Interview mit Stefanie Klausegger – My Magpie Vienna
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Statement-Schmuck im Wiener Jugendstil
Schmuckstücke, die die Ästhetik der Wiener Moderne mit einer Produktion mittels 3D-Druck verbinden, sind das Herzstück des jungen Wiener Schmucklabels MY MAGPIE Vienna. Die Marke der studierten österreichischen Industriedesignerin Stefanie Klausegger bietet kunstvollen und außergewöhnlichen Schmuck aus flexiblem 3D gedrucktem Polyamid, teilweise mit Komponenten in Sterlingsilber 925 vergoldet. Die Kreationen sind superleicht und angenehm zu tragen und ein absoluter Hingucker im Alltag und abends. Die federleichten Schmuckstücke, inspiriert vom Wiener Jugendstil, garantieren einen hohen Tragekomfort, was für einen glamourösen, aber zugleich auch sehr angenehmen Auftritt sorgt.
frauen-business.at hat mit Stefanie Klausegger über ihre Rolle als selbständige Working Mum gesprochen und auch darüber, wie sie die Rolle der Frau im Management sieht. Ausserdem verrät sie uns, wie sie Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen integrieren kann.
f-b.at: Wann und warum haben Sie sich entschieden, eine eigene Firma zu gründen?
Der revolutionäre Zeitgeist des Jugendstils hat mich bereits während meines Studiums an der Universität für angewandte Kunst Wien fasziniert. Besonders Otto Wagner, der in seinem Werk „Die Baukunst unserer Zeit“ schrieb: „Alles modern Geschaffene muß dem neuen Materiale und den Anforderungen der Gegenwart entsprechen, wenn es zur modernen Menschheit passen soll“. Genau dieses Gedankengut hat mich motiviert eine eigene Firma zu gründen. Ich war viele Jahre in eienem großen Designunternehmen tätig und in meiner Karenz habe ich beschlossen selbst etwas herzustellen. Meine Erfahrung mit 3D Druck hat mir heirbei sehr geholfen.
f-b.at: Wie können Sie Familienleben und Business trennen bzw. miteinander vereinbaren?
Manchmal ist das gar nicht so einfach. Ich arbeite während meine Kinder in der Schule sind und meistens noch am Abend. Am Nachmittag und am Samstag übernimmt meine Kollegin den Schmuckverkauf im Geschäft und ich kann mich um meine Kinder kümmern. Das ist eine ganz tolle Lösung!
Schön finde ich, dass meine Kinder sehen was ich mache und auch einen Bezug zu meiner Arbeit haben. Meine Tochter ist sieben und entwirft bereits ihre eigenen Schmuckstücke.
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f-b.at: Was würden Sie nächsten Generationen raten – sich selbständig zu machen oder im Angestelltenverhältnis bleiben?
Jeder muss für sich selbst entscheiden, aber wer im Angestelltenverhältnis unglücklich ist sollte es ändern. Das bedeutet aber es in die Hand zu nehmen und nichts unversucht lassen. Es erfordert Mut und Durchhaltevermögen. Ich denke es ist alles eine Charakter- und Einstellungssache. Das eigene Label ist eine Lebensaufgabe.
f-b.at: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
In 5 Jahren möchte ich ein kleines Team aufgebaut haben um mich hauptsächlich um meine Kernkompetenz kümmern zu können. MY MAGPIE soll ein Begriff für extravaganten Schmuck mit besonderem Tragekomfort sein. Es soll aber nicht ausschließlich bei Schmuck bleiben, als Industriedesignerin habe ich noch einige andere Ideen.
f-b.at: Führen Frauen ein Unternehmen bzw. dessen Mitarbeiter anders als Männer?
Schwierig zu sagen, ich denke Frauen die Mütter sind kennen es bereits ein kleines Unternehmen zu führen, denn Haushalt, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen ist eigentlich nichts anderes. Vielleicht ist die Wertschätzung gegenüber unterschiedlichen Tätigkeiten höher, aber wie gesagt das ist schwierig zu verallgemeinern.
f-b.at: Sie leiten als Frau Ihr eigenes Unternehmen. Wie gehen Ihre Mitarbeiter, Geschäftspartner etc. mit dieser Position um?
Wenn es um 3D Druck geht sind es meist Männer mit denen ich zusammenarbeite, da ich aber sattelfest bin in dem was ich tue reagiert mein Umfeld stets sehr positiv und ist daran interessiert meine Ideen voranzubringen.
Welche Vorteile bringt es Ihnen, neben der Familie zu arbeiten und welche Vorteile bringt es dem Unternehmen, dass Sie Familie haben?
Meine Familie ist die oberste Instanz, jeder neue Entwurf und jede neue Farbe wird diskutiert, Probe getragen und erst wenn alle überzeugt sind wird in Serie produziert. Besonders wichtig ist mir das Feedback meiner Mama und meiner drei Schwestern.
f-b.at: Wie würden Sie die Unternehmenskultur in Ihrer Firma beschreiben?
