Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst für Regisseurin Andrea Breth

Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst für Regisseurin Andrea Breth

In ihrer Ansprache bezeichnete die Ministerin Andrea Breths Karriere als “außergewöhnlich in einer Berufswelt, die den traditionellsten Regeln von Macht, Kabale und wenig echter Liebe” folge.

Sie stehe als Antithese zu den Traditionen einer gut geölten Maschinerie. Nicht in der Unterordnung sondern in der Neuordnung habe Breth ihren spezifischen Stil durchsetzen und ein Publikum für sich einnehmen können.

Die in Darmstadt aufgewachsene Andrea Breth studierte in Heidelberg Literaturwissenschaft und begann 1972 während des Studiums eine Regieassistenz am Heidelberger Theater.

1975 konnte sie am Bremer Theater ihre erste eigenverantwortliche Inszenierung vorlegen: Die verzauberten Brüder von Jewgeni Schwartz. Nach Stationen und Regiearbeiten an Bühnen in Wiesbaden, Bochum, Hamburg und Berlin ging sie 1981 nach Zürich und begann eine Ausbildung zur Schauspielerin.

1983 holte sie der Freiburger Intendant Ulrich Brecht an die dortigen Städtischen Bühnen, wo sie bis 1985 feste Hausregisseurin war. Hier gelang ihr auch der Durchbruch mit der Inszenierung von Federico García Lorcas Bernarda Albas Haus. Diese Inszenierung brachte ihr eine Einladung zum Berliner Theatertreffen und die Auszeichnung der Zeitschrift Theater heute als Regisseurin des Jahres.

1986 holte Frank-Patrick Steckel Andrea Breth nach Bochum und sie konnte sich bis 1989 endgültig in der deutschsprachigen Theaterszene etablieren und inszenierte unter anderem Luigi Pirandellos Die Riesen vom Berge, Süden von Julien Green und Sommer von Edward Bond.

Für Süden erhielt sie erneut zahlreiche Auszeichnungen und wurde wieder für das Berliner Theatertreffen ausgewählt, ebenso wie ihre Inszenierung von Maxim Gorkis Die Letzten.

Bis 1992 war sie als freie Regisseurin in deutschsprachigen Theatern tätig, danach künstlerische Leiterin der Berliner Schaubühne am Leniner Platz. Auch hier stand ihre Beschäftigung mit russischen Autoren im Mittelpunkt. Nachtasyl von Maxim Gorki, Die Möwe und Onkel Wanja von Anton Tschechow sind herausragende Inszenierungen aus dieser Zeit.

Seit 1999 ist sie nun Hausregisseurin am Burgtheater Wien und inszenierte erstmals auch für die Salzburger Festspiele. 2004 und 2005 wurde sie mit den Burgproduktionen Emilia Galotti und Don Carlos erneut zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

2006 erhielt die Regisseurin im Rahmen des Berliner Theatertreffens den mit 16.000 Euro dotierten Theaterpreis Berlin. Das Geld spendete die Regisseurin einer Suppenküche in Pankow, die vom Franziskanerorden geführt
wird.  

Über Andrea Breths Theaterarbeit erschien 2004 ein Buch von Klaus Dermutz unter dem Titel Der Augenblick der Liebe.

Andrea Breth erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, darunter den Deutschen Kritikerpreis (1986), den Fritz-Kortner-Preis (1987), den Nestroy-Theaterpreis für die beste Regie (2003) und den Hessischen Kulturpreis 2004. Seit 1990 ist sie Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt am Main und seit 1993 der Akademie der Künste, Berlin.

Foto: © Bernd Uhlig

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