Schreckgespenst Insolvenz: 5 Tipps der Wiener Unternehmensberater
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Von „A“ wie Ausfall bis „Z“ wie Zusperren: Fünf Szenarien – und was dagegen hilft
„Umsatzeinbrüche durch Covid-19-Maßnahmen werden derzeit noch durch öffentliche Hilfsgelder abgemildert. Dennoch haben etliche KMU verständlicherweise Existenzängste“, wie die langjährige Unternehmensberaterin Mag. Claudia Strohmaier berichtet. Die Expertin der Fachgruppe UBIT Wien erklärt, wo die Herausforderungen liegen, mit welchen Mitteln eine Insolvenz abgewendet werden kann und wie man wieder eine Zukunftsperspektive erhält.
„Wenn sich das äußere Umfeld so drastisch verändert, ist das für niemanden von uns einfach. Zugleich ist es aber auch eine Chance, die internen Kräfte zu bündeln und die Zeit des vermeintlichen Stillstandes für aktive Maßnahmen mit Hilfe Außenstehender zu nützen“, erklärt Mag. Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie in der Wiener Wirtschaftskammer (UBIT Wien). Alleine in Wien gibt es mehr als 7.000 aktive Unternehmensberater, die vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen als wertvolle Sparringspartner von außen zur Seite stehen. Eine von ihnen ist die langjährige Unternehmensberaterin Mag. Claudia Strohmaier. Die Expertin der Fachgruppe UBIT Wien erklärt, welche Maßnahmen bei welchen Szenarien am besten greifen.
1. Der Unternehmer selbst fällt aus
Ein Schreckensszenario für viele KMU ist der Ausfall des Unternehmers selbst – sei es aufgrund einer Covid-19-Erkrankung oder aus anderen Gründen. „Ich empfehle generell jedem Unternehmen rechtzeitig intern eine Person aufzubauen, die im Notfall einspringen kann“, appelliert Strohmaier. Diese kompetente Vertrauensperson sollte mit allen Abläufen vertraut sein und auch die nötigen Berechtigungen erhalten. Unterstützung bietet im Worst Case aber auch die Wirtschaftskammer an, die bei Krankheit, Unfall, Schwangerschaft oder Geburt eines Kindes eine Betriebshilfe organisiert.
2. Die Mitarbeiter müssen in Quarantäne
„So paradox das klingen mag, es gibt in der aktuellen Situation auch Handwerksbetriebe, die mehr Aufträge haben, als sie abarbeiten können“, so die Beobachtung von Strohmaier. Erkrankt beispielsweise nur ein einziger Mitarbeiter an Covid-19, kann es passieren, dass ganze Abteilungen quarantänebedingt ausfallen. Zugleich gibt es auch Unternehmen, die zu wenige Aufträge für ihre Mitarbeiter haben. Beides kann Existenzängste hervorrufen. Überbetriebliche Kooperationen, Netzwerke, Plattformen oder Arbeitsgemeinschaften könnten als Lösung dienen.
3. Die liquiden Mittel neigen sich dem Ende
Bei zahlreichen Unternehmen sind die Umsätze rapide zurückgegangen, gewisse Zahlungen laufen aber weiter. Zugleich werden die Banken ungeduldig oder bremsen bei der Verlängerung von Kreditlinien. Liquiditätssorgen sind die Folge. Andererseits werden von öffentlichen Stellen monetäre Unterstützungen angeboten, die allerdings an unterschiedliche Bedingungen geknüpft sind. „In einem ersten Schritt ist es wichtig, mittels Liquiditätsplan festzustellen, wie lange die flüssigen Mittel noch reichen. Ist die Faktenlage klar, kann das bereits zu einer gewissen Beruhigung beitragen“, erklärt Strohmaier. Eine sachliche und belegbare Argumentation gegenüber den Banken und Förderstellen, stärkt die Verhandlungsposition und kann in weiterer Folge zu einer spürbaren Verbesserung der Liquidität beitragen.
4. Die Angst vor der Insolvenzverschleppung
Im ersten Halbjahr 2020 sind die Insolvenzen in Österreich im Vorjahresvergleich um 23 Prozent gesunken. Grund dafür ist unter anderem, dass die Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung seit März 2020 ausgesetzt ist. „Eine Überschuldung liegt dann vor, wenn die Schulden eines Unternehmens größer als die Vermögenswerte sind und eine negative Fortbestandsprognose vorliegt“, erklärt die Expertin. Andere Fristen gelten bei Zahlungsunfähigkeit – sprich, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, seine fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. Eine professionelle Bestandsaufnahme, die Vereinbarung von Stundungen mit den Gläubigern und andere Maßnahmen können dazu beitragen, die Lage zu entspannen.
5. Die Gedanken an die Aufgabe der Selbständigkeit
Nicht immer endet die Selbständigkeit mit Insolvenz oder Pensionierung. Ein raues ökonomisches Umfeld in einer Branche in Kombination mit einer vermeintlichen – oder tatsächlich fehlenden – Zukunftsperspektive, kann Selbständige auch zur freiwilligen Aufgabe veranlassen. In Frage kommt neben Verkauf oder Verpachtung auch eine Betriebsschließung bzw. Stilllegung. „Im Fall einer Betriebsschließung sind zahlreiche Punkte zu berücksichtigen, angefangen von arbeitsrechtlichen Aspekten für die Mitarbeiter, der Beendigung von Miet- und Pachtverträgen bis zu steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten“, erklärt Strohmaier. Nicht selten haben sich im Zuge von Beratungsgesprächen aber auch Sanierungen als bessere Wege erwiesen. Viele Betroffene sind schließlich mit Herzblut Unternehmer geworden und wollen das auch in Zukunft bleiben.
„Die Wiener Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberater haben in der Praxis schon oft bewiesen, dass gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen auch in vermeintlich ausweglosen Situationen neue Zukunftsperspektiven erarbeitet werden können“, erklärt Puaschitz abschließend.
Mehr Infos zur Betriebshilfe
https://www.wko.at/service/w/arbeitsrecht-sozialrecht/betriebs-hilfe-wien.html
Mehr Infos zur Suche nach einer passenden Unternehmensberatung
Berufsgruppe Unternehmensberatung der Fachgruppe UBIT Wien
Mit rund 22.000 Mitgliedern ist die Wiener Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) die größte Fachgruppe Österreichs und vertritt als Standesvertretung deren Anliegen und Interessen. Die Berufsgruppe Unternehmensberatung besteht aus mehr als 7.000 Wiener Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberatern, die umfangreiche Beratungsfelder abdecken und zu den wichtigsten Know-how Lieferanten für die Wiener Wirtschaft gehören. Die Berufsgruppe setzt sich vor allem für ein stärkeres Bewusstsein über die Möglichkeiten und Potenziale professioneller Unternehmensberatung ein. Übergeordnetes Ziel ist es, Wien als attraktiven Standort für wissensbasierte Dienstleistungen zu etablieren.