Fini’s Feinstes Feldtag: Zukunft der Landwirtschaft zwischen Markt, Ethik und Nachhaltigkeit
@frauenbusinessatalexa | Wien 2025 | Werbung.Unbezahlt.
Wie steht es um die Lage der nationalen und internationalen Getreidemärkte? Wie gelingt eine ethische Nahrungsmittelproduktion in der Landwirtschaft in Bezug auf die Mensch-Tier-Beziehung? Und wie schafft man den Sprung zum regenerativen Wirtschaften?
Diesen großen Themen widmete sich der heurige Feldtag der Fini’s Feinstes Mühle und Academy von GoodMills Österreich mit verschiedenen Expert:innenvorträgen und einer Feldbesichtigung. Die traditionelle, jährlich stattfindende Veranstaltung wurde von mehr als 60 Teilnehmer:innen und Entscheider:innen aus der Lebensmittelindustrie, dem Getreidehandel sowie Medien- und Wissenschaftsvertreter:innen am Gelände der Mälzerei und Destillerie Farthofer im nierderösterreichischen Kicking besucht.
Positive Prognosen für den Weizenanbau in Österreich
Eröffnet wurde das Event von Herrn Peter Stallberger, Geschäftsführer der Mühlengruppe GoodMills Österreich (u. a. Marken wie „Fini’s Feinstes“ und „Farina“). „Der Feldtag ist für uns weit mehr als ein Branchentreffen – er ist ein Ort der Verantwortung. Denn gerade in Zeiten globaler Unsicherheit braucht es den offenen Dialog zwischen Landwirtschaft, Wissenschaft und Industrie, um gemeinsam an einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Lebensmittelproduktion zu arbeiten“, so Stallberger.
Den Start der Expert:innenvorträge machte Stefan Weinwurm, Leiter des Getreide-Einkaufs bei GoodMills Österreich, mit einem Überblick zu der aktuellen Situation auf den nationalen und internationalen Getreidemärkten. Die Anbaubedingungen, Aussaatflächen sowie der Witterungsverlauf für den Weizenanbau in Österreich und Europa verlaufen ihm zufolge bisher zufriedenstellend. „Aus heutiger Sicht ist mit einer guten und gesunden Getreideernte zu rechnen, national sowie international“, erklärte Weinwurm. Allerdings sei zu beachten, dass Faktoren außerhalb des landwirtschaftlichen Einflussbereichs ebenfalls eine große Rolle bei der Preisgestaltung spielen: Zölle, Kriege und Wechselkurse haben in der aktuellen Situation oft eine größere Einwirkung als fundamentale Produktionsdaten. „Ein gut aufgesetztes Risikomanagement mit verlässlichen Partner:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist daher wichtiger als je zuvor“, so Weinwurm.
Gutes Wirtschaften braucht Umweltschutz
Dr. Sigrid Stagl, Professorin für Environmental Economics and Policy an der Wirtschaftsuniversität Wien und Wissenschaftlerin des Jahres 2024, beleuchtete in ihrem Vortrag die Bedeutung regenerativer Wirtschaftsmodelle. Dabei unterstrich sie, dass der Schutz natürlicher Ressourcen grundlegend für die Sicherstellung der globalen Lebensmittelversorgung ist. Sie sprach sich für eine Neuausrichtung der Wirtschaft aus – hin zu einem System, das sowohl ökologische Grenzen respektiert als auch soziale Gerechtigkeit ermöglicht. „In der ökologischen Ökonomie sind natürliche Lebensgrundlagen ein Teil der Wirtschaft. Nachhaltige Ernährungssysteme müssen also innerhalb der Grenzen des Planeten funktionieren und dabei die Umwelt und den Geldbeutel schonen“, so Stagl. Insbesondere in der Lebensmittelproduktion sei ein achtsamer Umgang mit der Natur essenziell.
Mehr Zusammenspiel aus Landwirtschaft und Technik notwendig
Auf das wichtige Thema Ethik in der Landwirtschaft ging der Universitätsassistent Dr. Christian Dürnberger, Philosoph und Kommunikationswissenschafter am Messerli Forschungsinstitut der Veterniärmedizinischen Universität Wien, ein. Beleuchtet wurde die Nahrungsmittelproduktion in der gegenwärtigen Gesellschaft, im Speziellen die Aspekte Klimakrise sowie Umweltschutz, Tierwohl, Ackerbau und grüne Gentechnik.
Der Experte plädierte für eine stärkere Symbiose aus Landwirtschaft, Technik, Expertise und Fortschritt: „Lebensmittelproduktion wird oft als beschauliche Idylle inszeniert – dabei können Technik und Digitalisierung helfen, den vielfältigen gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Wir brauchen daher neue Bilderwelten rund um Landwirtschaft und Lebensmittel, bei denen Technik, Expertise und Fortschritt eine positive Rolle spielen.“
Feldbesichtigung: Gesunde Ackerböden und nachhaltige Landwirtschaft
Von der Theorie ging es in die Praxis über: Die Gäste besichtigten die Feldbestände, Univ. Prof. Dr. Heinrich Grausgruber (Institute of Plant Breeding, Department of Crop Sciences, Universtität für Bodenkultur Wien) begleitete die Feldbesichtigung mit fachlichen Kommentaren und spannenden Einblicken zu Weizensorten, Bodenbeschaffenheit und Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. Bei der anschließenden Führung durch die Mälzerei und Destillerie Farthofer konnten die Gäste den Nachmittag noch gemütlich ausklingen lassen.