Bergzeit Experteninterview: Wandern mit Kindern

Bergzeit Experteninterview: Wandern mit Kindern

Foto: “Wandern mit Kindern” / Fotocredit & Quelle: © Bergzeit

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Wandern mit Kindern: Bergzeit Brand Managerin Barbara Geiger spricht im Interview über persönliche Erfahrungen und gibt Tipps


Keine Kompromisse bei den Schuhen und Gummibärchen


Bei Bergzeit ist Barbara Geiger für den Einkauf für Kinder zuständig. Ein wichtiges Thema für die Brand Managerin: Wandern mit Kindern. Dabei geht es um weit mehr als um die richtige Ausrüstung. Es geht um neue Perspektiven und neue Ziele, für Klein und für Groß. Geiger weiß, wovon sie spricht. Sie hat selbst zwei Töchter (5 und 8 Jahre alt), ihr Partner zwei Söhne (6 und 8 Jahre alt). Oft ist die Familie unterwegs. Im Interview erzählt die 35-Jährige von Motivationshelfern, kindlichem Modege- schmack und wie sie ihre persönlichen Erfahrungen im Einkauf nutzt.

 

Frau Geiger, gibt es für Sie eine Hauptregel für das Wandern mit Kindern?

Barbara Geiger: Kein Druck. Kinder sollte man nicht drängen, sonst geht der Spaß verloren. Wenn man mal ein Ziel nicht erreicht, ist das in Ordnung. Mit Kindern ist plötzlich nicht mehr das Ziel das Ziel. Sondern der Weg. Das musste ich selbst erst lernen. Ohne Kinder betrachtet man Touren komplett anders. Man sucht sich einen Gipfel aus, den will man auch erreichen. Dann aber wechselt sich die Perspektive völlig. Da erlebt man selbst eine ganz neue Erfahrung, eine neue Perspekti- ve. Das Kleine wird wichtig. Und man hat auch ohne den Gipfel eine gute Zeit. Gemeinsam. Darauf kommt’s an.

 

Aber Motivationstiefs gibt es sicher auch, oder?

Natürlich. Die klassische Frage: ,Wann sind wir endlich daaaaaaaa?‘ – Wer kennt sie nicht?

 

Was tun Sie dagegen?

Tonnenweise Brotzeit und Gummibärlipausen, das hilft meistens (lacht). Und ablenken.

 

Wie?

Da gibt es viele Motivationshelfer. Im ersten Moment denke ich an spielen, singen, suchen. Das geht bei Klei- nigkeiten los. Man entdeckt hier eine Blume am Wegesrand und da einen schönen Baum. Wir haben oft ein Fernglas dabei oder eine Becherglaslupe, damit lässt sich viel erkunden, das ist immer spannend für die Kinder. Man muss sich nur darüber im Klaren sein: Das hält auf. Da steht dann das Tiersuchen im Vordergrund, nicht mehr das Wandern. 

 

Für Ablenkung muss man heutzutage oft gar nicht mehr selbst sorgen, da gibt es überall Angebote wie Lehr- pfade, Barfußwege, Entdeckungstouren für Kinder mit Spielen und Rätseln. Was halten Sie davon?

Da gibt es tolle Angebote. Die machen richtig Spaß. Nur finde ich es gut, wenn die Kinder auch lernen, dass die Natur an sich schon Spaß macht. Man muss nicht nur konsumieren, sondern kann auch selbst was kreieren, im Kleinen entdecken.

 

Wie trägt die Ausrüstung dazu bei, dass die Kinder Freude am Wandern haben?

In vielerlei Hinsicht. Auch vielleicht anders, als man denkt. Denn nicht immer ist die top-funktionelle Bekleidung die richtige. Als Eltern muss man da auch Kompromisse eingehen.

 

Inwiefern?

Kinder entwickeln recht schnell einen eigenen Geschmack, wissen genau, was sie anziehen wollen. Da stellt sich dann als Eltern die Frage: Wo ist die Grenze? Denn die Kinder sollen sich ja wohlfühlen, auch das ist Vorausset- zung für Spaß. Nur muss die Bekleidung schon auch Sinn machen.

 

Wo liegt eine Grenze in Ihren Augen?

Für mich das Wichtigste sind die richtigen Schuhe. Da gibt’s keine Kompromisse. Sie müssen guten Grip geben und vor allem perfekt sitzen. Und dazu geht man entweder in ein Fachgeschäft, wo der Fuß des Kindes vermes- sen wird oder vermisst den Fuß selbst und kann mithilfe des Größenratgebers die richtige Größe bestimmen. Denn selten können Kinder sagen, ob ihnen ein Schuh wirklich passt.

