Niederösterreichs Buchhändler statten Urlauber mit Ferien-Lektüre aus
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Einen Einblick, welchen Einfluss das Virus auf den Buchhandel ausgeübt hat, öffnete die Fachgruppen-Obfrau Buch- und Medienwirtschaft in der NÖ Wirtschaftskammer Irene Alexowsky. „Es wird weiterhin gelesen. Das ist die gute Nachricht, und daher sind wir auch zufrieden“, erklärte sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Allerdings hatten wir seit der Öffnung im Durchschnitt 20 Prozent weniger Besucher in den Geschäften. Und diese halten sich auch nur kurz auf, nehmen das gewünschte Buch oder die gewünschten Bücher mit und verlassen das Geschäft relativ rasch wieder“.
Als positiv hebt sie hervor, dass Bücher im Vorfeld häufig telefonisch oder auch über die Homepage der Buchhandlung bestellt werden, so dass ganz klar sei, weshalb der Kunde oder die Kundin ins Geschäft komme. Was wegfalle, sei das Zusatzgeschäft. In normalen Jahren halten sich die Leute in der Buchhandlung auf, schmökern, entdecken etwas und nehmen es mit.
Natürlich werden sich viele ihre Bücher für den Urlaub wieder in der Buchhandlung holen, meint sie. So wie im Jahr 2020 rechnet Alexowsky damit, dass vor allem wieder jene Bücher nachgefragt werden, die sich mit regionalen Wanderwegen, Radtouren oder mit Erlebniswerten in den einzelnen österreichischen Bundesländern beschäftigen. „Dabei setzt sich ein Trend des letzten Jahres fort: Die Bücher werden bevorzugt in der Buchhandlung vor Ort gekauft“, sagt sie. Dass vielen das Geschäft im Ort wichtig sei, höre sie immer wieder in persönlichen Gesprächen.
Gleichzeitig würden die Kunden sehr global denken. Sie sind informiert über Trends am Büchermarkt. „Was gekauft wird, sind vor allem Bestseller – internationale natürlich, aber auch regionale“, sagt die Buchhändlerin, die Buchhandlungen in Groß Enzersdorf und Haugsdorf betreibt. Als aktuelles Beispiel nennt sie die Biographie von Hugo Portisch „Aufregend war es immer“. Die Nachfrage sei momentan höher als die Verfügbarkeit. Auch die aktuellen Werke von Marc Elsberg oder Bernhard Aichner, die ganz oben auf den Bestsellerlisten stehen, werden bevorzugt gekauft. Alexowksy bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei den Medien, die immer wieder auch Bücherlisten publizieren.
Was momentan von den Kunden nur marginal wahrgenommen wird, sind regionale Neuerscheinungen, die nicht zu Bestsellern geworden sind, stellt sie bedauernd fest. „Früher wären uns Bücher wie „Beim Tierarzt sind wir alle gleich“ von Georg Grund-Groiss oder auch „Die Abrechnung“, geschrieben von der Gänserndorferin Christine Frey, aus der Hand gerissen worden“, sagt sie. „Das sind die klassischen Mitnahmeartikel aus der Region gewesen. Dass das fehlt, macht mich traurig. Dennoch überwiegt die Freude, dass Menschen lesen und ihre Bücher in der Region erwerben.“ (jm)