INTEGRAL-Umfrage zum Weltfrauentag: Gleichberechtigung ist theoretisch groß geschrieben

INTEGRAL-Umfrage zum Weltfrauentag: Gleichberechtigung ist theoretisch groß geschrieben

Dennoch zeigt sich ein sehr klassisches Rollenverständnis

Erst kürzlich zeigten sich die Initiatorinnen des Frauenvolksbegehrens zufrieden mit den eingelangten Unterstützungserklärungen. Das Thema Gleichberechtigung ist damit wieder in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Und der Weltfrauentag am 8. März bietet erneut Gelegenheit, über Rollenbilder zu reflektieren. INTEGRAL hat aus diesem Anlass nachgefragt: Wie wichtig ist das Thema Gleichstellung in der Bevölkerung? Wie steht man zu den bisherigen Maßnahmen? Und werden Aufgaben wie Kinderbetreuung, Entscheidung über Anschaffungen oder Verantwortung für ein ausreichendes Familieneinkommen Männern, Frauen oder beiden zugeschrieben?

Gleichberechtigung wird groß geschrieben
Für über zwei Drittel (70%) der Befragten spielt die Gleichstellung von Mann und Frau eine sehr oder eher große Rolle. Besonders stechen hier unter 29-Jährige und – erwartungsgemäß – Frauen hervor. Auch ist man sich weitgehend einig, dass die bisher getroffenen Maßnahmen zur Erreichung der Gleichstellung wichtig waren. Dem stimmen 88% zu. Und auch hinsichtlich des Erfolges der Bestrebungen äußern sich die 1.545 Teilnehmenden der Online-Befragung unter 16-69-Jährigen positiv: 68% sind der Ansicht, dass Frauen und Männer heutzutage die gleichen Rechte haben. Die befragten Männer finden das sogar zu 79%. Gleichzeitig meinen 71%, dass mit den Maßnahmen oft über das Ziel hinausgeschossen wird.

Theoretisch ist Österreich ein gleichberechtigtes Land
Auch bei der Einstellung zu allgemeinen Aussagen präsentieren sich die meisten Befragten aufgeschlossen. So etwa glauben 67%, dass eine Partnerschaft profitiert, wenn beide Partner berufstätig sind. Auch eine tradierte Aussage wie „Eine Frau findet ihre Erfüllung in erster Linie in der Familie“ wird von über 60% abgelehnt. Etwa gleich viele fordern einen höheren Anteil von Männern in typischen Frauenberufen.

Besonders emanzipiert äußert man sich zum Thema Hausarbeit. 95% sind der Ansicht, dass diese gerecht aufgeteilt werden sollte, wenn beide Partner berufstätig sind. Und 86% widersprechen der Aussage, dass Männer für Hausarbeit ungeeignet sind.

Praktisch sind klassische Rollenbilder stark verankert
Starke Minderheiten zeigen aber ein recht klassisches Rollenbildverständnis. So meinen etwa 44%, Karenz sei eher Frauensache, während nur 1% diese als Männersache ansieht. Ähnlich ist es bei der Pflege kranker Kinder, die 33% der Frau und 1% dem Mann zuschreiben. Damit geht auch einher, dass die Sicherstellung eines ausreichenden Familieneinkommens für 38% Männersache und für 0% Frauensache ist. „So lange man sich in der Theorie mit Rollenbildern beschäftigt, bemüht man sich um eine moderne und aufgeschlossene Haltung. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch große Bevölkerungsanteile gibt, die recht traditionelle Rollenbilder vertreten, vor allem dann, wenn es um die Arbeitsteilung im Alltag geht – und zwar bei Männern und Frauen gleichermaßen“, so Bertram Barth, Geschäftsführer von INTEGRAL.

Über INTEGRAL

INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und Empfehlungen. In Kooperation mit dem Heidelberger Sinus-Institut, dessen Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu-Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.

Foto: INTEGRAL

Quelle: INTEGRAL

Hier gibt´s die obige Grafik zum Download:

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