Anleitung zur achtsamen Kommunikation
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Mit der 3-Fragen-Regel zu einem besseren Miteinander und mehr Lebensqualität
Ein Plädoyer für strukturiertes Vorgehen bei jedem Konflikt
Schluss mit energieraubenden Diskussionen und endlosen Konflikten: Business und Life Coach Alice Nilsson zufolge kann achtsame Kommunikation uns allen zu mehr Lebensqualität verhelfen. Denn nachweislich – und nicht erst seit Corona – rauben uns Streitereien oder hitzige Wortgefechte, die scheinbar aus dem Nichts heraus eskalieren, nicht nur viel Zeit, sondern auch Nerven und können berufliche wie auch genauso private Beziehungen nachhaltig schädigen. Nilsson plädiert für mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander und definiert 3 Säulen, anhand derer man strukturiert an einen Konflikt herangehen kann, um Emotion herauszunehmen und in Folge schneller auf einen gemeinsamen Nenner – und damit zur Lösung – zu kommen.
Im Rahmen ihrer Beratungen als Business- und Life Coach redet Alice Nilsson viel mit Menschen. Das ist der Kern ihrer Tätigkeit, und gibt ihr tiefe Einblicke darüber, was die Personen bewegt, welche Probleme sie zu bewältigen haben und welche Fragestellungen aktuell vorherrschen – auf allen Beziehungsebenen, im Job genauso wie im Privatleben. Eines der häufigsten Themen in Beratungen ist die Frage, wie sich Konflikte lösen lassen – ein „Dauerbrenner“ bei Coaching-Sitzungen.
Alice Nilsson hat dazu einen ganz klaren Zugang. Sie ist überzeugt davon, dass die Art, wie wir mit uns selbst und anderen kommunizieren, in hohem Maße die Qualität unserer Beziehungen bestimmt. Für sie ist der wirksamste Schlüssel die Kunst der achtsamen Kommunikation. Denn die richtigen Worte können zum „Game Changer“ werden. Deshalb plädiert sie für ein strukturiertes Vorgehen nach klaren Regeln bei jedem Konflikt. Aber wie funktioniert achtsame Kommunikation? Wie lernt man sie? Worauf kommt es bei der Drei-Fragen Regel an? Und wie kann man sie im Alltag anwenden?
Frau Nilsson, was macht achtsame Kommunikation aus?
Grundlegend gilt es zu wissen, dass achtsame Kommunikation auf drei Säulen basiert: ICH – DU – WIR.
- Bei der ersten Säule, dem ICH, sowie bei der der Kommunikation mit uns selbst, geht es um die Kunst „Lufthoheit“ – also Kontrolle – über die eigenen Gefühle zu gewinnen.
- Die zweite Säule, das DU erfordert eine wachsame Gesprächssteuerung – auch bei heiklen Themen oder hitzigen Diskussionen. Wer das kann, erlebt ein wertschätzendes Miteinander und erfüllende Beziehungen im Privatleben und Beruf.
- Die dritte Säule, das WIR, also die Verbindung miteinander, ist gekennzeichnet vom Bewusstsein für kollektive Resonanz. Alles was wir denken oder tun hat eine Auswirkung.
Die Art, wie wir mit uns selbst und anderen kommunizieren, bestimmt in hohem Maße die Qualität unserer Beziehungen. Im Mittelpunkt stehen Bedürfnisse: die eigenen, die des Gegenübers sowie die gemeinsamen. Ich nenne diese wirksame Methode die Drei-Fragen-Regel.
Worum geht es bei der Drei-Fragen-Regel?
