FR 9. April, 20:00: FREIES KINO: CONSTANZE RUHM, Stadtkino im Künstlerhaus
EINTRITT FREI!
PROGRAMM
BLACK MIRRORS TURNING BRIGHTER | 2 min. 35 sec., b/w, no sound |
Constanze Ruhm |2023
„I thought art was for women, I identified art as a female activity.“ (Suzanne Santoro)
Die Werkserie Black Mirrors (1975–1981) der amerikanisch-italienischen Künstlerin Suzanne Santoro sowie das Künstlerinnenbuch Un album di violenza der Amerikanerin Stephanie Oursler haben die Arbeit Dark Mirrors Turning Brighter, aber auch die Verwendung eines Spiegels als optische Vorrichtung bei den Filmaufnahmen zu A Shard is a Fragment of a Life, inspiriert. Dark Mirrors Turning Brighter verwebt in einer Computeranimation, die den zerbrechenden Spiegel aus A Shard Is a Fragment of a Life zeigt, Santoros „dunkle Spiegel“ mit Ourslers „Album der Gewalt“.
A SHARD IS A FRAGMENT OF A LIFE | Kinoversion einer 2 Kanal-Videoinstallation |
20 min. 24 sec. | color, sound | Constanze Ruhm | 2023
Um das Vergangene mit dem Gegenwärtigen zu verknüpfen und damit zu vergegenwärtigen; um die Geschichte und die Zeugnisse von weiblichen Gefangenen – von Revolutionärinnen, Diebinnen, Schauspielerinnen, von Malerinnen und feministischen Schriftstellerinnen – aus dem 17. Jahrhundert in die Gegenwart zu verlegen, nach Rom in die Casa Internazionale delle Donne, die in ebenjenem Jahrhundert als Frauengefängnis Buon Pastore errichtet wurde, und auch um das Thema des Fragments auf eine konzeptuell – ästhetische Ebene zu heben, wurde eine optische Vorrichtung konstruiert. Mittels dieser werden die Wirklichkeit und ihr Abbild, reflektiert in der Scherbe eines zerbrochenen Spiegels, innerhalb eines einzigen Bildkaders aufgenommen und miteinander verschmolzen. So erscheinen die Gespenster der imaginären Gefangenen als Reflexionen, als zerbrochene Körper, als Schatten mit unscharfen Rändern, die zwischen Realität und Fiktion, zwischen zwei ontologisch verschiedenen Abbildern umhergeistern.
GLI APPUNTI DI ANNA AZZORI / UNO SPECCHIO CHE VIAGGIA NEL TEMPO | 72 min.|
A / D / F | Constanze Ruhm 2020
Gli appunti di Anna Azzori / Uno specchio che viaggia nel tempo bezieht sich auf den Film ANNA von Alberto Grifi und Massimo Sarchielli (1972-75), der einige Monate im Leben eines jungen obdachlosen Mädchens gleichen Namens dokumentiert, die ein Kind erwartet und den Regisseuren im Frühling 1972 auf der Piazza Navona in Rom begegnet. Grifi und Sarchielli bieten ihr Hilfe an; im Gegenzug machen sie Anna zur Hauptfigur eines Filmprojekts, das zwischen Dokumentation und (Re)-Inszenierung, zwischen Empathie, distanzierter Beobachtung und Ausbeutung oszilliert. In Grifis und Sarchiellis Film wird das Mädchen Anna zur Darstellerin ihres eigenen Lebens. Gli appunti di Anna Azzori verwendet unter anderem Materialien aus dem Archiv Alberto Grifis, die nicht in den Film ANNA eingegangen sind, und ist seiner Heldin gewidmet.
CONSTANZE RUHM
geb. 1965 in Wien. Künstlerin, Filmemacherin, Autorin, Kuratorin. Studium an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien und am Institut für Neue Medien an der Städelschule Frankfurt / Main. Seit 1996 internationale Lehrtätigkeit (Professorin für Video und Film u. a. an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main; Merz Akademie Stuttgart; Art Institute Boston/Lesley University; seit 2006 Akademie der bildenden Künste Wien). Internationale Solo- und Gruppenausstellungen sowie kuratorische Projekte (Ausstellungen und Filmreihen); Symposien, Publikationen, Workshops, Präsentationen und Vorträge. Ihre Arbeiten untersuchen das Verhältnis unterschiedlicher zeitbasierter Formen zwischen Kino und Neuen Medien, und beschäftigen sich aus feministischer Perspektive mit Fragen von Identität, Repräsentation und Performativität.
Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.
Nächstes FREIE KINO:
Freies Kino Extended – Karin Fisslthaler
26.04.2024, 19:30 Uhr, Künstlerhaus Factory