INTEGRAL-Studie zu Fridays for Future

INTEGRAL-Studie zu Fridays for Future

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Jugend: Angst vor dem Klimawandel, aber geringe Verzichtsbereitschaft


Die  Hitze  hatte  uns  diesen  Sommer  wieder  voll  im  Griff    und  alle  sprechen  über  den Klimawandel.  Die  Schüler  machen  zwar  jetzt  Ferien,  nicht  aber  die  Fridays-for-Future- Bewegung. Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie viele junge Menschen haben wirklich an einer FFF-Veranstaltung teilgenommen? Und ist die Bevölkerung der Ansicht, dass diese Bewegung etwas bewirkt? Was tragen die Menschen hierzulande im Alltag selbst zum Klimaschutz bei? Diesen   und   weiteren   Fragen   ist   INTEGRAL   im   Rahmen   einer   aktuellen   Onlinestudie nachgegangen.

 

Drei Viertel der Jungen haben große Angst vor dem Klimawandel

„Der Klimawandel macht mir große Angst“: Dieser Aussage stimmen 6 von 10 Befragten sehr oder eher zu. Frauen sorgen sich noch etwas stärker als Männer. Bei der jungen Generation im Alter von 14 bis 24 Jahren sind sogar 74 % besorgt. Umgekehrt findet mehr als jeder Vierte in der Gesamtbevölkerung, aber nur 18 % der Jungen, dass der Klimawandel überbewertet wird.

Klimaschutz fokussiert auf Smartphone-Kauf, Mobilität und Regionalität

Die   Bereitschaft,   dem   Klima   zuliebe   auf   Annehmlichkeiten   zu   verzichten,   fällt   sehr unterschiedlich aus. 64% erklären mit großer Selbstverständlichkeit, vom Kauf des neuesten Smartphones zugunsten des Klimas abzusehen – jedoch nur jeder Zweite (47%) in der jungen Generation.

Im Bereich der Mobilität ist eine mittlere Verzichtsbereitschaft zu beobachten. 44% achten (fast) immer darauf, kurze Strecken öffentlich oder mit dem Rad zurückzulegen. Ebenso viele (43%) sind bereit, weniger Fernreisen zu unternehmen. In der jungen Generation ist diese Bereitschaft mit 28% deutlich schwächer ausgeprägt. Weiters würde nur rund jeder Vierte (23%) auf ein eigenes  Auto  verzichten.  Hier  zeigen  die  Jungen  eine  höhere  Verzichtsbereitschaft  (34%). „Persönliche Präferenzen stehen der Bereitwilligkeit entgegen, einen positiven Beitrag für unser Klima zu leisten. So ist die Alltagsmobilität ohne Auto für viele nicht vorstellbar. Dies gilt auch für den bewussten Verzicht auf Fernreisen, vor allem für die junge Bevölkerung.“, so Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von INTEGRAL.

Im  Konsumbereich  ist  die  Bereitschaft,  einen  Beitrag  für  das  Klima  zu  leisten,  ebenfalls gemischt. Beim Einkaufen auf regionale Produkte zu achten, fällt 44% der Befragten leicht – nicht zuletzt, da das Thema Regionalität derzeit voll im Trend liegt. Auf Fast Food, Lieferessen und Coffee to Go  könnten noch 39% verzichten.  Billiger  Kleidung abzuschwören, kann  sich jedoch mit 16% nur eine Minderheit vorstellen. Und zur Fleisch-Askese sind gar nur 6% bereit.


Ältere verzichten auf Konsum eher als Junge

Interessant ist im Konsumbereich der Blick auf die junge Generation: Er zeigt in den meisten Fällen eine geringere Verzichtsbereitschaft als im Bevölkerungsdurchschnitt. Dem Vegetarismus sind  Junge  aber  deutlich  stärker  aufgeschlossen  als der  Schnitt.  „Das Verhalten ist  auch  in hohem  Ausmaß  eine  Frage  des  sozialen  Milieus.  So  sind  die  nachhaltigkeitsorientierten Postmateriellen viel eher bereit, etwas zu tun, als andere Sinus-Milieus®“, so Mayr weiter.

Jeder Zehnte in der jungen Generation hat schon bei Fridays for Future teilgenommen

Die ausgeprägte Angst vor dem Klimawandel und die Wut über die Klimaschutzversäumnisse der älteren Generation sind zweifelsohne zentrale Treiber für den Erfolg von Fridays for Future. Nur  ein  Viertel  der  Jugendlichen  hat  bislang  noch  nichts  von  dieser  Klimaschutzbewegung gehört. In Österreich ist die Bewegung dennoch eher zurückhaltend: 12% haben selbst bereits teilgenommen. Ein Vergleich mit unseren deutschen Nachbarn zeigt, dass mit 24% der 14-24-Jährigen doppelt so viele Junge sich für das Klima aktiv engagieren. Das hat unser Partner SINUS in Kooperation mit Respondi herausgefunden.

Ein gutes Drittel aller Befragten und 45 % der Jungen sind optimistisch, dass die Fridays for Future Bewegung etwas verändert. Die Optimisten finden sich vor allem in der städtischen, gebildeten Bevölkerung.

Dies sind  Ergebnisse aus der  INTEGRAL-Eigenforschung. Im Rahmen  einer  Online-Befragung wurden im Juli 2019 657 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 14  und  69  Jahren  befragt.  Die  Junge  Generation  (14-24  Jahre)  wurde  auf  n=207  Befragte aufgestockt und repräsentativ gewichtet.

 

Über INTEGRAL

INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und  Empfehlungen.  In  Kooperation  mit  dem  Heidelberger  SINUS-Institut,  dessen  Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu® Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.

 
 
 
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Quelle: INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H

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