Agroforst in Österreich auf dem Vormarsch – wie Bäume Äcker klimafit machen
@frauenbusinessatalexa | Wien 2026 | Werbung.Unbezahlt.
Was passiert, wenn man Bäume zurück auf den Acker bringt? Die Antwort liefert ein Konzept, das in Zeiten von Klimakrise und zunehmenden Wetterextremen an Bedeutung gewinnt: Agroforst. Erste Projekte zeigen, welches Potenzial in dem System steckt.
Das Agroforst-Konzept ist eigentlich ganz einfach: Bäume werden gezielt in landwirtschaftliche Flächen wie Weiden oder Äcker integriert. Nicht zur Zierde, sondern als funktionaler Bestandteil des Systems. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, gilt heute als einer der vielversprechendsten Ansätze, um Landwirtschaft nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen. Während Agroforst in vielen Ländern bereits seit Jahren etabliert ist und aktiv gefördert wird, steckt der Ansatz in Österreich noch vergleichsweise in den Anfängen. Dabei steigt gerade hier der Handlungsdruck: Zunehmende Trockenperioden, häufigere Starkregenereignisse und Bodenerosion setzen landwirtschaftlichen Betrieben immer stärker zu. Agroforst bietet eine konkrete Antwort auf diese Herausforderungen.
Wie funktioniert Agroforst?
Bäume werden gezielt in Acker‑ oder Weideflächen integriert und übernehmen dort bestimmte ökologische Funktionen. Agroforstsysteme stärken landwirtschaftliche Flächen ganzheitlich: Gehölze verbessern Wasserhaushalt und Bodenstruktur, reduzieren Erosion und schaffen zusätzliche Lebensräume. Gleichzeitig bleibt die landwirtschaftliche Nutzung erhalten, während Kohlenstoff langfristig in Biomasse und Böden gespeichert wird.
Vom Konzept in die Praxis: Förderung für Österreichs Landwirtschaft
Für die Umsetzung von Agroforstsystemen in landwirtschaftlichen Betrieben bietet myclimate ein spezielles Förderprogramm an: Die internationale Klimaschutzorganisation mit Schweizer Wurzeln wurde 2002 als Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) gegründet. Als Non-Profit-Organisation entwickelt und unterstützt myclimate weltweit Klimaschutzprojekte und fördert nachhaltige Lösungen mit messbarer Wirkung. Das Agroforst-Förderprogramm wurde gemeinsam mit dem Umsetzungspartner SilvoCultura speziell für den DACH-Raum konzipiert, um landwirtschaftliche Betriebe bei Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.
Landwirtschaftliche Betriebe erhalten Unterstützung bei Planung, Pflanzung und langfristiger Pflege von Agroforstsystemen. Die Finanzierung erfolgt über Klimaschutzbeiträge von Unternehmen. Einer der Unternehmenspartner ist Lottoland, das so die Umsetzung von Agroforstsystemen in Österreich unterstützt.
Erste Ergebnisse in Österreich
Aktuelle Zahlen des Förderprogramms zeigen, dass sich auch in Österreich immer mehr Betriebe dazu entscheiden, Bäume gezielt in ihre Bewirtschaftung zu integrieren, um die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gegenüber Klimarisiken zu erhöhen.
Stand Januar 2026:
· 36 landwirtschaftliche Betriebe setzen Agroforst um
· 3.929 Bäume wurden bereits gepflanzt
· rund 170 Hektar Fläche werden entsprechend bewirtschaftet
· daraus ergibt sich ein CO₂-Bindungspotenzial von etwa 21.210 Tonnen
Dass davon nicht nur die Natur, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion profitiert, zeigt der Betrieb von Gregor Lehner in Ansfelden (Oberösterreich): Auf einer Fläche von 25 Hektar wurden Obst-Bäume in die bestehenden Ackerflächen integriert. Die Bäume fördern Biodiversität und Bodenqualität, liefern gleichzeitig aber auch Erträge in Form von Äpfeln und Birnen. Durch eine angepasste Anordnung der Bäume bleibt die Bewirtschaftung weiterhin vollständig mechanisiert möglich.
Weitere Beispiele für Agroforstprojekte sind der von Familie Steindl bewirtschaftete Naturhof Wieser in Haidershofen (Niederösterreich), der auf die enge Verknüpfung seines Agroforstsystems mit der Weidehaltung setzt, und der Betrieb von Johannes Doppelbauer in Wels (Oberösterreich), in dem 380 Obstbäume den Humusaufbau des Bodens unter anderem durch Beschattung und Laubfall unterstützen.
„Die Unterstützung von Unternehmen wie Lottoland ermöglicht es, Klimaschutzprojekte wie unsere Agroforst‑Initiative in Österreich umzusetzen. Neben internationalen Projekten sind regionale Initiativen für myclimate ein wichtiger Bestandteil wirksamen Klimaschutzes. Sie machen Wirkung vor Ort sichtbar – etwa durch Besuche auf landwirtschaftlichen Betrieben, bei denen die Vorteile von Agroforst für Klima, Boden und Betriebe konkret erlebbar werden“, so Christof Fuchs, Geschäftsführer myclimate Österreich.
„Da Österreich ein wichtiger Markt für Lottoland ist, engagieren wir uns im Rahmen von myclimate für regionalen Klimaschutz. Die Agroforst-Projekte sind ein gutes Beispiel dafür, wie man in mehrfacher Hinsicht sinnvoll ökologisch unterstützen kann. Neben den positiven Aspekten für den Klimawandel stärken wir damit gezielt die regionale Landwirtschaft“, sagt Laura Pearson, Vice President of Global Corporate Affairs von Lottoland.