Die Drei-Fragen-Regel ist ein sehr praktikables und wirksames Modell. Im Prinzip geht es um drei Fragen, die man sich stellen sollte, um die Basis für ein gutes, gelungenes Gespräch herzustellen. Kurz gesagt steht im Mittelpunkt, die drei Säulen „ICH – DU – WIR“ zu ergründen. Wie das geht? Zuerst ist es wichtig, das eigene Bedürfnis zu erkennen. Im zweiten Schritt geht es darum, das Bedürfnis des Gesprächspartners zu erkennen. Der dritte Schritt schließlich zielt darauf ab, das gemeinsame Bedürfnis herauszufinden. Das legt die Basis für die Kunst der achtsamen Kommunikation.
Welche drei Fragen sollte man sich stellen?
Die erste Frage lautet: Was ist mein Bedürfnis? Mit diesem ersten Schritt ist es wichtig, Klarheit über die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu finden, um für herausfordernde Gespräche vorbereitet zu sein. Das hat mit Selbstfürsorge und mit Empathie zu tun, – Empathie für sich selbst. Gerade Frauen neigen oft dazu, zwar empathisch für die Bedürfnisse anderer zu sein, aber die Empathie für sich selbst ist nicht so stark ausgeprägt. Gerade das ist hingegen die Voraussetzung für gelungene Kommunikation auf Augenhöhe. Die gute Nachricht ist: Man kann das üben. Ich frage meine Klienten meistens: Wie oft am Tag gelingt es Ihnen, inne zu halten, hinein zu spüren und zu beantworten: „Wie geht´s mir gerade jetzt, in diesem Augenblick?“ „Was triggert mich da jetzt?“ „Was will ich wirklich?“ „Was treibt mich an?“ „Was ist mein eigenes Bedürfnis in dieser Sache?“ Mit sich selbst in Kontakt kommen, statt sich zu ärgern, ruhig zu bleiben, anstatt zu beschuldigen und zu bewerten, das lernt man in diesem ersten Schritt. Denn das Erkennen und Anerkennen der eigenen Bedürfnisse und Gefühle ist die Basis für alles, – für jedes gute Gespräch. Denn wer sich selbst spürt, kann zum Dirigenten der eigenen Gefühle werden.
Die zweite Frage lautet: Was ist das Bedürfnis meines Gesprächspartners?
Gerade wenn man es mit einem Gesprächspartner zu tun hat, der wie ein „verbaler Revolverheld“ auftritt, ist es erfahrungsgemäß schwer, empathisch zu sein. Denn diese Hitzköpfe schießen oft wild drauf los, sie attackieren, sie beschuldigen, sie schüchtern uns ein und verletzen mit ihren Worten, Blicken und Taten.
Dennoch ist es entscheidend, den oder die andere in einem Wortgefecht zu verstehen, also wirklich achtsam hinzuhören, um herauszufinden was ihn oder sie bewegt. Das ist nicht einfach, aber es geht. Das Erfolgsrezept lautet: „Übernehmen Sie Kontrolle über Ihre Emotionen! Schalten Sie vorerst einmal auf Durchzug und stellen Sie gute Fragen!“ Das ist DIE Chance! Denn während der „Revolverheld“ sein Pulver verschießt und seinen Ärger ablässt, nimmt man sich einen Augenblick der Klarheit und fragt sich: „Was steckt da dahinter? Was will der Gesprächspartner mir eigentlich sagen? Welches Bedürfnis steckt in Wirklichkeit hinter diesem Ausbruch?“ Dieser Augenblick der Klarheit ist die Chance: Plötzlich kann man die Situation mit anderen Augen sehen und dem Gesprächspartner bzw. der Gesprächspartnerin mit Einfühlungsvermögen begegnen. Aus dieser Perspektive ändern sich auch die eigenen Gefühle.
Aber wie kann man in der Hitze des Gefechts gut mit einem aggressiven, untergriffigen Gesprächspartner umgehen?
