Interview mit Kathi Goldscheider, der Erfinderin und Gründerin von minibag

Interview mit Kathi Goldscheider, der Erfinderin und Gründerin von minibag

Quelle + Foto: Kathi Goldscheider / Fotocredit: © Anna Tomczak – https://www.mylifephotos.ch/

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Die minibag wurde vor fünf Jahren von der Grazerin Kathi Goldscheider entwickelt. Am Beginn der Erfolgsgeschichte stand die Suche nach einer praktischen Handtasche, die sowohl eine Mutter als auch eine Businessfrau optimal durch ihren Alltag begleitet. In kleinen Manufakturen in Italien und der Schweiz werden die stylischen Ledertaschen nachhaltig gefertigt. Sie sind mittlerweile in mehr als 50 Geschäften in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Online-Shop erhältlich. frauen-business.at hat mit Kathi Goldscheider über ihre Rolle als selbständige Working Mum gesprochen und auch darüber, wie sie die Rolle der Frau im Management sieht. Ausserdem verrät sie uns, wie sie Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen integrieren kann.

 

f-b.at: Wann und warum haben Sie sich entschieden, eine eigene Firma zu gründen?

K.G.: Meine Eltern waren schon selbständig, also habe ich mit der Muttermilch mitbekommen, dass man selbst und ständig arbeitet.

 

f-b.at: Wie können Sie Familienleben und Business trennen bzw. miteinander vereinbaren?

K.G.: Mein Mann ist auch selbständig und die Arbeit gehört bei unserer Familie zum Leben dazu. Wir reden auch viel mit unseren drei Kindern darüber und manchmal helfen sie mit. Wir versuchen ihnen vorzuleben, dass Arbeiten (meistens) Spass macht.  

 

f-b.at: Was würden Sie nächsten Generationen raten – sich selbständig zu machen oder im Angestelltenverhältnis bleiben?

K.G.: Es ist eine Typsache. Für die einen ist ein Angestelltenverhältnis viel besser, für die anderen nicht. Als Selbständiger muss man es schaffen, sich immer wieder selbst zu motivieren und das kann mitunter lohnend aber auch anstrengend sein.

 

f-b.at: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

K.G.: minibag soll Marktführer bei kleinen Taschen werden.😉

 

f-b.at: Führen Frauen ein Unternehmen bzw. dessen Mitarbeiter anders als Männer?

K.G.: Frauen und Männer sind meiner Meinung nach total unterschiedlich. Männer sind meistens rationaler, Frauen emotionaler. Beides ist wichtig. 

 

f-b.at: Sie sind als Frau in leitender Position tätig. Wie gehen Ihre Mitarbeiter mit dieser Position um?

K.G.: Bei uns arbeiten fast nur Frauen. Antonio, unser schweizer Vertreter ist unser einziger Mann und er gibt uns wichtige Inputs.

 

f-b.at: Sie sind eine Working Mum. Welche Vorteile bringt es Ihnen, neben der Familie zu arbeiten und welche Vorteile bringt es dem Unternehmen, dass Sie Familie haben?

K.G.: Als Working Mum ist man immer ein wenig gespalten. Entspreche ich meiner Rolle als Mutter, wenn ich zuviel zu tun habe, oder entspreche ich meiner Rolle als Geschäftsführerin wenn ich Zeit mit den Kindern verbringe? Ich habe da erst nach etlichen Jahren meine Balance gefunden, sogar für etwas Zeit für mich selbst; die ist auch sehr wichtig. Ein Vorteil als selbständige Mutter ist, dass man seine Zeit besser einteilen kann. Das heisst, wenn mein Kind krank ist, muss ich nur mir Rechenschaft abgeben, wenn ich das Kind pflege. Der Nachteil ist, dass ich auch in den Ferien nie ganz abschalten kann.

 

f-b.at: Wie würden Sie die Unternehmenskultur in Ihrer Firma beschreiben?

K.G.: Wir sind immer noch ein Start-up, mit allen Höhen und Tiefen.

 

f-b.at: Wie kam es zu der Idee der minibag?

K.G.: Ich wollte eine Geldtasche, die ich immer bei mir habe. Klingt super easy, aber ich habe schlicht keine gefunden. Deshalb der Entschluss: Ich entwickle selbst die Tasche meiner Träume. Und achte dabei auf alles, was mir wichtig ist – Aussehen und Funktionalität, Qualität natürlich, aber auch lokale und möglichst ökologische Produktion, faire Arbeitsbedingungen und kurze Transportwege.

 

f-b.at: Die minibag gibt es in ganz vielen wunderschönen Farben und dazu viele verschiedene passende Accessoires. Woher nehmen Sie die Inspirationen für all dieses praktische Zubehör?

K.G.: Ich trage minibag selber täglich und die Accessoires kommen aus meinen eigenen Bedürfnissen und denen meiner Freundinnen. Das neue Glasscover zum Beispiel habe ich entwickelt, weil mir in der minibag der Platz für die Sonnenbrille abgegangen ist. In Coronazeiten brauchte ich mehr Platz für Desinfektionsmittel und Maske… also haben wir die minibag Plus entwickelt. 

 

f-b.at: Das Sortiment wird laufend durch neue Farben und Accessoires erweitert, bleibt aber im Segment der „minibag“. Denken Sie daran, etwas ganz Neues, Anderes zu entwickeln – vielleicht eine „maxibag“?

Wir diskutieren ständig darüber. Jetzt testen wir gerade einen Shopper, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir ihn wirklich ins Programm aufnehmen werden. Wir bringen nur Produkte auf den Markt, wenn wir überzeugt sind, es besser machen zu können.

 

f-b.at: Die minibag gibt es auch als vegane Variante. Wie wird das von den Kundinnen angenommen?

K.G.: Ich habe lange nach einem guten veganen Material gesucht weil ich kein Plastik verwenden wollte und mit dem “Kaktusleder” eines gefunden. Wenn ich erhlich bin, dachte ich, dass es besser aufgenommen wird. Da müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten. 

 

f-b.at: Nachhaltigkeit spielt, wie schon angesprochen, in Ihrem Unternehmen eine Rolle – Stichwort vegane minibag aus Kaktusleder. Wie können Sie in Ihrem Unternehmen noch weiter zu Umweltbewusstsein beitragen?

K.G.:Wir produzieren lokal und haben wirklich kurze Transportwege. Durch die modulare Innentasche kaufen Kundinnen auch nur die Aussentasche. Das spart Geld, aber auch Ressourcen. 

 

f-b.at: minibag ist auf Facebook, Pinterest und Instagram unterwegs. Wie wichtig sind diese Social Media Kanäle für Ihr Unternehmen?

K.G.: Wir setzen sehr stark auf die sozialen Medien und haben 2022 vor, unsere minibag Trägerinnnen mit ihren minibags mehr in den Fokus zu rücken.

 

f-b.at: Die minibag wird erfolgreich in Geschäften in ganz Europa vertrieben. Kleine Taschen sind ganz stark im Trend – was macht die minibag aus, sich gegen die große Konkurrenz durchzusetzen?

K.G.: Als ich mit minibag begonnen habe, gab es schlicht keine clevere kleine Taschen. Ich hätte sonst einfach eine gekauft. Heute gibt es viele kleine Taschen aber minibag ist meiner Meinung nach die “Durchdachteste” und am vielseitigsten einsetzbare kleine Tasche, die es am Markt gibt. Dabei wird sie auch noch fair und lokal produziert und ist so in jeder Beziehung ein guter Begleiter für viele Jahre. 

 

f-b.at: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg und Freude!

 

 https://de.minibag.com/

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