 

Wie schaut es bei der Bekleidung aus?

Da gehen die Kompromisse los. Gerade bei längeren Wanderungen spielen Funktionalität und Bewegungsfreiheit eine große Rolle. Da würde ich die Kinder nicht im Baumwoll-T-Shirt und Hoody loslaufen lassen, da schwitzen sie ja wie verrückt. Bei kürzeren Ausflügen kann man ja mit sich reden lassen, da kann‘s schon mal das Lieb- lings-Shirt sein. Ohne Funktion. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus achte ich im Einkauf darauf, dass wir bei Bergzeit ein breites Sortiment bieten. Von den Farben her, der Funktionalität und dem Preis. Damit man dem jungen Modegeschmack gerecht wird aber auch den Anforderungen der Eltern.

 

Welche Shirts würden Sie beispielsweise empfehlen?

Auch da kann man keine pauschalen Aussagen treffen. Es kommt darauf an, wie viel die Eltern ausgeben wollen, ob sie beispielsweise auf Nachhaltigkeit Wert legen und vieles mehr. Generell eignen sich Merino-Shirts gut, sie sind besonders hautfreundlich und flexibel einsetzbar. Im Winter zum Drunterziehen, im Sommer als beque- mes T-Shirt. Als zweite Schicht finde ich Fleece ideal. Das gibt’s in jeder Stärke und Dicke. Es ist sehr elastisch, wärmt, trocknet schnell und ist pflegeleicht.

 

Was ist mit den Hosen?

Da gibt’s nur eines: Robust sollten sie sein, an den Knien verstärkt. Denn Kinder toben oft herum, robben auf dem Boden. Da geht nichts über eine bequeme Hose, die was aushält.

 

Sollten Kinder schon einen Rucksack tragen?

Gerade die älteren schon. Das macht sie auch stolz, wenn sie ihr Getränk, ihre Brotzeit selbst tragen. Oft wollen die kleineren Geschwister – sagen wir mal mit fünf oder sechs Jahren – dann auch einen, wenn sie den Rucksack beim Bruder oder der Schwester sehen. Aber die Lust aufs Tragen vergeht dann oft recht schnell. Dann müssen die Eltern auskarteln, wer den Rucksack am Ende trägt (lacht). Grundsätzlich aber empfehle ich immer einen Rucksack mit Kindertragesystem, gepolstertem Rücken und Trägern. Damit nichts drückt und einschneidet und auch dem Rücken nicht schadet.

 

Gerade bei Kindern stellt sich schnell die Frage nach dem Preis: Wie viel investiert man, wenn es ihnen eh im nächsten Jahr schon nicht mehr passt?

Es gilt: Man muss nicht für alles ein Vermögen ausgeben. Es gibt auch tolle funktionelle Shirts im niederpreisigen Segment. Investiert man mehr, eignen sich bei zwei Kindern Unisex-Farben wie Dunkelblau oder Grau. Dann kann man die Bekleidung an die Jüngeren weitergeben. Generell empfehle ich: Nehmen Sie die Kinder immer zum Einkaufen mit.

 

Warum?

Weil das die Kinder motiviert. Wenn sie für die nächste Tour ihre Bekleidung und ihre Ausrüstung selbst mit aus- suchen dürfen.

 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß auf der nächsten Tour mit den Kids!

 

 

 

 

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Die Bergzeit GmbH mit Sitz im bayerischen Voralpenland startete vor über 20 Jahren als Tourenportal mit Alpinkompetenz und Optimismus. Ausrüsten. Inspirieren. Erleben. Darum geht es bei Bergzeit. Heute setzt sich das Unternehmen zum Ziel, mit Shop, Magazin und Erlebnis, mehr Bergzeit in das Leben seiner Kunden zu bringen. Bergzeit ist als führender Online-Anbieter für Bergsportausrüstung mit 40.000 Ar- tikeln von über 500 Marken im Sortiment erfolgreich. Zwei Filialen im Münchner Süden, das Online Magazin mit über 1.500 Beiträgen und das 2018 gegründete Bergzeit Erlebnis, geführte Touren und Kurse, tragen zum Unternehmenserfolg des Bergsportspezialisten bei. 330 Mitarbeiter geben ihre Begeisterung für Bergsport heute weiter. Dabei ist es dem Unternehmen ein Bedürfnis, menschlich, authentisch, kompetent, nachhaltig und zielorientiert den Weg zum Gipfel zu bestreiten. Seit 2012 gehört die Bergzeit GmbH zur Südtiroler Sportler AG.

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