Große Mehrheit findet Bibliotheken wichtig, doch nur wenige sind Mitglied

Große Mehrheit findet Bibliotheken wichtig, doch nur wenige sind Mitglied

Grafik & Quelle: INTEGRAL

[Werbung]*Unbezahlt*Wien, 22.10.2020

Große Mehrheit findet Bibliotheken wichtig, doch nur wenige sind Mitglied INTEGRAL-Studie zum Thema Lesen und Bibliotheken

 

Der Herbst lädt dazu ein, mit einem guten Buch vor dem unwirtlichen Wetter zu flüchten. Einige greifen dafür auf den Fundus der heimischen Bibliotheken zurück. Unsere Deutschen  Nachbarn  haben  den  Bibliotheken  sogar  einen  Aktionstag  gewidmet,  um  die Aufmerksamkeit auf die Büchereien zu lenken und auf ihr umfangreiches Angebot neugierig zu machen. Doch wie sieht es in Österreich aus? Wie viele Menschen sind derzeit Mitglied einer Bibliothek? Was wird dort am häufigsten ausgeliehen? Und wie bewerten die Österreicher das Lesen generell? Diesen und weiteren Fragen ist INTEGRAL in einer aktuellen Online-Studie nachgegangen.

 

Etwa jeder Sechste (16 %) ist aktuell Mitglied einer öffentlichen Bibliothek, weitere 31 % waren es früher einmal.

Dabei sind deutlich mehr Menschen von der Bedeutung der Bibliotheken überzeugt. So sagen fast drei  Viertel  (71%) der  Befragten, dass Bibliotheken  als Kultur- und  Bildungseinrichtung unverzichtbar seien. Ältere Befragte stimmen dieser Aussage häufiger zu als jüngere: 76 % der 50- bis 69- Jährigen finden Bibliotheken unverzichtbar, unter 18- bis 29- Jährigen sagen dies nur zwei Drittel (63%). Zudem würden es 54% schade finden, wenn ihre öffentliche Bibliothek vor Ort schließen müsste.

 

Andere Beschaffungsmöglichkeiten, fehlende Infrastruktur und Kosten hemmen Bibliotheksnutzung

Die Ergebnisse der Umfrage geben auch Aufschluss über mögliche Gründe für die Nichtnutzung einer öffentlichen Bibliothek. Für die Mehrheit aller Befragten (61%) ist es attraktiver, ein Medium bei Interesse zu kaufen, als es in einer Bibliothek auszuleihen. 44 % borgen sich ein Medium lieber im  Freundes-,  Familien-  oder  Kollegenkreis  aus  als  in  einer  Bücherei.  27%  haben  Zweifel hinsichtlich der hygienischen  Bedingungen, unter  denen  ein  geliehenes Buch  zuvor genutzt wurde.

Auch  die  Infrastruktur  wird  angeführt:  31%  geben  an,  keine  öffentliche  Bibliothek  in  ihrer wohnlichen Nähe zu haben und 25% äußern Kritik an den Öffnungszeiten.

Außerdem spielen Kosten für 19 % eine Rolle: Sie geben an, dass ihnen der Mitgliedsbeitrag einer öffentlichen Bibliothek zu teuer sei. Dies sagen Befragte im Alter von 18 bis 29 Jahren am häufigsten.

 

Deutsche halten es mit den Bibliotheken ähnlich

Unsere deutschen Nachbarn weisen hinsichtlich Bibliotheken-Nutzung ein ähnliches Verhalten auf. Das hat der Partner von INTEGRAL, das Heidelberger SINUS-Institut in Kooperation mit YouGov,  herausgefunden.  So  sind  Bibliotheken  für  75%  der  Deutschen  als  Kultur-  und Bildungseinrichtung   unverzichtbar   (Österreich:   71%).   Allerdings   ist   die   Zahl   derjenigen Deutschen, die noch nie Mitglied einer öffentlichen Bibliothek waren, niedriger (44% vs. 51% in Österreich).

 

Die Mehrheit greift zum gedruckten Buch, nur wenige finden Lesen langweilig

Generell bewerten die Österreicher Lesen als eine positive Sache. So gibt eine knappe Mehrheit (55%) an, gerne Bücher zu lesen. Etwas mehr (60%) würden gerne mehr Bücher lesen, aber ihnen fehlt die Zeit dazu. Und fast jeder Dritte (29 %) liest manche Bücher sogar mehrmals. Nur 17% aller Befragten finden Lesen explizit langweilig. Für die Lektüre greift man deutlich häufiger zum gedruckten Buch als zum E-Book: 61% lesen nur bzw. eher gedruckte Bücher, während 11% eher bzw. ausschließlich E-Books lesen. 14% haben allerdings in der Corona-Krise mehr E-Books in ihrer Bibliothek ausgeliehen als zuvor.

 

Sachbücher, Kriminalromane und Fantasy-Bücher sind am beliebtesten

Am häufigsten haben die Lesenden in den letzten zwölf Monaten zu Sachbüchern gegriffen (65%), gefolgt von Kriminalromanen (45%) und Ratgebern (29%). Am seltensten hielten die Österreicher Comics (13%), klassische Literatur (11%) und Gedichtbände (6%) in den Händen.

 

Lebensstil und Werte erklären Begeisterung für Büchereien und Lesen

Die Affinität zu Büchereien und Lesen ist weniger vom Alter abhängig, sondern vielmehr durch die    Lebenswelt   einer   Person   geprägt   –   das   zeigt   die   Ergebnisanalyse   nach   dem Gesellschaftsmodell der Sinus-Milieus®. Dieses Modell teilt die österreichische Gesellschaft in zehn Gruppen Gleichgesinnter mit ähnlichen Werten, Lebensstilen und Verhalten ein.

„Besonders die kulturell interessierten Milieus wie Konservative oder Postmaterielle sind häufiger Mitglieder von Bibliotheken und lesen auch besonders gerne. Für beide Milieus ist die geistige Anregung durch Bildung, Kultur und Lernen  ein zentraler Wert“, erklärt Mag. Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von INTEGRAL. „Auf der anderen Seite fällt auf, dass vor allem die „Neue Mitte“, also das Milieu der Adaptiv-Pragmatischen, unterdurchschnittlich oft Lust am Lesen verspürt.“,  so Mayr weiter.

 

Dies sind  Ergebnisse aus der  INTEGRAL-Eigenforschung. Im Rahmen  einer  Online-Befragung wurden  993  Personen  im  September/Oktober  2020  repräsentativ  für  die  österreichische Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

 

Über INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung


INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und  Empfehlungen.  In  Kooperation  mit  dem  Heidelberger  SINUS-Institut,  dessen  Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu® Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.

www.integral.co.at

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