FairPlusService Beratungsprojekt – Erfolgsbeispiel Bäckerei Koll
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FairPlusService schafft Perspektiven!
Letztes Jahr wurden die mehrheitlich weiblichen Beschäftigten im Einzelhandel, in der Reinigung, Produktion oder Pflege beklatscht. An der Situation der einzelnen Frauen, die oftmals keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, hat sich aber wenig geändert. Hier setzt FairPlusService – finanziert vom Europäischen Sozialfonds und dem Bundesministerium für Arbeit – an: Im Fokus stehen gleichstellungsorientierte Unternehmensberatung sowie die Weiterbildung und Höherqualifizierung der Mitarbeiterinnen. ÖSB Consulting GmbH, ABZ*AUSTRIA und Update Training (Kompakt-Trainings) setzen FairPlusService (FPS) um.
„Die Konsequenzen der Corona Pandemie dürfen keinen Rückschritt für Frauen am Arbeitsmarkt bedeuten”, sagt Bettina Taranetz, FPS-Regionalkoordinatorin für das Industrieviertel Süd. Die wenigsten Unternehmer*innen haben Weiterbildung und Höherqualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen priorisiert.
Anders die Traditionsbäckerei Koll: Der Vorzeigebetrieb hat die Chance ergriffen, genau diese Themen dank der Beratung durch FPS voranzutreiben. Etwa 100 Mitarbeiter*innen, davon rund 80 Prozent Frauen, sind im Unternehmen tätig. Wunsch von Personalchefin Melanie Koll war es, die Weiterbildungsstrategie mittels FairPlusService auf ein neues Niveau zu bringen. Gemeinsam mit Unternehmensberaterin Taranetz wurden nachhaltige Strategien für den Kompetenzaufbau zur Verbesserung der Karrierechancen der Mitarbeiterinnen im Betrieb erarbeitet. „FairPlusService kann sowohl bei der alltäglichen Personalarbeit unterstützen als auch strategisch weiterhelfen. Bei der Firma Koll wurde beispielsweise der gesamte Prozess von Angebotseinholung über Abgleich bis hin zur Terminvereinbarung mit Weiterbildungsträgerinnen an uns ausgelagert, der sich neben der Einbindung der Unternehmensleitung ganz zentral an den Bedarfen der weiblichen Angestellten orientiert hat. Zusätzlich haben wir strategisch in Richtung Employer Branding gearbeitet“, so Taranetz.
Eine Entlastung im betrieblichen Alltag für Melanie Koll: „Es hätte mich viel Zeit gekostet passende Weiterbildungsträger zu finden und die Bedarfe sowie Potenziale meiner Mitarbeiterinnen im Detail zu erheben. Auch die Erarbeitung der Kompetenzenmatrix hat uns weitergebracht. Sie wird künftig bei Mitarbeitsgesprächen zum Einsatz kommen. Gerade hier war auch die Einbettung der Mitarbeiterinnen sehr unterstützend und brachte neue Erkenntnisse hinsichtlich der Bedeutung gleichstellungsorientierter Maßnahmen im Unternehmen.“
Die Filialleiterinnen und Top-Verkäuferinnen tauschten sich in Mitarbeiterinnen-Coachings mit Claudia Hauser aus und machten sich ihre Stärken und Bedarfe bewusst, was schließlich in der Kompetenzenmatrix sichtbar wurde. Außerdem wurde begonnen, ein innerbetriebliches Frauen- und Weiterbildungsnetzwerk aufzubauen. Für die Mitarbeiterinnen in der kürzlich eröffneten Filiale in Wiener Neustadt gab es ein Kompakt-Training „Erfolgreich kommunizieren“. In Summe war man begeistert von den umfassenden Angeboten, die es möglich machten mit Professionist*innen unterschiedlicher Disziplinen auf mehreren Ebenen innerhalb des Betriebes zu arbeiten. Die im Projekt entwickelte Weiterbildungsstrategie wird dank der konkret erarbeiten Ausbildungsangebote umgesetzt.
