Burnout ade: Entspannungstipps für Business-Frauen
Burnout ade – die besten Entspannungstipps für viel-beschäftigte Business-Frauen
Burnout als Volkskrankheit?
Die Zahlen klingen schockierend: etwa sechs Prozent aller österreichischen Arbeitnehmer leiden an einer ernstzunehmenden, psychischen Erkrankung (Statistik Austria). In diesem Zusammenhang ist es allerdings schwierig auszumachen, wie groß der Anteil an Burnout-Patienten ausfällt – was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass Burnout kein eigenständiges Krankheitsbild ist und als solches nicht klar definiert und abgegrenzt werden kann. Bei Burnout kommt immer eine Vielzahl an Symptomen zum Vorschein, die sich von Fall zu Fall unterscheiden kann. Fakt ist allerdings, dass die Tendenz für Neuerkrankungen jährlich kontinuierlich steigt und derzeit bereits über eine Millionen Arbeitnehmer akut gefährdet sind.
Burnout im Berufsalltag: Typische Ursachen und Symptome für Burnout am Arbeitsplatz
Burnout mit all seinen ernstzunehmenden und ausgesprochen belastenden Symptomen kommt nicht von heute auf morgen – die Entwicklung der Krankheit erfolgt nach und nach schleichend. Als Hauptursachen für das Krankheitsbild gelten äußere Einflüsse: insbesondere permanenter Stress und Arbeitsüberlastung sind die Hauptauslöser. Erschöpfung, Stress, schwierige Arbeitsbedingungen, permanentes Mobbing oder eine andauernde Unfairness (oder eine als solche gewertete Behandlung durch Kollegen und Vorgesetzte) gelten als nicht zu unterschätzende Risikofaktoren. Gleiches gilt für einen Mangel an Anerkennung – in diesem Zusammenhang sind vor allem Business-Frauen betroffen, gerade in einem von Männern dominierten Unternehmen. Neben dem alltäglichen Arbeitsstress gesellen sich allerdings naturgemäß auch familiäre Probleme und Stresssituationen, Überlastung und der Wunsch zu “funktionieren” dazu. Auf der einen Seite soll der Arbeitgeber oder Auftraggeber mit der täglichen Leistung zufrieden sein; auf der anderen Seite muss der Haushalt gemacht werden. Neben all den Verpflichtungen und Verantwortungen im Joballtag steht oftmals auch die Kindererziehung auf dem Programm und auch der Partner soll sich nicht vernachlässigt fühlen – Work-Life-Balance ist hierbei das entscheidende Schlagwort. Früher oder später gesellen sich dann die typischen Burnout-Symptome dazu – langsam und zumeist völlig unbemerkt, bis es irgendwann zu spät ist.
Das Gefährliche am Burnout: er verläuft in mehreren Phasen, wobei insbesondere die erste Phase aufgrund der zahlreichen, recht unspezifischen Allgemeinsymptome schwierig erkennbar ist. Im Vordergrund stehen hierbei Beschwerden wie eine anhaltende Müdigkeit und ein Gefühl der konstanten Anspannung. Die zweite Stufe lässt sich dabei schon etwas besser zuordnen, da die Betroffenen hierbei oft an Abstumpfung und Erschöpfung leiden, sich mit einer inneren Leere konfrontiert sehen und an einen regelrechten Tunnelblick entwickeln. In der Regel beginnen die Betroffenen spätestens jetzt, sich zurück zu ziehen und von Freunden, Verwandten und vor allem Arbeitskollegen abzuschotten. Soziale Kontakte werden abgebrochen und die Kommunikation nach außen auf ein Minimum heruntergefahren. Viele Erkrankte verweilen sehr lange in dieser Phase und kommen erst heraus, wenn von außen Impulse gesetzt werden – was sich schwierig erweist, wenn sich die Betroffenen nicht mit ihren Problemen an Dritte wenden und sich anvertrauen. Bei vielen erkrankten Menschen kann es allerdings sein, dass sich die ohnehin schon sehr belastende Situation noch weiter verschlimmert, womit die dritte und letzte Phase des Burnouts eintritt. Die dritte Stufe ist nicht nur von psychischen Problemen geprägt, sondern ebenso von körperlichen Beschwerden – der Erkrankte in einem Zustand, der einer schweren Depression ähnelt. Daher sollte spätestens in der zweiten Stufe des Burnouts ein praktischer Arzt aufgesucht und zurate gezogen werden.
Die Behandlung von Burnout: Wie wird Burnout diagnostiziert und wie wird es therapiert?
