16.12. bis 08.02.: Ausstellung SCHAUM DER TAGE im Künstlerhaus

16.12. bis 08.02.: Ausstellung SCHAUM DER TAGE im Künstlerhaus

Foto, Fotocredit: © “Nives Kavurić-Kurtović, Lišeni leta ili podnožja, 1974” / Quelle: © Künstlerhaus

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Ausstellung zeitgenössischer kroatischer Kunst aus der Sammlung von Dagmar Meneghello

 

Die Ausstellung SCHAUM DER TAGE ist an der Schnittstelle von Kunst und Leben angesiedelt, dort, wo der Raum zum Spiegel der inneren Welt wird – wie der Raum im gleichnamigen Roman von Boris Vian, der im Gleichklang mit den Emotionen seiner Figuren atmet, wächst und vergeht. In diesem Sinne präsentiert sie den zeitgenössischen Salon der kroatischen Galeristin und Sammlerin Dagmar Meneghello. Er ist nicht nur ein physischer Ort, sondern ein lebender Organismus, pulsierend zwischen Intimität und Idee, zwischen individueller Vision und kulturellem Akt des Widerstands. In ihm ist Kunst keine Verzierung, sondern Atem – ein Atem gegen das Vergessen, gegen den Markt und gegen die Entropie des Geistes.

 

Wie Vians „Schaum der Tage“ eine Parabel über Liebe, Vergänglichkeit und geistige Sensibilität ist, so ist Dagmar Meneghellos Lebenswerk eine kroatische und zeitgenössische Variante davon: eine Liebe, die sich in zeitgenössische Kunst verwandelt; ihre Bucht Palmižana auf der Insel Sveti Klement, die zu einem Laboratorium der Ideen wird; und ihr Salon – ein Bereich zwischen Traum und Denken. Chloé, Vians Heldin, fällt einer Seerose zum Opfer, die in ihrer Lunge wächst; mit Chloé welkt und stirbt auch der Raum. Im Salon von Dagmar Meneghello jedoch ist diese Blume keine Metapher des Todes, sondern eine Metapher des Widerstands – Kunst als Heilmittel gegen die geistige Atrophie.

 

In ihrer abgelegenen Bucht Palmižana, fern von institutionellen Strukturen und einst am Rande der Zivilisation, erschuf Dagmar Meneghello über sechs Jahrzehnte hinweg etwas, das man Inselakademie nennen könnte: einen Raum der Freiheit und des Dialogs, ein Laboratorium für Kreativität, die die Grenzen künstlerischer Medien überschreitet. Dort arbeiteten Maler*innen, Bildhauer*innen, Intellektuelle, Dichter*innen und Musiker*innen im Rhythmus des Meeres, in Meneghellos Salon unter freiem Himmel, mitten in einem Robinson-Archipel vor der Adriaküste. Der Salon knüpfte an eine europäische Tradition an, nahm in der Bucht Palmižana aber eine mediterrane Gestalt an und wurde zu einem Ort, an dem aus Chaos Individualität geboren wurde. Dagmar Meneghello schuf Ordnung im Ungeordneten, ein ästhetisches Gefüge inmitten posttotalitärer Brüchigkeit. Ihre Arbeit war ein existenzielles Projekt, ein Akt moralischer Imagination – Kunst als Gegengift für Banalität.

 

Die Ausstellung SCHAUM DER TAGE präsentiert den Salon von Dagmar Meneghello ls zeitgenössische Neuinterpretation einer langen europäischen Tradition – von den Pariser Salons einer Madame de Staël bis zu den Wiener Salons einer Fanny von Arnstein oder Berta Zuckerkandl. Wie ihre Vorgängerinnen machte auch die zeitgenössische Salonnière Dagmar Meneghello ihren Raum zu einem Ort der Emanzipation, einem Haus, in dem Denken und Ästhetik sich an einen Tisch setzen. Mit der Erö nung des Salons in der Villa Rein in Zagreb im Jahr 2021 wurde Palmižana in die Stadt verpflanzt. Es ist ein Ort, an dem intime Gespräche über Kunst und regelmäßige Präsentationen von Werken aus der Sammlung zu ö entlichen Kulturveranstaltungen werden.

 

Die Sammlung Dagmar Meneghello umfasst über 3.000 Werke, doch Zahlen können in diesem Fall trügen. Es handelt sich nicht um ein Inventar, sondern um einen örper – ein atmendes System, das über Begegnungen, Gespräche und Emotionen funktioniert. In dieser Sammlung pulsiert jedes Werk in seinem eigenen Rhythmus, und ihre Sammelleidenschaft ist zu einer Form von Ethik geworden, geleitet von Instinkt, Intuition und Liebe. Deshalb ist die Sammlung weder linear aufgebaut noch marktorientiert – sie ist wie ein Geflecht, organisch, vielgestaltig, intuitiv und zusammengetragen mit Leidenschaft.

 

In der Ausstellung SCHAUM DER TAGE ist erstmals in Wien eine prachtvolle Auswahl jüngerer kroatischer Malerei und Skulptur zu sehen. Darin erweist sich die kroatische Kunst – zwischen Mittelmeer und Mitteleuropa, zwischen Intimität und Institution – als Lebenspuls der europäischen Kultur, als gleichwertiger Teil des europäischen kulturellen Gefüges und zugleich als Topologie der intimen Beziehung einer Frau zu Kunst und Kultur.

 

 

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