Studie: Die Bedeutung der Elementarbildung rückt immer mehr ins Bewusstsein

Studie: Die Bedeutung der Elementarbildung rückt immer mehr ins Bewusstsein

Foto: “” / Fotocredit + Quelle © INTEGRAl

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Das Bewusstsein über die Bedeutung der Elementarbildung wird immer stärker INTEGRAL-Umfrage in Kooperation mit ÖDKH: Als wichtigste Rahmenbedingungen für PädagogInnen  werden  jährliche  Weiterbildung,  Doppelbesetzung  und  ausreichend Ausbildungsstätten in den Bundesländern angesehen.

 

Am  24.  Jänner  2018  wurde  vom  ÖDKH  der  erste  Tag  der  Elementarbildung  ausgerufen. Anlässlich  des  dritten  Jubiläums  hat  INTEGRAL  in  Kooperation  mit  dem  Österreichischen Berufsverband der Kindergarten- und HortpädagogInnen ÖDKH in einer Onlinebefragung ein aktuelles Stimmungsbild zum Thema Elementarbildung erhoben. Welche Wünsche hat unsere Gesellschaft  in diesem Zusammenhang? Welche Rahmenbedingungen sollten ElementarpädagogInnen vorfinden? Und was zeichnet gute PädagogInnen eigentlich aus?

 

Bildung im Kindergarten ist für 9 von 10 wichtig, Tendenz weiter steigend

50% halten die Vermittlung von Bildung bereits im Kindergarten für sehr wichtig, weitere 37% für eher  wichtig.  Damit  schreiben  fast  90%  der  Bevölkerung  der  Elementarbildung  eine  hohe Relevanz zu. In den östlichen Bundesländern ist ihre Bedeutung höher als im Westen des Landes. Zudem ist der Stellenwert von Elementarbildung in größeren Städten höher als in kleinen Orten. Und je höher die eigene Bildung, desto wichtiger das Thema.

Der Bund ist gefragt, um die Qualität der Elementarbildung sicherzustellen

Die wichtigste Forderung der Befragten: Der Bund sollte mit einem bundesweiten Gesetz und entsprechender  Finanzierung  in  ganz  Österreich  eine  gleich  hohe  pädagogische  Qualität ermöglichen. 89% stimmen dieser Aussage sehr oder eher zu. Die Qualitätsorientierung zeigt sich auch an einem klaren Bekenntnis, dass auch in der Zeit in der Früh oder am Abend ausgebildetes pädagogisches Personal eingesetzt werden soll (74% Zustimmung).

Ähnlich  viele  (73%)  sind  der  Ansicht,  Elementarbildung  müsse  in  die  Zuständigkeit  des Bildungsministeriums fallen.

Nicht  ganz  so  einig  ist  man  sich  hingegen,  ob  Frauen,  die  selbst  Mütter  sind,  auch  ohne pädagogische Ausbildung gut für die Gruppenarbeit mit Kindern geeignet sind; Während 58% dieser Aussage zustimmen, sprechen sich 42% sehr oder eher dagegen aus. Personen mit höherer Bildung widersprechen dieser Aussage stärker.

Die Geister scheiden sich auch an der Frage, ob gute Elementarpädagogik eine universitäre Ausbildung voraussetzt: 45% sehen dies so, 55% widersprechen. Besonders hohe Zustimmung findet diese Forderung in Wien.

Weiterbildung, Doppelbesetzung und Ausbildungsstätten sind entscheidend

Welche Rahmenbedingungen sollten für PädagogInnen unbedingt gegeben sein, um eine hohe Qualität der Arbeit zu gewährleisten? Die wichtigsten Forderungen sind jährliche Weiterbildung (66%), Doppelbesetzung und ausreichend Ausbildungsstätten in allen Bundesländern (je 65%). Ein Limit von 7 Kindern pro PädagogIn sehen 48% als unerlässlich an.

„Elementarbildung und deren Bedeutung sind in der Gesellschaft angekommen. 2017 hielten lediglich 37% die Bildungsvermittlung im Kindergarten für sehr wichtig. Dieser Wert ist damit innerhalb von 3 Jahren um satte 35% auf derzeit 50% gestiegen. Das zeigt, wie wichtig das Thema weiterhin in der Politik sein sollte.“, so dazu Sandra Cerny, Studienleiterin bei INTEGRAL. Raphaela  Keller,  Vorsitzende  des  ÖDKH,  ergänzt:  „Es  ist  sehr  wichtig,  dass  der  Wert  der Elementaren Bildung in den Elementaren Bildungseinrichtungen* von der Bevölkerung erkannt wird. Was noch dringend gebraucht wird, ist dieses Bewusstsein in die politische Ebene zu EntscheidungsträgerInnen – vor allen in den Handlungsbereich – zu bringen! Vernetzungen und Kooperation in allen Gesellschaftsbereichen und vor allem unterstützende Medienarbeit der kompetenten JournalistInnen lassen erkennen, dass Bewegung entstanden ist.“

Der ÖDKH fordert daher alle Bundesländer und den Bund auf, endlich die reale Bildungssituation in den Elementaren Bildungseinrichtungen zu berücksichtigen. PädagogInnen brauchen für die zielführende Bildungsarbeit, und die Kinder für das Gelingen ihrer Bildungsprozesse, massive Reformen der Rahmenbedingungen:

 

  • •    Investitionen für die Ausbildung der PädagogInnen im Erwachsenenalter
  • •    Maßnahmen, damit ausgebildete PädagogInnen in den Beruf einsteigen und bleiben – zu viele resignieren oder brennen aus
  • •    Reduzierung der Kinder-PädagogInnen-Relation nach Erkenntnissen von Wissenschaft und Praxis – „7 Kinder sind genug!“
  • •    PädagogInnen müssen zu jeder Zeit für Kinder da sein – Beziehung und Vertrauen ergeben Stabilität für jeden Bildungsschritt
  • •    BILDUNG   fängt   viel   früher   an   und   umfasst   das   ganze   Spektrum   des   Lebens – Elementarbildung ist gleichzusetzen mit jeder anderen Bildungszeit im Leben

 

*Elementare Bildungseinrichtungen sind Krippe, Kleinkindgruppe, Kindergarten und Hort.

 

 

www.integral.co.at


www.oedkh.at

 

Dies sind Ergebnisse aus dem INTEGRAL Onlinebus. Im November und Dezember 2019 wurden 1.000 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren zu diesem Thema befragt.

 

Die Grafik zu dieser Studie können Sie hier unten im Download-Bereich downloaden:

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