Die offizielle Diagnose von Burnout ist recht schwierig. Bislang gibt es keine eindeutige Definition für das Syndrom. Ausschlaggebend ist ein intensives und umfangreiches Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Zusätzlich kommt es zu einer sogenannten Ausschlussdiagnose, bei der rein körperliche Ursachen systematisch ausgeschlossen werden sollen. Sofern der Arzt ein Burnout vermutet, erfolgt eine Überweisung an einen erfahrenen Psychotherapeuten – dieser arbeitet oftmals mit einem speziellen Fragebogen von Christina Maslach, dem “Maslach Burnout Inventory“. Erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass es auch Ärzte und Therapeuten gibt, die generell am Burnout-Syndrom zweifeln und stattdessen von einer tiefen Depression ausgehen.
Die anschließende Behandlung ist abhängig von der jeweiligen Phase, in welcher sich der Patient befindet. In der ersten Phase könnten unter Umständen eine Krisenintervention und eine Kurzzeittherapie genügen. Sofern das Burnout schon weiter fortgeschritten ist, hilft meist nur eine umfassende Psychotherapie, welche durch eine kognitive Verhaltenstherapie, psychoanalytische und tiefenpsychologische Verfahren sowie weitere Therapiemethoden begleitet wird. In Burnout-Kliniken werden beispielsweise sehr gerne Sport- und Bewegungstherapien eingesetzt oder aber spezielle Körpertherapien. Unter Umständen ist auch eine zusätzliche Medikamentenverordnung, zur Behandlung der depressiven Symptome, erforderlich.
Vorsorge statt Nachsorge – Entspannung ist alles
Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert, nicht erst zu handeln, wenn es zu spät ist. Vorbeugende Maßnahmen können das Ausbrechen eines Burnout von vorneherein verhindern, oder zumindest das Risiko minimieren. Risikopersonen sollten vor allem auf ihren eigenen Körper achten, hören und diesen wahrnehmen und schützen. Nachfolgend eine kleine Liste möglicher Präventionsmaßnahmen:
- Aktives Stressmanagement und Entspannung
Zahlreiche Entspannungstechniken können positiv zum Stressmanagement beitragen (beispielsweise autogenes Training oder progressive Muskelentspannung)s. Yoga ist eine hervorragende Möglichkeit, um zur Ruhe zu kommen und gleichzeitig noch etwas für den Körper zu tun. - Selbstaufmerksamkeit schenken
Jeder sollte auf seinen eigenen Körper hören, unnötigen Stress vermeiden. Hier empfiehlt es sich unter anderem, ein Stresstagebuch zu führen, um mögliche Faktoren zu erkennen und auszuschließen, beziehungsweise den eigenen Tagesrhythmus entsprechend zu ändern. Im Ernstfall können auch pflanzliche Medikamente gegen depressive Verstimmungen helfen – sie ersetzen aber in keinem Fall den Besuch beim Arzt und sollten nur als unterstützende bzw. überbrückende Unterstützung zur Beruhigung der Nerven gesehen werden. - Soziale Kontakte nicht vernachlässigen
Soziale Kontakte sind ein wesentlicher Faktor für ein erfülltes Leben. Jeder sollte sich regelmäßig Zeit für seine Freunde nehmen. Hier entsteht ein Ausgleich zum stressigen Arbeits- und Familienalltag. - Niemand ist perfekt
Das Problem vieler Burnout-Betroffener ist der eigene Wunsch und Wille perfekt zu sein, alles immer richtig zu machen. Diese inneren Antreiber müssen abgestellt werden. Niemand ist perfekt. Der Gedanke kann dazu führen, dass man sich selbst in überfordernde Situationen manövriert. - Lebensziele definieren
Nicht nur Burnout-Gefährdete Personen, auch alle anderen sollten sich die Frage stellen: “Was will ich eigentlich in meinem Leben erreichen?”. Es ist besonders wichtig, ein beständiges Ziel vor Augen zu haben und dieses zu verfolgen. Denn nur so können dauerhaft messbare Erfolge verzeichnet werden, die vor allem glücklich und zufrieden machen. - Gesund leben
Eine gesunde Lebensweise kann Burnout vorbeugen. Hierzu zählt unter anderem eine ausgewogene und regelmäßige Ernährungsweise, viel Bewegung, frische Luft und regelmäßige sportliche Aktivitäten. Der Konsum von Aufputschmitteln wie Kaffee sollte reduziert oder sogar vermieden werden. Das gilt auch für Genussmittel wie Alkohol oder Zigaretten. - Zeit für Hobbys einplanen
Hobbys sind ein wichtiger Zufriedenheitsfaktor. Zum einen sorgen sie für soziale Kontakte und zum anderen für ein Gefühl der Ausgeglichenheit. - Zeit für sich
Auch Zeit für die eigene Person ist ein wesentlicher Präventionsschritt. Ein ausgiebiger Entspannungstag in der Woche, das spannende Buch am Abend. Jeder braucht Zeit für sich selbst. Zeit, in der man sich einfach mal zurücklegen und ausruhen kann. Und hiermit ist nicht nur der nächtliche Schlaf gemeint.
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