Unsichtbar, aber nicht inexistent
„Viele Partikel im Hausstaub sind mikroskopisch klein und für das Auge nicht sichtbar“, sagt die Mikrobiologin weiter. Was aber nicht heißt, dass sie nicht existieren. Es gilt sie darum möglichst effektiv einzufangen. Und das regelmäßig, denn sie können das menschliche Wohlbefinden negativ beeinflussen – wenn wir wohnen, mit den Kindern spielen, im Home-Office arbeiten oder unser Workout machen. Zudem können die Partikel Allergien auslösen. Wie zum Beispiel die gegen Hausstaubmilben. Rund 14 Prozent aller Allergiker reagieren in Österreich auf diese winzigen Spinnentierchen, die sich millionenfach in Matratzen, Sofas, Teppichen und anderen Textilien einnisten.
Verantwortlich für die allergische Reaktion ist der Kot der Tiere, genauer gesagt die Eiweißbestandteile darin. Winzig klein liegen diese Partikel auf Betten, Polstern und Textilien oder verbinden sich mit dem Hausstaub. So enthält ein Teelöffel voll Schlafzimmerstaub etwa 1.000 Milben und 250.000 ihrer Kotkügelchen. „Das Schlafzimmer gehört sicher zu einem der Hotspots, die regelmäßig und gründlich gereinigt werden sollten“, sagt dazu Monika Stuczen. Die Staubstudie zeigt auf, dass dies in der Realität nicht so geschieht.
Niedlich, aber Träger von vielem
Doch der Milbenkot ist nicht der einzige Schadstoff, mit dem der Hausstaub und die Innenraumluft belastet sind. Auch die liebgewonnenen Haustiere können für Ungemach sorgen. Vor allem weil immer mehr Vierbeiner in den eigenen vier Wänden leben – auch als Folge der COVID-19-Pandemie. Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl der Hunde und Katzen im Verlauf der Coronapandemie um über 10% gestiegen ist – Die Anzahl der Hunde übersteigt damit die Millionenmarke, Katzen gibt es circa doppelt so viele. Nicht zur Freude aller. Denn neben dem Fakt, dass Tierhaare bei rund 25 Prozent der Erwachsenen in Österreich Prozent Allergien auslösen, sind die Tiere auch Träger von Pollen, Viren, Hausstaubmilben oder Bakterien. Mikroskopisch klein und von bloßem Auge nicht erkennbar, werden diese Schadstoffe unbemerkt auf Betten, Stühle oder Sessel getragen.
Die Hauptallergene kommen dabei im Speichel, in der Tränenflüssigkeit, im Urin und den Hautschuppen vor. Wenn sich eine Katze also leckt, verteilt sie dieses Allergen über ihr ganzes Fell, weshalb man fälschlicherweise von einer «Tierhaarallergie» spricht. Diese Allergene aber auch die anderen genannten Partikel haften dann an Haaren, Kleidern und Haut der Menschen, wodurch sie auch in Räume gelangen, in denen sich normalerweise kein Haustier aufhält. Auch binden sie sich – wie eben alle Allergene – an Staubpartikel und können stundenlang in der Luft schweben. Laut Monika Stuczen bilden Haustiere darum den zweiten Hotspot. Auch dieser Fakt ist vielen Haustierbesitzern nicht bewusst.
Regelmäßig und richtig putzen
Was also tun? Die Studie zeigt auf, dass in den meisten Fällen erst zum Staubsauger, Feuchttuch oder Wischer gegriffen wird, wenn der Staub in Form von Wollmäusen oder Schmutzschichten gut sichtbar ist. «Das ist bedenklich» sagt die Mikrobiologin. Vor allem auf Matratzen, Bettwäsche, Polstermöbeln und Teppichen sammelt sich gerne Staub an, der zu selten weggeputzt wird. Laut der Studie lassen 66 Prozent ihre Matratze und 55 Prozent ihr Sofa beim Staubsaugen aus – Österreicher sind hier allerdings im weltweit vergleichsweise reinlich: 49 Prozent saugen ihre Sofas und 24 Prozent auch die Matratzen. Dabei gilt es Matratzen unbedingt auf beiden Seiten abzusaugen, um die Allergene der Hausstaubmilben sowie Hautschuppen, von denen sich die Tiere ernähren, zu entfernen. Auch die Bettwäsche sollte gewohnheitsmäßig bei 60 oder 90 Grad gewaschen werden, um die Allergien auslösenden Eiweissstoffe zu zerstören. Ebenso gilt es Bettdecken und Kissen zu wechseln oder zu waschen.
Beim Saugen sollten in regelmäßigen Abständen auch versteckte Stellen wie zum Beispiel unter den Möbeln oder auf Küchenschränken geputzt werden. Vor allem Letzteres wird oft vergessen. Gleiches gilt für Schränke und Schubladen im Schlafzimmer, Lampen, Leuchten und Heizungen. Auch hinter dem Heizkörper sammelt sich oft erheblicher Staub an, der durch den warmen Luftstrom im Raum verteilt werden kann.
«Staub lässt sich am effektivsten mit einem Staubsauger entfernen, bevor man die Oberflächen mit einem feuchten Tuch abwischt», sagt die Expertin. Wichtig dabei ist, dass man sich für eine Technologie mit einem fortschrittlichen HEPA-Filtersystem entscheidet. Dieser schließt die Partikel, die er eingesaugt hat, ein und bläst sie nicht wieder in die Wohnung zurück.
„Ein gründliches Putzen und ein regelmäßiges Lüften sind die effektivsten und zuverlässigsten Methoden, Staub und Allergene aus der Wohnung zu verbannen“, meint die Expertin abschliessend. Dabei haben die winzigen Staubpartikel wie Tierhaare und Hausstaubmilbenallergene den grössten Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden, und man sollte nicht erst zur Tat schreiten, wenn der Staub deutlich zu sehen ist – sondern unbedingt früher.
Zahlen und Fakten aus der globale Staubstudie von Dyson: