Gezielte Therapie als Schlüssel gegen weißen Hautkrebs – schmerzfrei dank Tageslicht
@frauenbusinessatalexa | Tulbinger Kogel, 24. April 2025 | Werbung.Unbezahlt.
Aktinische Keratosen
In Österreich erkranken immer mehr Menschen an aktinischen Keratosen, einer Vorstufe von hellem Hautkrebs. Seit 2024 ist die laut Experten flächendeckend behandlungsbedürftige chronische Erkrankung in die Liste der Berufserkrankungen aufgenommen. Eine schmerzfreie, praktikable und flächendeckende Behandlung ist die Photodynamische Tageslicht-Therapie (PDT). Sie bewirkt eine Zellerneuerung mit positivem Nebeneffekt eines besseren Hautbildes.
Aktinische Keratosen sind eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, einer Form von hellem Hautkrebs, und zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen bei hellhäutigen Menschen. „Vor allem Menschen, die sich beruflich oder privat viel im Freien aufhalten, sind davon betroffen, üblicherweise Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Es ist eine chronische Erkrankung, bei der man immer Hautflächen und nicht nur einzelne Stellen behandeln muss“, erläutert Prim. Priv. Doz. Dr. Christian Posch, Wiener Gesundheitsverbund, Abteilungsvorstand der Dermatologie an den Kliniken Hietzing/Landstraße. Im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Betroffenen deutlich gestiegen. In Deutschland ist jeder Zehnte über 60 Jahre betroffen. Vermutlich liegt diese Zahl noch um vieles höher.[1]. Seit 2024 zählen Aktinische Keratosen in Österreich zu den Berufskrankheiten.[2]
Besonders gefährdet sind Gesicht, Ohren, unbehaarte Kopfhaut, Hals, Dekolleté, Handrücken, Unterarme und Schultern. Raue oder krustige Hautstellen, die hautfarben, rötlich oder bräunlich sein können, deuten auf aktinische Keratosen hin. In ca. 5 Prozent können sich diese Stellen zu invasivem Hautkrebs weiterentwickeln und sind somit auch aus Sicht von ao. Univ.-Prof.in Dr.in med. univ. Gudrun Ratzinger, Direktorin der Univ.-Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Innsbruck, behandlungsbedürftig. „Eine Flächenbehandlung durch photodynamische Therapie – u.a. mit Tageslicht – kann Operationen und Folgeerkrankungen verhindern. Bei dieser Therapie wird ein Lichtsensibilisator in oberflächlichen, entarteten Zellen angereichert und anschließend durch Licht aktiviert. Dies führt zur Zerstörung der betroffenen Zellen“, erklärt die Expertin.
Unkompliziert und nahezu schmerzfrei
Sind konventionelle photodynamische Therapien über eine Rotlicht-Leuchte mit ausgeprägten phototoxischen Effekten und oft starken Schmerzen an der Applikationsstelle verbunden, lösen Therapien mit natürlichem Tageslicht einen konstant mikro-phototoxischen Effekt aus, sodass der Schmerz meist unterschwellig bleibt. Die betroffenen Stellen werden entfettet sowie sorgfältig von Schuppen und Krusten befreit. Danach wird ein chemischer Lichtschutzfaktor aufgetragen, um einen Sonnenbrand während der Behandlung zu vermeiden. 30 bis 60 Minuten später wird das lichtsensibilisierende Gel durch den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin großflächig auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Die Behandlungszeit bei vollem Tageslicht und Temperaturen über 10 °C sollte zwei Stunden betragen.
[1] https://infoportal-hautkrebs.de/hautkrebsarten/heller-hautkrebs/aktinische-keratosen.
[2] https://www.svs.at/cdscontent/load?contentid=10008.727847&version=1575297383
Die Vorteile der Tageslicht-PDT im Überblick
- Einmaltherapie
- Ideal zur großflächigen Anwendung
- Hohe Wirksamkeit
- Lokale und selektive Wirkung
- Gezielte Zerstörung neoplastischer Zellen durch selektive Anreicherung des Photosensibilisators[1][2]
- Abklingen der Lokalreaktionen nach ca. 1 Woche
Verbesserung der Hautqualität als positiver Nebeneffekt
Nach der photodynamischen Therapie beginnt die Haut, sich zu erneuern. Die zerstörten Zellen werden durch gesunde Hautzellen ersetzt. Nach 1 bis 4 Tagen beginnt die Haut sich zu regenerieren. Die in der Regel leichten bis mittelschweren Symptome klingen im Normalfall nach einigen Tagen ab. Nach ca. 3 Monaten wird der Behandlungserfolg sichtbar. Sollte es wider Erwarten zu keiner vollständigen Abheilung der Hautläsionen gekommen sein, können diese erneut behandelt werden. Als positiver Nebeneffekt einer flächig angewandten photodynamischen Therapie bei aktinischen Keratosen kann sich das Erscheinungsbild der Haut noch bis zu 12 Monaten nach der Behandlung sichtbar verbessern[3][4].
„Die Tageslicht-PDT ist eine praktikable, sichere und schmerzfreie Flächenbehandlung für oberflächliche Varianten von weißem Hautkrebs. Diese schonende Therapie mit kosmetisch ausgezeichneten Ergebnissen eignet sich somit ideal zur Vermeidung von invasivem weißen Hautkrebs“, schließt Univ.-Prof.in. Gudrun Ratzinger ab.
[1] Yang X et al. Int J Mol Sci 2015;16:25865-80
[2] Schulten R et al. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol 2012;385:969-79
[3] Reinhold U et al. Br J Dermatol 2016;175:696-705
[4] Reinhold U. Future Oncol 2017;13(27):2413-2428