Viele meiner Klienten fragen mich in solchen Situationen: „Wenn ich angegriffen werde, wie soll ich da empathisch sein und meinem Gesprächspartner mit Verständnis begegnen können? Vielmehr bin ich defensiv und erst mal baff, weil es mir in solchen Situationen jedes Mal die Sprache verschlägt. Und im Nachhinein ärgere ich mich, weil ich das Gespräch so nicht wollte.“ Nun, es scheint unmöglich und ist eine Anstrengung, aber es geht, wenn man sich das Ziel setzt, das gemeinsame Bedürfnis herauszufinden.
Klar, dazu braucht es eine Portion Gelassenheit und Souveränität. Aber das kann man lernen und im Alltag üben. Im Prinzip geht es um ein Bewusstmachen und um Kontrolle der eigenen Gedanken und Gefühle. Wenn man das schafft, wird jeder sofort sehen, dass sich das Gesprächsklima in der Sekunde ändert. Sobald das Gegenüber das Gefühl hat, dass man sich für seine bzw. ihre wahren Bedürfnisse interessiert und wirklich verstehen will, ist er oder sie wie ausgewechselt.
Wer die ersten beiden Schritte gemeistert hat und die zwei Fragen zu dem ICH und dem DU beantwortet hat, kann im Anschluss einen Konsens mit dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin finden. Dafür ist die dritte Frage entscheidend: Welches Bedürfnis haben wir beide gemeinsam?
Wer im Sinne der Drei-Fragen-Regel das eigene Bedürfnis trotz hitziger Diskussionen nicht aus den Augen verloren, und es sogar geschafft, hat das Bedürfnis des Gesprächspartners zu durchschauen, muss jetzt nur noch den dritten Schritt angehen. Dabei geht es darum, sich die Situation mit etwas Abstand quasi „von oben“ anzusehen und sich „Lufthoheit“ zu verschaffen. Das sorgt für Objektivität.
Wer das beherzigt wird sehr schnell sehen, dass es trotz des schwierigen Gesprächsverlaufs und der Hitze des Gefechts Gemeinsamkeiten gibt. Genau diese Gemeinsamkeiten zu identifizieren und dabei anzusetzen ist die Trumpfkarte dafür, das Gespräch in friedliche Bahnen zu lenken und lösungsorientiert zu einem konstruktiven Ende zu bringen.
Das klingt schlüssig, aber kann das im Alltag wirklich funktionieren?
Vereinfacht dargestellt lautet die Erfolgsformel der achtsamen Kommunikation: Gute Fragen stellen – an sich selbst, an das Gegenüber und in Hinblick auf eine gemeinsame Werteebene.
Zusammenfassend kann man also sagen: Fragen Sie nach Ihren eigenen Bedürfnissen und auch nach den Beweggründen Ihres Gesprächspartners. Dann sieht man, dass man mit etwas Abstand ziemlich schnell Gemeinsamkeiten finden wird. Klar, das braucht Übung, aber wer es einmal versucht hat wird vom Ergebnis positiv überrascht sein. Bei meiner Arbeit als Business- und Life-Coach sehe ich aus den Rückmeldungen der Menschen, mit denen ich arbeite, dass jene, die sich an der Drei-Fragen-Regel orientieren und dadurch „Lufthoheit“ einnehmen, also die nötige Souveränität gewinnen, um relativ rasch neue und konstruktive Lösungsmöglichkeiten zu finden.
Können Sie uns die Anwendung der 3-Fragen-Regel an einem praktischen Beispiel veranschaulichen?
Gerne zeige ich die Anwendung mit einem konkreten Fallbeispiel. Erst kürzlich kamen ein Mann und eine Frau zu mir ins Paarcoaching. Die beiden hatten sich kürzlich scheiden lassen und danach gab es nur noch Streit, und zwar über fast alles: das Sorgerecht für das gemeinsame Kind, unterbliebene Zahlungen, über Rechte und Pflichten etc. Die Situation war geprägt von Vorwürfen, Kränkungen, wütenden E-Mails, aggressiven Telefonaten usw. Die Folge: Diese Gemütslage trübte bei beiden ihren gesamten Alltag ein, führte zu großem Stress und Energieverlust. Eine traurige Geschichte, aber im Grunde ein Klassiker.
