Am 28. Juli ist Earth Overshoot Day
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„Ab 29. Juli stehen wir bei unseren Kindern in der Kreide“
Der diesjährige Earth Overshoot Day fällt auf den 28. Juli. Das bedeutet, an diesem Tag haben wir rechnerisch alle Ressourcen verbraucht, die unsere Erde in einem Jahr erzeugen kann – das ist die Aussagekraft hinter dem Datum, das jährlich vom Global Footprint Network errechnet wird.
1971 wurde der Earth Overshoot Day erstmals berechnet, an dem der menschliche Rohstoffverbrauch nicht mehr durch die Bildung neuer Ressourcen gedeckt werden kann. Sprich: Jeder Tag danach machen wir ökologische Schulden. Während dieser Tag 1971 noch auf den 25. Dezember fiel – die Menschheit also nur sechs Tage lang mehr Ressourcen verbrauchte, als zur Verfügung stehen – fällt dieses Datum heuer bereits auf den 28. Juli.
„Ab 29. Juli stehen wir damit bereits bei unseren Kindern und Enkelkindern ökologisch in der Kreide“, so Peter Windischhofer von refurbed. „156 Tage lang werden wir heuer also Ressourcen verbrauchen, die nicht uns gehören. Das ist circa so, als ob mein Gehalt am 17. des Monats aufgebraucht ist und ich den Rest des Monats auf Pump lebe“, so der Gründer des Green-Tech-Scale-ups refurbed, dem Online-Marktplatz für nachhaltigen Konsum.
Pandemiejahr hat menschlichen Einfluss gezeigt
Seit 2018 ist der Earth Overshoot Day bereits im Juli angekommen. Die einzige Ausnahme in der Statistik des konstant nach vorne rückenden Termins ist das Pandemie-Jahr 2020, in dem wir wegen Lockdown & Co. ausnahmsweise „erst“ am 22. August unsere weltweiten Ressourcen verbraucht hatten. „Das Jahr 2020 hat gezeigt, wie viel Einfluss wir als Gesellschaft haben“, so Windischhofer. „Jetzt müssen wir lernen, auch ohne Corona Wege zu finden, um das Datum nach hinten zu verschieben“, ist der Oberösterreicher überzeugt.
Österreichs Overshoot Day wäre bereits am 6. April
Dabei haben gerade die Österreicher:innen besonders viel Grund, ihren Lebensstil zu hinterfragen und zu ändern: Der Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 im Jahr 2021 beträgt laut Oekonews.at stattliche 8,2 Tonnen. „Würden alle Menschen auf der Welt so leben wie wir Österreicher:innen, hätten wir den Earth Overshoot Day heuer schon am 6. April begangen“, so Windischhofer über das unangenehme Datum, welches das überbordende österreichische Konsumverhalten in eine konkrete Zahl gießt.
„Veränderung muss leicht sein, sonst ist sie nicht langfristig“
„Es stimmt einfach nicht, dass der oder die Einzelne nichts tun kann“, weiß Windischhofer aus eigener Erfahrung. „Alles, was wir tun, hat Effekte – die einen hören auf, Fleisch zu essen, die anderen steigen vom Auto auf den Zug um. Corona hat gezeigt, dass Homeoffice flächendeckend möglich ist und viele Kilometer in unserem Alltag auch einfach überflüssig sind“, ist der engagierte Unternehmer überzeugt. „Wichtig ist, dass wir uns die Veränderungen im Verhalten leicht und angenehm machen, nur dann sind sie dauerhaft. Unser Konsumverhalten ist im Wandel. Das Konzept ‚reuse – recycle – repair‘ setzt sich langsam in den Köpfen der Menschen durch. Aber jeder Mensch ist anders, jeder Mensch kann woanders CO2 einsparen. Der Erde ist nicht wichtig, wo wir einsparen, sondern nur, dass wir es tun.“
Zahlen für Österreich (ausgestoßenes CO2), Quelle: ourworldindata.org
1971
52,07 Millionen Tonnen | bei 7,7 Millionen Einwohner:innen| 6,72 Tonnen pro Person
2017
69,60 Millionen Tonnen | bei 8,8 Millionen Einwohner:innen | 7,90 Tonnen pro Person
2020
60,00 Millionen Tonnen | bei 8,96 Millionen Einwohner:innen | 6,6 Tonnen pro Person
Earth Overshoot Day: Das Konzept des Earth Overshoot Day wurde von Andrew Simms (New Economics Foundation) entwickelt.
2006 wurde gemeinsam mit dem Global Footprint Network die erste globale Earth Overshoot Day-Kampagne gestartet, seit 2007 beteiligt sich der WWF, die weltweit größte Naturschutzorganisation.
Über refurbed: Refurbed ist der am schnellsten wachsende Online-Marktplatz für refurbished Produkte in der gesamten DACH-Region. 2017 von Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl in Wien gegründet, beschäftigt refurbed mittlerweile mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Plattform bietet vollständig erneuerte elektronische Geräte bis zu 40% günstiger und mit mindestens zwölf Monaten Garantie an. Durch das Refurbishment wird 70% weniger CO2 als bei der Herstellung eines Neugeräts ausgestoßen. Für jedes verkaufte Produkt wird zudem ein Baum gepflanzt. Refurbed ist damit CO2-negativ, weil das Green-Tech-Start-up mehr CO2 kompensiert als durch das Refurbishment verursacht wird. Alle refurbed Produkte sind somit 100% nachhaltiger als Neugeräte. Mittlerweile umfasst das Sortiment auf dem Marktplatz mehr als 18.000 Produkte – von Smartphones, Laptops und Tablets bis zu Haushaltsgeräten oder E-Bikes. Seit Mai 2022 bietet refurbed in seiner Kategorie Fashion auch neue Mode aus recycelten Materialien an. Aktuell ist refurbed in 9 Ländern aktiv, darunter Österreich, Deutschland, Schweden, Italien, Irland und Dänemark und in vier weiteren präsent.