personal der Firma PORR.
Den klassischen Männerberuf soll es bald nicht mehr geben, ist sich Manuela Vollmann sicher. “Dazu braucht es viele AkteurInnen.
Motivierte und interessierte Frauen, aber auch und vor allem die entsprechenden Rahmenbedingungen und Strukuren, wie z.B. das FIT Programm des AMS Wien, die qualitätsvolle Umsetzung seitens abz*austria und die offene Sichtweise von Unternehmen wie PORR” meint Vollmann.