Lily Akpuaka-Bosse – hireFAIR

Lily Akpuaka-Bosse – hireFAIR

Foto: “” / Fotocredit: © Stefan Wörgetter / Quelle: Lily Akpuaka-Bosse

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Lily Akpuaka-Bosse hat in Tirol ein Start-up namens hireFAIR gegründet, mit dem sie österreichischen Firmen, die ihren Bedarf an IT-Fachkräften hierzulande aufgrund des Fachkräftemangels nicht decken können, IT-Talente in Nigeria vermittelt, die Remote, also von ihrem Heimatland aus, für die österreichischen Betriebe tätig sind. Frau Akpuaka-Bosse begleitet den gesamten Prozess und ist bei Bedarf da, um zu helfen. Für österreichische Firmen besteht absolute Rechtssicherheit, da die Firmen einen Vertrag mit der österreichischen Firma von Frau Akpuaka-Bosse haben und sie wiederum die IT-Talente in Nigeria mit einer Firma, die sie dort hat, anstellt – was wiederum faire Arbeitsbedingungen sicherstellt. 

 

In einem Interview gibt uns Lily Akpuaka-Bosse Antworten auf Fragen rund um den IT-Fachkräftemangel in Österreich und Lösungen dafür, aber auch Frauen in der IT und weibliche Führung im IT-Bereich:

 

In Österreich wird immer wieder ein Mangel an IT-Fachkräften beklagt. Wie dramatisch ist dieser?

Im Jahr 2023 meldete die WKO, dass bis zu 28000 IT-Stellen unbesetzt sind. Diese unbesetzten Stellen summieren sich auf einen jährlichen wirtschaftlichen Wertverlust von bis zu 4 Milliarden Euro. Wenn man die alternde Bevölkerung in vielen europäischen Ländern berücksichtigt, wird deutlich, dass diese Zahlen weiter steigen werden, wenn sowohl der öffentliche als auch der private Sektor nichts unternehmen, um diesem Problem entgegenzuwirken.

 

Wie konkret wollen Sie mit Ihrem Start-up hireFAIR hier gegensteuern?

hireFAIR hat sich zum Ziel gesetzt, Österreichs führender Partner bei der Beschaffung und Beschäftigung von Technologietalenten in Remote-Rollen in EU-basierten IT-Projekten zu werden. Derzeit umfasst unser Talentpool Softwareentwickler, Webentwickler, Datenbankingenieure, Datenanalysten und Systemadministratoren. Unser Ziel ist es, die Digitalisierung in der österreichischen Wirtschaft zu ermöglichen, indem wir einen umfassenden, flexiblen Service anbieten, der an die individuellen Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann. Wir sind ein österreichisches Unternehmen, daher kennen wir die DSGVO und halten uns an die EU-Gesetzgebung, sodass unsere Kunden keine rechtlichen Bedenken hinsichtlich Serviceverträgen oder Arbeitsvereinbarungen haben. Außerdem verstehen wir die österreichische Arbeitsmoral und mögliche Herausforderungen der interkulturellen Zusammenarbeit in Remote-Verteilungsteams. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken und die Zusammenarbeit zu ermöglichen, ist praktisches Training, Coaching und beratende Unterstützung Teil unserer Kundenverträge.

 

Wie charakterisiert sich der Markt für IT-Fachkräfte in Nigeria bzw. generell in Afrika?

Nigeria hat eine junge Bevölkerungsstruktur, sodass Sie typischerweise junge, gut ausgebildete und motivierte IT-Spezialisten finden werden. Wir sprechen auch aus historischen Gründen als Erstsprache Englisch, und geografisch gesehen befinden wir uns in derselben Zeitzone wie Österreich und Deutschland, was bedeutet, dass sich unsere Kunden keine Sorgen um Zeitunterschiede machen müssen.

 

Welche Chancen bieten sich österreichischen Firmen durch Remote-Unterstützung von IT-Teams aus Nigeria?

Durch die Zusammenarbeit mit hireFAIR GMBH können österreichische Unternehmen schnell und flexibel auf ihren Bedarf an IT-Fachkräften reagieren, indem sie einen großen, aufstrebenden und qualifizierten Pool an IT-Talenten remote nutzen, und das auch noch ohne Bedenken hinsichtlich lokaler Gesetzgebungen zu Beschäftigung, sozialen Absicherungen oder Steuern.

 

Frauen gelten in der IT, auch in Österreich, allgemein noch als unterrepräsentiert. Stimmt diese Einschätzung immer noch und wenn ja, wie kann sich das ändern?

Leider sind auch in der IT in Afrika Frauen unterrepräsentiert, dafür gibt es viele Gründe, einschließlich der Tatsache, dass kulturell (und biologisch) Frauen in Afrika die primären Betreuer für unmittelbare und erweiterte Familie sind.
Um diese Dynamik zu ändern, ist ein konsequenter, langfristiger Einsatz erforderlich, um flexible Möglichkeiten zu schaffen, damit Frauen Zugang zu Schulungen, Bildung, Arbeitsplatzmöglichkeiten und einer inklusiven Arbeitsumgebung erhalten. Fernarbeit wie sie hireFAIR anbietet, ermöglicht Frauen in diesem Sinne, denn anstatt einen festen 9-5-Job zu fördern, fördern wir die Erreichung vordefinierter Leistungsziele. Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Änderung dieser Dynamik ist die Aufklärung der Öffentlichkeit.

 

Warum würde mehr weibliche Führung in der IT Unternehmen und der Gesellschaft gut tun?

In meiner Erfahrung bringen Frauen tendenziell einen empathischeren, kommunikativeren Führungsstil in ein Team ein, was sich oft in erfolgreicheren IT- und Digitalisierungsprojekten niederschlägt – denn im Kern ist die digitale Transformation – wie jede Veränderung – von Menschen, Kommunikation und Empathie getrieben, nicht von Technologie.

 

Wo soll Ihr Start-up hireFAIR in fünf Jahren stehen, was ist Ihre unternehmerische Vision?

In 5 Jahren strebt hireFAIR danach, ein führender Partner bei der Beschaffung und remote Beschäftigung von Technologietalenten in Europa zu sein. hireFAIR wird mindestens 1200 IT-Absolventen eine stabile remote Beschäftigung bieten und dabei einen glaubwürdigen Ruf für Qualität und Zuverlässigkeit aufbauen.

 

https://www.hirefair.at/

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