Ziel im Coaching war es, den getrennten Alltag in den Griff zu kriegen und eine neue Ebene des Umgangs miteinander zu finden. Im ersten Schritt ging es um die Beantwortung der Fragen: „Was fehlt Dir?“ „Was brauchst Du, damit es gut für Dich wird?“ „Was müsste für Dich geschehen, damit Du diese Sache abschließen kannst?“ Damit wurden im zweiten Schritt auch die Bedürfnisse des jeweils anderen klar. Nachdem jeder seinen Ärger ablassen konnte, Kränkungen ausgeräumt wurden und somit der Druck entwichen war, arbeiteten wir daran, dass jeder der beiden Ex-Partner „Lufthoheit“ gewinnen und das ganze Bild oben betrachten konnte. Und ganz schnell gab es einen gemeinsamen Nenner, ein gemeinsames Bedürfnis, das beide hatten: Das Wohl ihres Kindes.
Als die beiden das erkennen konnten, wurden aus zwei streitenden Ex-Partnern plötzlich wieder Eltern. Sie konnten ihr gemeinsames Ziel, ihren übereinstimmenden Wunsch richtig spüren. Sie wollten ihrem Kind – trotz der Trennung – richtig gute Eltern sein, und es wurde ihnen klar, dass ihr gemeinsames Kind oberste Priorität hat, dem alles andere unterzuordnen ist. Eine schöne und befreiende Erkenntnis. Erst in dem Bewusstsein, dass beide Elternteile das gleiche Bedürfnis haben, nämlich gute Rahmenbedingungen für ihr Kind zu schaffen, wurden konstruktive Lösungen möglich.
Anstatt einander streitend zu begegnen, lernten die beiden Ex-Partner, sich in ihrer Rolle und Verantwortung als Eltern neu zu begreifen. Beide kamen dann noch weiter zum Coaching, um achtsame und wertschätzende Kommunikation zu üben. Denn sie hatten verstanden, dass ein konfliktfreier Umgang miteinander zum Wohl ihres Kindes nur möglich ist, wenn sie das Gemeinsame und Verbindende in den Mittelpunkt stellen, und nicht das Trennende.
Über Alice Nilsson – Business & Life Coach
Alice Nilsson, 58, ist Kommunikationsexpertin und beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Menschen, mit Beziehungen und Kommunikation. Als Business & Life Coach ist es ihr ein Herzensanliegen, Menschen dazu zu ermächtigen, ihr Leben durch gute, wertschätzende Kommunikation zu verbessern.
Nach ihrem Studium der Handelswissenschaften an der WU Wien ist Alice Nilsson als Führungskraft in internationalen Werbeagenturen tätig und seit mittlerweile 13 Jahren in ihrer Rolle als geschäftsführende Gesellschafterin der Wiener Kommunikationsagentur MarkenStern GmbH erfolgreiche Unternehmerin.
Als konsequente Erweiterung ihrer Kommunikationsexpertise sieht Alice Nilsson ihre Tätigkeit als zertifizierter Coach und ist als Business- und Life Coach in Wien aktiv: Damit vereint sie ihre Begeisterung für die Beschäftigung mit Menschen und Beziehungen mit ihrer langjährigen Kommunikationserfahrung. Ihr Credo lautet: „Vieles wird leichter, wenn man darüber redet“. Sie ist davon überzeugt, dass gute Kommunikation in direktem Zusammenhang mit der Qualität von Beziehungen und einem positiven Lebensgefühl steht: Im Beruf, in der Familie, in der Liebe und im Leben. Denn Worte sind mächtig, sie können zerstören – oder Wunder bewirken.
Link zum Blog von Alice Nilsson: www.nilsson-coaching.at/blog