Gastbeitrag von Tanja Simons: “Führung als Bewusstseinsarbeit – Warum Authentizität und Achtsamkeit die neuen Erfolgsfaktoren sind”

Gastbeitrag von Tanja Simons: “Führung als Bewusstseinsarbeit – Warum Authentizität und Achtsamkeit die neuen Erfolgsfaktoren sind”

Foto, Fotocredit & Quelle: © Tanja Simons

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Lange galt Führung als ein Akt der Kontrolle – das geschickte Steuern von Menschen und Prozessen, gestützt durch Hierarchien und Kennzahlen. Doch das 21. Jahrhundert schreibt andere Regeln. Die VUCA-Welt, geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität, verlangt nach einem neuen Paradigma des Führens: Führung als Bewusstseinsarbeit.

Der Harvard-Professor Bill George formuliert es prägnant: „Führung ist kein Titel, sondern eine innere Haltung.“ Für George ist der Weg zu nachhaltiger Wirksamkeit eine Balance aus Authentizität und Achtsamkeit. Eine glaubwürdige Führungskraft, so seine These, ist keine makellose Heldengestalt, sondern jemand, der sich selbst kennt, mitsamt seiner Grenzen, Motive und Schattenseiten. Authentizität schlägt Charisma.

Während George die innere Entwicklung betont, beschreibt Fredmund Malik Führung als „Handwerk“, erlernbar, messbar, strukturierbar. Doch diese Perspektive greift zu kurz, wenn sie das Bewusstsein des Führenden ausklammert. Führung im 21. Jahrhundert verlangt nicht nur methodische Kompetenz, sondern Selbstreflexion und Werteklarheit.

Auch Rohrhirsch hebt in seiner Betrachtung der Führungspersönlichkeit die entscheidende Rolle von Haltung und Menschenbild hervor. Führung, so seine Überzeugung, ist immer Ausdruck eines ethischen Selbstverständnisses, die Frage, ob Macht dem Ego oder der Sache dient, wird zum Prüfstein der Integrität.

Aktuelle Studien der Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e. V. untermauern diesen Trend empirisch: Vertrauen, Verantwortung und Respekt gelten heute als zentrale Kernwerte, die erfolgreiche Führung erst möglich machen. Doch genau hier zeigen sich Spannungen zwischen formulierten Leitbildern und gelebter Praxis, zwischen Strategie und Kultur.

Der deutsche Philosoph Markus Gabriel erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass moralischer Fortschritt in Krisenzeiten nicht nur möglich, sondern notwendig ist. Krisen spiegeln uns, wer wir sind, und zwingen uns, zu entscheiden, wer wir sein wollen.

Damit wird deutlich: Bewusste Führung ist kein Gegenentwurf zur klassischen Führung, sondern ihre Weiterentwicklung. Sie ersetzt Kontrolle durch Vertrauen, Zielorientierung durch Sinnorientierung, Reaktion durch Präsenz.

Die Zukunft der Führung liegt nicht in der Perfektion der Systeme, sondern in der Reife der Menschen, die sie gestalten.

Führung wird zur Kunst der bewussten Verbindung zwischen Verstand und Empathie, Macht und Verantwortung, Erfolg und Sinn.

 

Über die Autorin:
Tanja Simons ist Finance-Expertin und Beraterin für werteorientierte Unternehmensführung. Sie forscht und schreibt zu den Themen Bewusstsein, Führung, Spiritualität und Transformation und begleitet Organisationen auf ihrem Weg zu einer neuen, nachhaltigen Führungskultur. (Quelle: Tanja Simons)

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