Derzeit beschäftige ich eine Praktikantin. Die Kommunikation soll stets auf Augenhöhe passieren, klar und ehrlich sein. Außerdem habe ich eine ganz tolle Familie und engagierte Freunde die mich bei unterschiedlichsten Angelegenheiten unterstützen und da mein Mann auch Designer ist, sind wir ein gutes Team.
f-b.at: My Magpie Vienna ist auf Facebook, Pinterest und Instagram unterwegs. Wie wichtig sind diese Social Media Kanäle für Ihr Unternehmen?
Social Media hilft um auf sein Produkt aufmerksam zu machen und ist besonders hilfreich eine Vertrauensbasis zu schaffen. Ich denke aber zuvor ist es wichtig seine Zielgruppe zu kennen um den entsprechenden Kanal zu wählen. Es ist aber nicht einfach und auch sehr zeitintensiv stets interessanten und kreativen Content zu erstellen.
f-b.at: Nachhaltigkeit spielt in Ihrem Unternehmen eine Rolle, Stichwort kein unnötiger Abfall durch 3d-Druckverfahren selektives Lasersintern. Wie können Sie in Ihrem Unternehmen noch weiter zu Umweltbewußtsein beitragen?
Allein die Tatsache, dass bei unserem Verfahren kein Material verschwendet wird, ist schon ein großer Vorteil. Jegliches überschüssige Material kann wiederverwendet werden. Der 3D Druck ermöglicht eine ortsnahe Produktion ohne lange Lieferwege. Ich habe immer nur einen kleinen Vorrat an Bauteilen und kann nachfrageorientiert produzieren ohne großes Lager. Beim Gestalten versuche ich ein zeitloses Design zu erschaffen das lange Freude macht und sich gut kombinieren läßt. Ich denke in naher Zukunft wird es neue nachhaltigere Materialien geben, ich werde diese Entwicklung beobachten.
f-b.at: Was bedeutet der Name „My Magpie“?
Der Name „ MY MAGPIE“ bedeutet „meine Elster“ ,ein Tier das für seine Affinität für glitzernde Dinge bekannt ist. Das war bestimmt ein Teil der Namensgebung, aber hinter dem Namen verbirgt sich auch eine lustige Geschichte. Mir ist tatsächlich, als ich von Graz zum Studieren nach Wien gezogen bin, eine Elster auf den Kopf geflogen und wollte sich meine Haare stehlen. Das ist meine „Elster-Geschichte”, die mir immer wieder eingefallen ist.. Im Logo trägt meine Elster auch das erstes Schmuckstück das ich gestaltet habe im Schnabel.
f-b.at: Wie kam es zu der Idee Schmuckstücke im Stil der Wiener Moderne zu fertigen?
Der Jugendstil hat mich schon immer fasziniert. Vor allem die Gebäude und die Möbelstücke haben es mir besonders angetan. Reduziert und dennoch verspielt, geometrisch und floral, ich liebe diesen Mix. Ich finde, alle Gebäude strahlen trotz ihres Alters noch immer eine Art Modernität aus. Besonders toll finde ich die Idee des Gesamtkunstwerks – also ein Haus bis hin zum Besteck zu gestalten. Wie gerne würde ich mich in diese Zeit zurückversetzen und die Protagonisten persönlich kennenlernen. Mit meinen Schmuckstücken möchte ich diese Blütezeit wieder neu entfachen und alte Formen, Muster und Ornamente neu interpretieren. Ich portiere den Jugendstil quasi in die heutige Zeit. Der 3D-Druck schien mir da besonders passend. Dieses Fertigungsverfahren wird unser Leben noch nachhaltig verändern.
f-b.at: Und wie sind Sie auf das 3D-Druckverfahren gekommen?
Eigene Produkte zu entwerfen und herzustellen war schon immer mein Wunsch. So kam ich auf die Idee, Schmuckstücke zu entwerfen und diese auch herzustellen. Erfahrungen mit 3D-Druck durfte ich bereits während meiner Zeit als angestellte Produktdesignerin sammeln, diese Kenntnisse sind für mich jetzt sehr hilfreich. Ein besonderer Vorteil der Schmuckstücke ist die Farbenvielfalt und das leichte und angenehm zu tragende Material.
f-b.at: Kann man auch eigene Ideen bei Ihnen in Auftrag geben?
Das werde ich immer wieder gefragt. Jeder Entwurf benötigt ganz präzise Druckdaten und in Folge mehrere Prototypen bis das gewünschte Ziel erreicht ist. Da ich mich als Designerin und nicht als Dienstleisterin verstehe biete ich keine Auftragsarbeiten an.
f-b.at: Gibt es Pläne für die Zukunft, ganz neue Stile und/oder Materialien zu verwenden?
Ich habe so viele Ideen, bald gibt es wieder neue Stücke in bunten Farben – ich bin bereits am Probetragen. In Wien gibt es noch so tolle Bauwerke, denen ich ein Schmuckstück widmen möchte. In Zukunft werde ich bestimmt auch andere Städte in Angriff nehmen, aber derzeit geht mir die Inspiration in Wien noch nicht aus. Eines kann ich schon verraten, es wird nicht ausschließlich bei Schmuckstücken bleiben;-)
f-b.at: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg und Freude!