Johannes Hahn bestellt Sabine Ladstätter zur neuen ÖAI-Direktorin

Johannes Hahn bestellt Sabine Ladstätter zur neuen ÖAI-Direktorin

Österreichisches Archäologisches Institut bekommt erstmals weibliche Spitze – Kärntner Archäologin übernimmt Aufgabe mit 1. Oktober 2009

Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn bestellt Dr. Sabine Ladstätter mit 1. Oktober 2009 zur neuen Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI).

Bei einem Gespräch mit Journalisten sowie den Botschaftern der Türkei und Griechenlands, S.E. Selim Yenel und S.E. Panagiotis Zografos, präsentierte der Minister die Kärntner Archäologin als Nachfolgerin von Univ.-Prof. DDr. Johannes Koder, der das Institut seit 2007 interimistisch leitet.

“Ich freue mich, dass Dr. Sabine Ladstätter diese gleichermaßen anspruchsvolle wie spannende Aufgabe der ÖAI-Direktorin übernimmt. Sie ist eine über die Grenzen hinweg anerkannte Archäologin und wissenschaftlich hervorragend qualifiziert”, so der Minister bei dem Pressegespräch in einem türkischen Lokal in Wien.

Dr. Sabine Ladstätter wurde von einer Kommission aufgrund ihrer Qualifikation und Erfahrung erstgereiht und ist die erste Frau an der Spitze des ÖAI – “auch das ein erfreuliches Signal”, betont Johannes Hahn. Österreich wird auch die Grabungsleitung für Dr. Ladstätter in Ephesos beantragen, dazu wird es im Herbst weitere Gespräche mit den Verantwortlichen von türkischer Seite geben. Derzeit ist Dr. Ladstätter als erste stellvertretende Grabungsleiterin in Ephesos beschäftigt.

“Die Archäologie ist ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Forschungslandschaft. Untrennbar verbunden damit ist das Österreichische Archäologische Institut, das zu den traditionsreichsten Forschungseinrichtungen Österreichs zählt”, unterstreicht der Wissenschaftsminister.

Gegründet 1898 kann das Institut auf eine Reihe an Erfolgen und eine positive Entwicklung zurückblicken. Unverzichtbar geworden sind dabei nationale und internationale Kooperationen sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit technischen Wissenschaften und Naturwissenschaften.

Das ÖAI hat seinen Schwerpunkt in den Mediterranen Hochkulturen. An Zweigstellen in Griechenland und Ägypten und auch in Österreich wird intensiv geforscht (Carnuntum, Mautern). Das größte und bekannteste Grabungsunternehmen ist aber die Ephesos-Grabung in der Türkei.

“Die archäologische Forschung in Österreich ist eng mit der renommierten und traditionsreichen Ausgrabung Ephesos verbunden”, betont der Minister. Seit 114 Jahren sind österreichische Wissenschafterinnen und Wissenschafter vor Ort, um Ausgrabungen etc. vorzunehmen. Die Grabung zählt weltweit zu den renommiertesten Projekten dieser Art.

Alleine im Jahr 2008 waren 166 Wissenschafter/innen aus zwölf Ländern an der Ephesos-Grabung unter österreichischer Leitung beschäftigt. Sehr erfreulich sind auch die hohen Besucher/innenzahlen: 2008 haben rund zwei Millionen Besucher/innen die Ephesos-Grabung besucht.

Damit steht Ephesos nach Istanbul an zweiter Stelle der türkischen Sehenswürdigkeiten. “Das ist sowohl ein wichtiger Aspekt der Wissenschafts- und Forschungskommunikation, als auch für den Tourismus zentral. Viele Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, sich von der Arbeit und den Erfolgen der Archäologinnen und Archäologen vor Ort ein Bild zu machen”, freut sich der Minister.

Weiters bekommen in Ephesos jährlich zahlreiche Studierende aus Österreich und der ganzen Welt die Chance, wertvolle Erfahrungen für ihr Studium zu sammeln. Vergangenes Jahr waren rund 70 Studierende in Ephesos. Zudem wurde im vergangenen Herbst das Grabungshaus für drei Wochen der Technischen Universität Wien zur Verfügung gestellt.

Auch zahlreiche Diplomarbeiten und Dissertationen befassen sich mit Themen rund um Ephesos. So wurde 2008 vor Ort an fünf Diplomarbeiten und zehn Dissertationen gearbeitet. “Damit ist die Grabung Ephesos auch eine wichtige universitäre Ausbildungsstätte und zentral für die Nachwuchsförderung”, schließt Hahn.

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