Aktuelle zeb-Studie: 58 Prozent aller Retail-Transaktionen werden noch mit Bargeld abgewickelt

Aktuelle zeb-Studie: 58 Prozent aller Retail-Transaktionen werden noch mit Bargeld abgewickelt

Foto: “Michaela Schneider, Managing Partner zeb Austria” / Fotocredit: © zeb / Quelle: zeb

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Österreich: Digitale Bezahlung birgt hohe Wachstumschancen

 

Bis 2027 soll das europaweite Volumen für die Abwicklung von Zahlungstransaktionen auf mehr als 105 Milliarden Euro wachsen. Speziell in Ländern mit einem derzeit noch hohen Bargeldanteil bietet die fortschreitende Digitalisierung im Zahlungsverkehr großes Wachstumspotenzial.

Ein alltägliches Bild: Im Supermarkt wird immer öfter das Handy gezückt, um die Rechnung zu bezahlen. Mehr als 60 Prozent der jungen Europäer zwischen 18 und 35 Jahren nutzen mittlerweile Mobile Wallets für ihre täglichen Transaktionen – Tendenz weiter steigend. Bis 2027 soll der europäische Markt, der mit der Abwicklung dieser Zahlungstransaktionen (Payments-Gebührenpool) verbunden ist auf 105,3 Milliarden Euro wachsen, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 7 Prozent pro Jahr entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 lag der europäische Payments-Gebührenpool noch bei 57,3 Milliarden Euro. Das zunehmende Volumen digitaler Zahlungen birgt vor allem in Ländern mit einem hohen Bargeldanteil große Chancen für Zahlungsdienstleister wie Banken. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des internationalen Beratungsunternehmen zeb.

 

Digitale Zahlungen in Europa auf dem Vormarsch

Österreich hinkt hinterher – zumindest auf den ersten Blick. Während hierzulande im Untersuchungsjahr (2023) 58 Prozent der Transaktionen im Retail-Bereich noch mit Bargeld abgewickelt wurden, gelten Länder wie die Niederlande und Schweden, wo Bargeld nur mehr in 10 bzw. 11 % der Fälle als Zahlungsmittel eingesetzt wurden, bereits als bargeldlos. Wirft man jedoch einen Blick auf den Gesamtbetrag, der jährlich im Zuge von Zahlungstransaktionen den Besitzer wechselt, so zeigt sich: Bargeld wird auch hierzulande nur mehr zu einem weit geringeren Bruchteil eingesetzt. 34 Prozent der Rechnungen werden mittels Überweisung, 33 Prozent mittels Lastschriften und 17 Prozent mit Bargeld beglichen – knapp gefolgt von Kartenzahlungen, die bei einem Anteil von 16 Prozent liegen. Im bereits erwähnten Schweden werden 69 Prozent der Transaktionen – bzw. bezogen auf den Gesamtbetrag 38 Prozent – mit Karten, also digital durchgeführt. Vor allem bei der jüngeren Generation bleiben digitale Zahlungsmethoden wie Karten, Mobile Wallets und Account-to- Account-Zahlungen auf dem Vormarsch.

„Die Studie zeigt auf, wo der Handel und heimische Banken sich den europaweiten Entwicklungen stellen müssen. Vor allem in den Ländern, in denen die notwendige Infrastruktur vorhanden ist, sinkt der Anteil an Bargeldzahlungen. Vor diesem Hintergrund bieten sich in Ländern mit einem hohen Bargeldanteil für Zahlungsdienstleister wie Banken gute Chancen, um vom Wachstum des Payments-Sektor zu profitieren“, sagt Michaela Schneider, Managing Partner zeb Austria.

 

Chance für heimische Banken

Während sich viele EU-Länder, darunter die beiden Vorreiter Niederlande und Schweden, auf eine bargeldlose Wirtschaft zubewegen, spielt Bargeld in Österreich – vor allem bei kleineren Transaktionen – immer noch eine wichtige Rolle. Und genau darin liegt eine Chance für die heimischen Banken. Denn auf dem europäischen Markt nimmt das Volumen digitaler Zahlungen weiterhin zu. Geprägt wird dieser Wandel in der Payments-Landschaft durch den technologischen Fortschritt und regulatorische Neuerungen wie Instant Payments oder der digitale Euro. Paradoxerweise können von dieser Entwicklung insbesondere Länder, die aktuell noch einen hohen Bargeldanteil im Zahlungsverkehr aufweisen, profitieren. Die veränderten Verbraucherpräferenzen motivieren die Wirtschaft dazu, eine fortschrittliche Zahlungsinfrastruktur zu forcieren. In Schweden und den Niederlanden sind etwa digitale Zahlungsmittel weit verbreitet, werden auch angeboten und genutzt. Der entscheidende Faktor ist die Etablierung von digitalen Zahlungsmöglichkeiten. Das bedeutet, Zahlungsdienstleister, Banken und der Einzelhandel sind gefordert, eine moderne Zahlungsinfrastruktur zu schaffen. Gleichzeitig sollten Banken ihre Gebührenstrukturen analysieren und an die neuen Zahlungspräferenzen anpassen.

Das Wachstum des europaweiten Gebührenpools für Retail-Zahlungen auf ein Gesamtvolumen von 105 Mrd. Euro wird zu zwei Drittel auf der Empfängerseite eingehoben. Das Zahlungsgeschäft bringt immer noch erhebliche Ertragschancen und ist gleichzeitig für die Kundenbindung unabdingbar“, empfiehlt der zeb Payments-Partner Nikola Jelicic. Darüber hinaus sollten die heimischen Banken ihre Services individuell auf die spezifischen Anforderungen der verschiedenen europäischen Länder zuschneiden und beispielsweise Händlern die Möglichkeit geben, ihre Checkout-Erlebnisse vollständig zu individualisieren. Damit ließe sich laut zeb die globale Reichweite erhöhen und gleichzeitig Kundenabwanderungen reduzieren.

 

Zur Studie

In der „European Payments Study 2025“ wurden Zahlungsweisen europäischer Konsumenten in elf EU-Ländern erhoben, die gemeinsam 81 Prozent des BIP der EU erwirtschaften. Dabei waren die vier größten Volkswirtschaften der EU: Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Rumänien, Kroatien und Slowenien als aufstrebende Zahlungsmärkte in der CEE- Region, Schweden und die Niederlande als nahezu bargeldlose Gesellschaften und Österreich als entwickelter EU-Markt, mit dem höchsten Median-Haushaltseinkommen (31.000 Euro) innerhalb der verglichenen Länder. Im EU-11-Schnitt werden immer noch 45 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens im Retailgeschäft bar getätigt. Aber bereits 41 Prozent werden per Kartenzahlung abgewickelt, jeweils 7 Prozent per Überweisung oder Lastschrift. Zieht man allerdings den Gesamtbetrag der abgewickelten Transaktion zu Rate, so zeigt sich ein gänzlich anderes Bild. Demnach fällt der Bargeldanteil auf nur noch 10 Prozent und 56 Prozent der Zahlungen werden mittels Überweisungen vorgenommen. Auf Platz 3 landen europaweit mit 21 Prozent Kartenzahlungen – noch vor Lastschriften (11 Prozent) und Schecks (2 Prozent), die vor allem noch in Frankreich, Italien und Spanien zum Einsatz kommen.

 

Link zur Studie: https://shorturl.at/Y3SeM

 

https://zeb-consulting.com/de-AT

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