FairPlusService – Chancengleichheit schafft Wert für Unternehmen und für Frauen
Zeit für echte Chancen. Zeit für echte Fortschritte.
„Wo ist der Haken?“ Viele Unternehmer*innen, die mit FairPlusService bisher in Kontakt gekommen sind, konnten es kaum glauben. Das kostenfreie Angebot – eine hochwertige Unternehmensberatung und maßgeschneiderte Coachings für ihre Mitarbeiterinnen durch professionelle Berater*innen – schien vielen zu gut, um wahr zu sein.
Fakt ist: Österreichweit können rund 80 Unternehmen an der Beratung teilnehmen und Chancengleichheit in ihre Betriebe bringen. FairPlusService wird vom Europäischen Sozialfonds und dem Bundesministerium für Arbeit finanziert und mit bisher 60 abgeschlossenen Beratungsvereinbarungen (Stand November 2021) auch gut angenommen.
Das innovative Projekt, das von ÖSB Consulting, ABZ*AUSTRIA und Update Training durchgeführt wird, richtet sich an Unternehmen im Niedriglohnbereich. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden die mehrheitlich weiblichen Beschäftigten im Einzelhandel, in der Reinigung, der Produktion oder der Pflege beklatscht. An der Situation der einzelnen Frauen, die oftmals keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, hat sich aber noch wenig geändert.
Hier setzt FairPlusService an: Im Fokus stehen die Weiterbildung und Höherqualifizierung der Mitarbeiterinnen. Die Berater*innen informieren auf Augenhöhe und erarbeiten nachhaltige Strategien für Kompetenzaufbau zur Verbesserung der Karrierechancen jeder Einzelnen. Die Erfahrung zeigt, dass oft wenige Schritte in Richtung mehr Gleichstellung und Chancen-gleichheit eine positive Veränderung und Aufbruchstimmung für das gesamte Unternehmen bedeuten. Konkret können etwa durch Qualifizierung erfahrene Hilfekräfte aus dem eigenen Unternehmen zu händeringend gesuchten Fachkräften werden, z. B. durch das Nachholen eines Lehrabschlusses. Oder: Verlässlichkeit und Motivation der Mitarbeiterinnen steigen durch gezieltes Coaching und Unterstützung wie z. B. durch Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
„Die Konsequenzen der Corona Pandemie dürfen keinen Rückschritt für Frauen am Arbeitsmarkt bedeuten”, betont Bibiana Klingseisen, Leiterin der Verwaltungsbehörde des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Bundesministerium für Arbeit. „Wir möchten mit dem ESF einen Beitrag zu Gleichstellung leisten und freuen uns daher besonders, dass FairPlusService genau in diesem Bereich ansetzt und Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen im Sinne der Chancengleichheit unterstützt.“
Was?
FairPlusService setzt zum einen auf gleichstellungsorientierte Unternehmensberatung, zum anderen auf Qualifizierung von Mitarbeiterinnen, um diesen Frauen eine stabile und existenzsichernde berufliche Zukunft, finanzielle Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu ermöglichen. Die teilnehmenden Betriebe profitieren von der Förderung und Integration ihrer weiblichen Angestellten und leisten durch ihre Teilnahme einen aktiven Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt.
Für wen?
Die Angebote von FairPlusService richten sich an Unternehmen im Niedriglohnbereich wie Reinigung, Einzelhandel, Produktion, Gesundheitswesen, Tourismus und die dort beschäftigten Frauen, die angelernte Einfacharbeit ausführen und/oder über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.
Wo?
Insgesamt können rund 80 Unternehmen in acht Bundesländern beraten werden, die Schwerpunktregionen sind: Wien Nord/Weinviertel, Industrieviertel Süd, Salzkammergut und die Arlbergregion.
Warum?
