Martina Blunder für Forschung zur Artischocke ausgezeichnet

Martina Blunder für Forschung zur Artischocke ausgezeichnet

Präparate mit Extrakten der Artischocke werden seit langem arzneilich verwendet, um den Stoffwechsel und die Verdauung anzuregen.

Mag. Martina Blunder hat nun im Rahmen ihrer Dissertation am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz festgestellt, dass Auszüge aus der Artischocke (Cynara scolymus L.) entzündungshemmende Eigenschaften haben.

Sie konnte auch drei aktive Naturstoffe isolieren, die für diese Wirkung verantwortlich sind – eine bedeutsame Entdeckung für die Aufklärung des Wirkungsmechanismus der Arzneipflanze und zukünftige Arzneimittelentwicklungen.

Belohnt wurde die Arbeit der jungen Forscherin mit dem Exxentia International Award für Angewandte Forschung in Phytotherapie und Ernährung” für NachwuchswissenschafterInnen. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde am 26. Mai 2009 in Madrid durch die spanische Ministerin für Wissenschaft und Innovation verliehen.

Pflanzen und Naturstoffe mit entzündungshemmender Wirkung bilden einen Forschungsschwerpunkt im Bereich Pharmakognosie des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften der Uni Graz. “Ziel ist es, aktive Inhaltsstoffe aus Pflanzen zu isolieren und deren Struktur mit Hilfe von verschiedensten spektroskopischen Methoden aufzuklären”, erklärt Martina Blunder.

Zu Beginn ihrer Arbeit, die von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Bauer betreut wird, hat die Dissertantin in vitro zahlreiche Pflanzen-Extrakte – teils aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, teils mitteleuropäische Arzneipflanzen – hinsichtlich ihrer Wirkung auf unterschiedliche Entzündungsfaktoren untersucht.

Im Mittelpunkt stand dabei der Einfluss auf die so genannte induzierbare NO-Synthase. “Dieses Enzym wird während entzündlicher Prozesse gebildet und setzt in den Zellen Stickstoffmonooxid (NO) frei, welches unter anderem eine wichtige Rolle als Signalstoff im Entzündungsgeschehen spielt”, berichtet Blunder.

Extrakte der Artischocke zeigten eine hemmende Wirkung auf die NO-Produktion. In der Folge gelang es der Jungforscherin die dafür verantwortlichen Naturstoffe zu identifizieren, so dass nun an entsprechende Präparateentwicklungen gedacht werden kann.

www.kfunigraz.ac.at/phgwww

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