Frauen im Management: Weniger Mitarbeiter, Lohn und Firmenautos

Frauen im Management: Weniger Mitarbeiter, Lohn und Firmenautos

WdF-Studie: Umfassende Benachteiligung, aber auch Verbesserungen erkennbar

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Führungsgagen sind laut Generalsekretär Mag. Roland Graf “weder zu rechtfertigen, noch zu tolerieren”. Basierend auf den Details der WdF-Einkommensstudie, des größten auf Selbstauskünften basierenden Gehaltschecks, ergibt sich ein drastisches Bild: Durchschnittlich 121.220 Euro Grundgehalt (brutto jährlich) der Manager stehen bei den weiblichen Führungskräften 85.170 gegenüber.

Dazu erhalten nur 59% der Frauen – gegen 69% der Männer – eine variable Vergütung (Prämie, Bilanzgeld etc.). Diese fällt mit 39.000 Euro (zu 42.000 der Männer) im Schnitt auch geringer aus, erhob TRICONSULT im Auftrag des WdF.

Insgesamt fällt die Differenz zwischen dem jährlichen Gesamteinkommen der Männer (156.530) und dem der Frauen (109.650) deutlich aus. Besonders erschreckend: Man hat sich damit offenbar abgefunden, denn die weibliche Gehaltszufriedenheit (1,97 nach Schulnotensystem) weicht  kaum von der der Männer ab (1,93).

Direkt unterstellte Mitarbeiter hat “frau” nur 50 % der männlichen Top-Kollegen (35 zu 68 Angestellte), benachteiligt sind die Managerinnen auch beim Firmenauto. Nur 49% haben einen PKW zur Verfügung, dagegen fahren zwei Drittel der Männer auf Firmenkosten (74%).

Allerdings gaben auch 28% der Frauen an, keine Reisetätigkeit im Inland zu haben, hingegen sind nur 16% der Männer “Schreibtischtäter”. Auch die Reisetage insgesamt weichen deutlich ab, durchschnittlich 53 Dienstreise-Tagen der Männer stehen 37,5 der Frauen gegenüber.

Top-Karrieren sind nicht nur dem Salär nach selten: Während an der Unternehmensspitze nur 8% aller Führungskräfte Frauen sind, stellt die dritte Leitungsebene (Abteilungsleitung) 16% Managerinnen. Am häufigsten sind Frauen im Management übrigens in Unternehmen mit unter 200 Mitarbeitern.

Innerhalb der Betriebe waren Rechnungswesen (hier arbeiten 18% der Managerinnen) und Personal (21%) die am stärksten weiblich besetzten Unternehmensbereiche. Die Zufriedenheit mit der geleisteten Arbeit ist hoch, 94% der Managerinnen haben keinerlei Vertragsbefristung, was nur 86% der Männer behaupten können.

Ein langsames Schließen der Schere ortet man beim WdF in den Gehaltserhöhungen, diese fielen 2009 bei Männern mit 3,2% plus aus, bei Frauen mit 4,8%. Die durchschnittliche weibliche Führungskraft ist zudem vier Jahre jünger als der im Mittel 48-jährige Kollege. Bei den Managern ist nur jeder Siebente (14%) unter 39 Jahre alt, aber 28% der Frauen.

Dass ein Paradigmenwechsel gerade beginnt, zeigt auch der Blick auf die Manager über 55, in dieser Altersgruppe finden sich nur 3% Frauen, aber 26% der Männer on top. “Managerinnen gehört die Zukunft”, ist Graf daher sicher, “was wir brauchen, ist eine bessere Kinderbetreuung, diese käme Vätern wie Müttern und deren Aufstiegschancen zugute”.

www.wdf.at

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