FairPlusService trägt zu gleichstellungsorientierten strukturellen Verbesserungen in den Betrieben bei. Drei Eigenschaften der Unternehmen und ihrer Mitarbeiterinnen werden hervorgehoben: relevant, kompetent, wertvoll. Gleichstellung und Empowerment haben in zukunftsorientierten Entwicklungen hohe Relevanz. Die Bedeutung von Weiterbildung für Unternehmen und Mitarbeiterinnen müssen ebenso wie die Wertschätzung für system- und wirtschaftsrelevante Leistungen von Frauen in jenen Branchen aufgezeigt werden.
Ziel des Projekts ist weiters, eine Vernetzung der Unternehmer*innen und Stakeholder aus den jeweiligen Regionen und Branchen zu forcieren und den Informationsaustausch, das Aufspüren von Trends etc. durch Peer2Peer Veranstaltungen zu unterstützen.
Wie?
Der Ablauf der Unternehmensberatungen ist in Stufen gegliedert: Nach einem erfolgreichen Erstgespräch geht es in die Bedarfsanalyse. Dazu gehören Sensibilisierung hinsichtlich Gleichstellung, Standortanalyse, Bericht und Feedback zu Potenzialen und Risiken sowie die weitere Maßnahmenplanung.
Die Unternehmer*innen können aus 3 Paketen mit jeweils 3 Modulen wählen: Aus- und Weiterbildungsangebote (Vernetzung im Betrieb, Kompetenzenmatrix, Weiterbildungs-vereinbarung), Personalentwicklung und Frauenförderung (Job Day, Einsatzmobilität stärken, für alle verpflichtend: Gleichstellungsinformation und Sensibilisierung), Integration von benachteiligen Frauengruppen (Diversity Picknick, Vereinbarkeit Familie – Beruf – Privatleben, Rechtliches & Recruiting).
Bei den Beratungen und Coachings für Mitarbeiterinnen werden neue Perspektiven für Weiterbildung eröffnet und Arbeitssituationen gezielt verbessert. Kompetenzen, Talente und Potenziale werden sichtbar und nutzbar gemacht. Zugeschnitten auf den Bedarf steht für Mitarbeiterinnen zumindest ein Modul aus den zwei Paketen Aus- und Weiterbildung (Empowerment/Kompetenz Plus, „Lernen lernen“, Lerncoaching) sowie Perspektiven- und Laufbahnplanung (Quali-Check, Mein Job – meine Karriere, Coaching Laufbahnplanung) zur Wahl, im Rahmen von Gruppen- oder Einzel-Coachings.
Case Management ist ein begleitendes Angebot, das in Anspruch genommen werden kann, um soziale, individuelle oder finanzielle Herausforderungen der Mitarbeiterinnen zu lösen.
Ergänzend dazu bietet FairPlusService auch Kompakt-Trainings an. Ein Bonus, der praxisorientiertes Wissen vermittelt, das sofort in den Arbeitsalltag integriert werden kann: Maximal 10 Teilnehmerinnen werden zu den Themen „Fachkommunikation Deutsch“, „Erfolgreich kommunizieren“, „Digitale Kompetenz“ oder „Gesundheit und Hygiene am Arbeitsplatz“ effizient und umfassend informiert.
Wer?
Das innovative Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Arbeit finanziert und ist somit für die teilnehmenden Unternehmen kostenfrei. ÖSB Consulting GmbH (Projektlead), ABZ*AUSTRIA (Leitung Projektkommunikation) und Update Training (Kompakt-Trainings) setzen FairPlusService engagiert um.
Wann?
Projektstart war im Juni 2020. Um sich ein umfassendes Bild über die aktuellen Bedürfnisse und Chancen der Unternehmen zu machen, wurde neben Dialog-Gesprächen eine österreichweite telefonische Erhebung durchgeführt, deren Ergebnisse die Beratungsangebote maßgeblich beeinflusste. Bis März 2023 wird mit und in den Unternehmen gearbeitet.